WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Kritik von Stadträtin Ute Kreienmeier gegen erneute Abholzung im Hentzenpark

„Konzeptlos im Umgang mit den Ressourcen“

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In den „Geheimen Gärten Rolandswerth“ wurde jetzt im März die Motorsäge an zwei mächtigen Platanen von 1,50 Meter Stammdurchmesser angesetzt. Stadträtin Ute Kreienmeier protestiert heftig gegen die Abholzung dieser kräftigen Baumriesen. Mit einem Stammumfang von über 4 Meter prägten sie maßgeblich das Bild der über 120 Jahre alten Parkanlage am Rheinufer. Dieser Park bildet das bisher ambitionierteste Projekt im Rahmen des Skulpturenufers Remagen. In Zusammenarbeit mit dem Arp-Museum schufen hier die Künstler Duka und Bittermann eine neue Gesamtkonzeption für die zuletzt verwilderte Anlage. Seit der Eröffnung in 2004 heißt der Hentzenpark nunmehr „Geheime Gärten Rolandswerth“. „Die Besucher sollen hier erfahren, dass Natur und Kultur nur als Einheit zu denken sind. Vor dem Hintergrund dieses künstlerischen Anspruchs ist die Abholzaktion eine Schande“, so die Meinung von Kreienmeier.

Von besorgten Rolandswerther Bürgern herbeigerufen, konnte sie sich persönlich ein Bild von dem Eingriff mit der Kettensäge machen: „Die Bäume waren im wahrsten Sinne des Wortes Kern gesund!“, so die fachliche Einschätzung der studierten Diplom-Forstwirtin zu den gefällten Stämmen. Weder der Sturm „Kyrill“ noch irgendwelche Forstschädlinge oder Pilze hätten den Bäumen nennenswerte Schäden zugefügt, die ein „Baum ab sofort“ gerechtfertigt hätten. Aber Stadt und Bürgermeister hätten wohl entschieden: „Die alten Bäume müssen weg!“, ärgert sich die Forstexpertin über diese aus ihrer Sicht „unsinnige“ Baumfällaktion in den nunmehr „Gelichteten Gärten von Rolandswerth“.

Immer wieder verschwanden in letzter Zeit alte und markante Bäume von Plätzen und Straßen in der Römerstadt: So die ehrwürdige Kastanienallee am ehemaligen Haus Ohligs an der Remagener Rheinpromenade, in Oberwinter eine knorrige Eiche am Ehrendenkmal sowie ein Mammutbaum auf dem Friedhof und zuletzt eine das Dorfbild prägende alte Kastanie an der Kapelle in Oedingen. Und im Bereich der Fachhochschule Remagen an der Südallee sollte gegen den Protest der Hochschule gleich zum zweiten Mal eine ganze Allee von Platanen gefällt werden. „Wenn Bürgermeister Georgi in diesem Tempo seine „Baum-Ab-Aktionen“ in der Stadt fortsetzt, dann sind bald alle öffentlichen Plätze und Flächen Remagens baumfrei“, befürchtet die Forstfachfrau. Sie verweist darauf, dass Mitte der 90-iger Jahre der Stadtrat auf ihre Initiative eine Baumsatzung verabschiedet habe. „Diese Satzung ist mittlerweile kaum mehr das Papier wert, auf dem sie geschrieben steht“, äußert Kreienmeier jetzt Kritik am Vorgehen des Bürgermeisters. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten überdies zunehmend den Eindruck, dass private Baumbesitzer zwar kontrolliert würden, die öffentliche Hand sich jedoch selber leichtfertig Befreiungen zum Fällen erteile.

Gleichzeitig macht Kreienmeier auf unerklärliche Widersprüche der Stadt im Umgang mit Bäumen aufmerksam. So solle in Rolandseck der renommierte Neubau des Arp-Museums hinter einer „ramponierten Baumkulisse“ vor den Blicken der Öffentlichkeit „versteckt“ werden. Ausschlaggebend für den Erhalt und Schutz dieser Bäume seien Vorgaben im städtischen Bebauungsplan. Die Bäume seien aber durch die Baueingriffe bereits heute derart stark geschwächt und „gerupft“, dass ihr Erhalt schon deshalb zweifelhaft sei. Der Mehraufwand für den Schutz der Bäume vor dem Museumsneubau, ein Baustopp wegen einzelner nicht zu fällender Bäume mit einhergehenden Umplanungen der Architekten bis hin zu durchgeführten Ersatzpflanzungen für bereits abgestorbene Bäume haben nach Schätzungen von Kreienmeier hier insgesamt Steuergelder von mindestens 100.000 Euro verschlungen.


Stadträtin Ute Kreienmeier zieht daher ein besorgtes Fazit: „Die Stadt ist nicht nur konzeptlos im Umgang mit ihren natürlichen Ressourcen sondern auch mit ihren finanziellen und kulturellen Gütern!“

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