Thema der aktuellen Sendung „WDR-Lokalzeit Bonn am 15.03.2010
(Norbert Hiller)
Herr Asbeck und der Zaun
Im Wald von Remagen gibt es Ärger. Der Chef des Bonner Solarzellenkonzern Solarworld hat einen Zaun gebaut, der den Anwohnern dort gar nicht passt. Er ist Besitzer des alten Jagdschlosses Calmuth, dass er seit einem Jahr renovieren lässt. Seitdem kauft er rundum immer mehr Wald dazu. Monatelang merkten die Anwohner nicht, dass der Waldbesitzer gewechselt hatte. Doch jetzt ist die Schonzeit wohl vorbei. Frank Asbeck investiert: In kilometerlange, solide Stahlzäune.

Ein Kilometer Zaun steht bereits, ca. fünf Kilometer sollen es werden.
Wer vom Remagener Stadtteil Unkelbach aus loswandert, kann nicht einfach in den Wald hineinlaufen. Es geht jetzt immer nur am Zaun lang. Ein Kilometer steht schon, ca. fünf Kilometer sollen es werden. Die Anwohner des Remagener Waldes sind restlos bedient. Tatsächlich verströmt der Zaun im Erholungsgebiet den Charme eine Zonengrenze. Circa eine Million Euro lässt sich Waldbesitzer Frank Asbeck den Zaun kosten. Der Bonner Multimillionär ist Besitzer der Solarenergiekonzerns Solarworld. Ein Interview mit dem WDR lehnt er ab. Am Telefon sagt er nur kurz: Alle Aufregung sei unnötig. Der Zaun sei eine Auflage der Kreisbehörde. Er schütze die Abrisskante eines Steinbruches. Der Zaun verhindere, dass Wanderer abstürzen könnten. Scheinbar überzeugende Argumente. Und doch ordnete die zuständige Kreisverwaltung in Ahrweiler jetzt einen Baustop an. Wollte sich aber vor der Kamera nicht äußern. Ein dem WDR vorliegendes Dokument beweist, dass Asbeck eine andere Auflage hatte: Verlängerung des knapp zwei Kilometer langen Zauns um 121 Meter. Abstand zur Hangkante 15 Meter.
Der Zaun steht zu weit vom Steinbruch entfernt
Trotz Baustopp durch die Kreisverwaltung: Frank Asbeck lässt (im Calmuth-Tal) weiterbauen.
Ute Kreienmeier sammelt Beweise. Längst ist klar, dass der Zaun viel zu weit vom Steinbruch entfernt steht. Die Vorsitzende der Wählergruppe Remagen will genau wie die Anwohner, dass die Zäune wieder verschwinden. Jeden Tag macht sie Kontrollgänge rund um Asbecks Schloss Calmuth. Ständig findet sie Beweise, dass er noch mehr neue Zäune plant. Zur Zeit wird das große Hauptportal errichtet. Dafür braucht man eigentlich einen Bauantrag. Ein paar Meter weiter sind schon wieder 100 Meter Haltestangen neu einbetoniert worden. Gestern (14.03.2010) waren sie noch nicht da. Ute Kreienmeier macht Beweisphotos. Trotz des Baustops der Kreisverwaltung lässt Frank Asbeck weiterbauen. Ute Kreienmeier glaubt, dass Frank Asbeck das viele Geld für den Zaun umsonst ausgibt. Die Remagener wollen weiterhin für den freien Zugang zum Wald kämpfen. (Quelle: WDR-Lokalzeit Bonn)
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