Ärger über Aufschüttung und Ämter
Kritik Oberwinterer sorgt sich um Hangsicherheit und beklagt „Untätigkeit der Behörden

Von unserem Mitarbeiter
Andreas Wetzlar
Oberwinter. Wenn Christian Kergel von seinem Garten aus auf das Nachbargrundstück schaut, dann kommen gleich mehrere Gefühle in ihm hoch. Zum einen hat der 85-Jährige Sorge um die Sicherheit des Hanggrundstücks an der Straße Unkeler Weg im Remagener Ortsteil Oberwinter. Zum anderen ist der Mann, der seit 1974 in seinem Haus am Siebengebirgsweg wohnt, verärgert. Verärgert über die nach seiner Aussage „Untätigkeit der Behörden, die seit Jahren andauere.
„Vor rund drei Jahren habe ich eine Eingabe bei der Kreisverwaltung eingereicht. Eine Antwort habe ich bis heute nicht. Schon damals ging es um illegale Aufschüttung auf dem Nachbargrundstück, gleich so, wie vor wenigen Wochen erneut geschehen, erinnert sich Kergel. Aber nicht nur Grundstücksnachbar Kergel, sondern auch den Remagener Kommunalpolitikern Ute Kreienmeier, Antonio Lopez, Beate Schleitzer und Reinhold Langen bereitet das Thema Unkeler Weg Bauchschmerzen (die RZ berichtete). Die vier Politiker hatten aus Sorge um die Sicherheit des Transportweges auch die Deutsche Bahn eingeschaltet.
Ein Blick zurück: Zum Ausbau der Straße Unkeler Weg wurden laut Aussage der Bauverwaltung der Stadt Remagen rechtmäßige Aufschüttungen und Ausgleiche der Höhendifferenzen vorgenommen. „Für diese Arbeiten sind die entsprechenden Unterlagen und Lieferscheine der Bauakte beigefügt, erklärt Bauamtsleiter Gisbert Bachem. Die jüngsten Erdbewegungen, die vonseiten der Remagener Verwaltung in Augenschein genommen worden sind, haben dazu geführt, dass zwischenzeitlich die Kreisverwaltung Ahrweiler als zuständige Bauaufsichtsbehörde eingeschaltet worden ist. Auf Anfrage der Rhein-Zeitung sagt Jennifer Nehring, stellvertretende Pressesprecherin: „In Abstimmung mit der Stadt Remagen sowie der SGD Nord wird derzeit geprüft, ob die Aufschüttung rechtens ist oder beseitigt werden muss. Zum Thema „Gefährdung der Sicherheit der Bahnstrecke erklärt Jennifer Nehring: „Der Kreisverwaltung liegt eine schriftliche Erklärung der Deutschen Bahn Netz AG vor, dass von der Aufschüttung keine akute Gefährdung für den Bahnbetrieb ausgeht. Eine Antwort, die die vier Kommunalpolitiker und Christian Kergel kaum beruhigen dürfte. „Für mich hat es nach wie vor den Anschein, dass die Zuständigkeit von einer Behörde zur anderen weitergegeben wird. Die Frage wird bloß sein, wie lange dies geschieht, ehe Schlimmeres passiert.
Laut Kreisverwaltung Ahrweiler ist mittlerweile das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz damit beauftragt worden, das Areal zu untersuchen und geologisch zu begutachten. Und auch der Hinweis aus dem Kreishaus, dass es „zeitnah eine Entscheidung zu seinen mittlerweile mehrere Jahre alten Eingaben geben soll, lässt bei dem 85-Jährigen nur wenig Zuversicht aufkeimen.
Von seinem Garten aus begutachtet Christian Kergel täglich die Aufschüttungen auf dem Nachbargrundstück. Er sieht die Stabilität und die Tragsicherheit massiv gefährdet und fordert die Behörden zum Handeln auf.
Artikel vom 28.07.2011
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