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RZ-Online Artikelarchiv vom 10.12.2009

2,5 Millionen Euro für den Bau der neuen Museumsküche

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Remagener Rat gab grünes Licht für die Änderung des Bebauungsplanes - Sechs-Quadratmeter-Küche wurde zu klein

REMAGEN. Die sechs Quadratmeter große Küche des Arp-Museums-Restaurants Bistro "Interieur No. 253" ist dem Besucherandrang des Museums mit 80 000 Menschen im Jahr nicht mehr gewachsen. Zeitweise sind 200 Gäste gleichzeitig zu versorgen, wobei man sich behelfsweise der Catering-Vorbereitungsräume im Zwischengeschoss bediente. Nun lässt sich das Land die Verköstigung der Gäste rund 2,5 Millionen Euro kosten. Die Weichen hierfür stellte jetzt der Remagener Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit der Änderung des Bebauungsplanes.

Das Land finanziert einen neuen Museums-Anbau für einen Küchen- und Versorgungstrakt, der in Abstimmung mit Museums-Architekt Richard Meyer konzipiert wurde. Es handelt sich um einen Kubus mit Kupferblechfassade und einer Nutzfläche von circa 500 Quadratmetern, der durch eine transparente gläserne Brücke mit dem Museum verbunden ist.

Der Anbau soll sich entlang der Bahn nördlich des Bahnhofes erstrecken. Die Fassade ist durch Glasflächen gegliedert. Der bisherige Aufzugsturm entfällt, dafür wird ein neuer Aufzug so in den Anbau integriert, dass das Restaurant künftig jederzeit auch für Rollstuhlfahrer erreichbar wird. Dies war bislang nur während der Öffnungszeiten des Museums durch eine Verbindung zum Bistro möglich. "In der Vergangenheit gab es da häufig unschöne Situationen, dass Menschen im Rollstuhl die Treppen hinunter getragen werden mussten", erklärte Jürgen Ramann, zuständiger Sachbearbeiter des mit der Planung beauftragen Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB).

Der Neubau soll in zurückhaltender Architektur errichtet werden, um gestalterisch weder mit dem Bahnhof noch mit dem Museumsneubau in Konkurrenz zu treten.

Wie Ramann den Ratsmitgliedern erläuterte, liegt seitens der Denkmalfachbehörde bereits eine Genehmigung vor. Ebenso wie von der unteren Landespflegebehörde der Kreisverwaltung für die Ausgleichsmaßnahmen der zu fällenden 14 Bäume, die der Baustelle zum Opfer fallen.

Die alte Zufahrt hinter dem Gebäude bleibt bestehen, wird aber abgesenkt. Als Ausgleich für die Bodenversiegelung wird ein landeseigenes Waldgrundstück im oberen Hangbereich des Museums als Naturwald ausgewiesen.

"Wir beabsichtigen nun, den Bauantrag zu stellen, und möchten im kommenden Sommer mit dem Projekt beginnen, um ein Jahr später fertig zu sein", gab Wilfried Görke, zuständiger Mann in der Bauabteilung des Finanzministeriums für Baumaßnamen am Arp-Museum auf RZ-Anfrage bekannt.

Judith Schumacher

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus unserem Archiv.
Die darin enthaltenen Informationen könnten inzwischen überholt sein!

Meinungen gehen auseinander

Die Meinungen über den Küchenanbau gehen im Rat auseinander. "Welcher Gastronom hat das Glück, seine Küche mit Steuergeldern zu erweitern?", fragte Antonio Lopez von den Grünen, selbst Restaurantbetreiber. "Es gibt genug Kapazitäten in Remagen, hier werden Steuermittel gegen die heimische Wirtschaft verwendet", führte sein Fraktionskollege Frank Bliss aus. "Die Museumsbesucher wollen an Ort und Stelle essen - wir können froh sein, dass das Geld nach Remagen fließt", befand CDU-Fraktionssprecher Walter Köbbing und bekam Unterstützung von Rolf Plewa (SPD), der außerdem die Schaffung neuer Arbeitsplätze positiv anführte. Jörg Rossberg von der Wählergruppe hält den Anbau für einen überdimensionierten "riesigen Klotz". (ith)

 

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