WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Ahmet Bulut präsentiert sein Wahlkampfplakat

„Brückenschlag“ zu den ausländischen Mitbürgern

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„Wann dürfen alle Türken bei den Kommunalwahlen in Remagen mitmachen – unabhängig vom deutschen Pass?“ Das war eine der am häufigsten gestellten Fragen aus der türkischstämmigen Gemeinde Remagens, die mit großem Interesse und nicht ohne Stolz die öffentliche Plakatierung eines Landsmanns aus ihrer Mitte in den Straßen von Remagen begleitete. Für Ahmet Bulut, den Stadtratskandidaten der WählerGruppe Remagen e.V. (WGR), ist es ein weiterer sichtbarer Schritt der Integration und des Aufeinanderzugehens. „Mit meinem Plakat möchte ich deshalb nicht nur alle wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner in unserer Römerstadt ansprechen“, erläutert der Ausländerbeauftragte der Stadt Remagen seine Motivation. „Gleichzeitig geht es auch um ein Zeichen an alle anderen türkischen Landsleute, dass wir längst ein Teil unserer Stadt geworden sind“.

Mittlerweile leben 1.300 Türken und Türkischstämmige in Remagen. Nur eine Minderheit von Ihnen besitzt einen deutschen Pass und ist damit am 7. Juni überhaupt wahlberechtigt. „Meine Landsleute sind aber politisch sehr aufmerksam“, weiß Bulut von dem großen Interesse der Türken auch für die Stadtpolitik zu berichten. „Ob seinen Landleuten in naher oder fernerer Zukunft auf kommunaler Ebene auch ohne deutschen Pass das Wahlrecht zugestanden werden kann, das entscheidet letztlich die Politik in Berlin und Mainz“, ergänzt Ute Kreienmeier als Vorsitzende der WählerGruppe Remagen. Die politischen Parteien und Gruppierung im Stadtrat seien hier „außen vor“. Sie könnten aber durch die Wahl von türkischstämmigen Kandidaten auf ihren Listen ein Signal für die Bundes- und Landespolitik setzen. Sie sieht daher in der Kandidatur von Bulut ein „Stück Normalität“ wachsen. „Genauso wie vielleicht schon bei den nächsten Kommunalwahlen in Remagen eine türkischstämmige Frau für den Stadtrat kandieren wird“, ergänzt Kreienmeier mit Blick auf gesellschaftspolitische Ziele der Integration.

 

Imam Moschee Remagen

Am Rande des Info-Standes:
Gesprächkreis mit dem Imam der Remagener Moschee (Bildmitte)

 

Ahmet Bulut will sich im Remagener Stadtrat erst einmal um „bestimmte Einzelvorhaben“ kümmern. Dazu zählen für den 37-jährigen Dolmetscher und Taxifahrer die „kleinen Dinge“ im Alltagsleben der türkischen Wohnbevölkerung in der Römerstadt. Beispielsweise möchte er durchsetzen, dass die Rheinhalle wieder als Veranstaltungsort für türkische Hochzeiten gebucht werden kann und türkische Mitbürger statt nur auf dem Sinziger zukünftig auch auf dem Remagener Friedhof bestattet werden dürfen. Mit diesen praktischen Zielen der Integration kann sich auch die Gruppe der islamischen Griechen in Remagen identifizieren. Als EU-Bürger verfügen sie schon heute über das kommunale Wahlrecht. Im Wahlkampf der WählerGruppe engagiert sich für sie daher der 42-jährige Grieche Ali Tzinali, der auf der Liste zum Remagener Ortsbeirat kandidiert. Wichtig für beide ist jedoch die Überwindung der trennenden Sprachbarriere. „Angesichts der allgemein rückläufigen Geburten in Deutschland können wir es uns gar nicht mehr erlauben, dass die Gruppe der türkischstämmigen Kinder in der Schulausbildung und damit gerade auch in der Sprachförderung ab dem Kindergarten vernachlässigt wird“; sieht Ute Kreienmeier auch Handlungsbedarf vor Ort in den Schulen, jedoch aber auch in den türkischen Familien. Ahmet Bulut, der selber einmal einer der wenigen türkischstämmigen Abiturienten auf dem EMA-Gymnasium in Bonn war, hofft daher mit Zuversicht, dass er nicht mehr all zu lange auf die erste Remagener türkische Studentin oder Studenten am RheinAhrCampus in Remagen warten muss.

 

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