WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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WGR sorgt sich um Schutz der Natur und Umwelt

Anti-Umweltpreis die »Saure Zitrone«
in Remagen bald reif?

 

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Die WählerGruppe Remagen e.V. (WGR) sorgt sich im internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt um die nachhaltige Sicherung von Natur und Umwelt in der Römerstadt. Nach Ansicht ihrer Vorsitzenden Ute Kreienmeier setze Remagen ganz offenbar alles daran, für den Anti-Umweltpreis die »Saure Zitrone« nominiert zu werden. Die Diplom-Forstwirtin nennt auch gleich drei Projekte, die Remagen diesen „zweifelhaften Ruhm“ einbringen könnten: 1. Das Fällen von alten Fledermausbäumen zugunsten eines Küchenanbaus am Bahnhof Rolandseck, 2. der Neubau einer Villa an Stelle der „Alte Lieben“ im europäischen Naturschutzgebiet (FFH-Gebiet) in den Rheinhängen oberhalb von Oberwinter und 3. die Duldung eines ungenehmigten Baus im Außenbereich auf Jagdschloss Calmuth. „Ohne die Kommunen als Sachwalter der Flächen vor Ort sind die Ziele der Bundesregierung zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt nicht umsetzbar“, betont Försterin Ute Kreienmeier die besondere Verantwortung der kommunalen Ebene.

Bahnhof Rolandseck, Fledermäuse Bahnhof Rolandseck, Kastanien
Bahnhof Rolandseck: Mit Bauschaum gegen Fledermaus-Brutstätten

So sollen am Bahnhof Rolandseck laut Gutachten einer beauftragten Firma aus Koblenz bis Ende Februar insgesamt 13 Bäume, darunter vier Kastanien gefällt werden. Besonderes Merkmal gerade dieser Bäume sind viele Höhlen und Spalten, die als Lebensstätten für Fledermäuse und Vögel dienen. Wie das Bauamt der Stadt bei einem Ortstermin kürzlich bestätigte, hat der Landesbetrieb Bauen RLP die vorgefundenen Höhlen bereits mit Hilfe von Bauschaum und Stoff verschlossen. Mit dieser Maßnahme will man verhindern, dass nach der Winterzeit bis zum Fällzeitpunkt „ein Besatz der Höhlen mit seltenen Tieren“ erfolgt. „Obwohl bislang weder der Stadtrat „grünes Licht“ für die Änderung des Bebauungsplans „Arp Museum“ gegeben hat noch die Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde vorliegt, wurden auf Geheiß der Behörden die streng geschützten Fledermausquartiere bereits zerstört“, kritisiert Kreienmeier die Missachtung der Naturschutzgesetze. So sei es nach den Schutzvorschriften für besonders geschützte Tierarten wie Fledermäuse verboten, ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören, betont die Försterin. Bei einer Ortsbesichtigung konnte sie auch feststellen, dass nicht nur -wie im Gutachten angegeben- in vier sondern sogar in sechs Kastanienbäumen die Höhlen mit Bauschaum gegen den Einzug der Vögel und Fledermäuse in ihre Sommerquartiere versperrt wurden.

 

Alte Liebe Oberwinter
geplantes Neubauvorhaben "Alte Liebe" im FFH-Gebiet

Als weiteren Fall verweist Ratsfrau Ute Kreienmeier auf die umstrittenen Bauabsichten „Alte Liebe“ im steilen Rheinhang oberhalb der Oberwinterer Feuerwehr. Nach Informationen aus dem Bauamt hat es dort noch Ende 2009 einen Ortstermin gegeben. Dem Vernehmen nach will die Bauverwaltung ihre Zustimmung geben, wonach die unbewohnte Pappmaschee-Baracke „Alte Liebe“ aus den 30er Jahren -ohne Wasser, Abwasser und ohne Strom- abgerissen werden darf. An gleicher Stelle soll „in diesem Fall nur ausnahmsweise“ der Neubau einer Villa gestattet werden, wundert sich die Försterin über die nach ihrer Ansicht „gesetzwidrigen Großzügigkeiten“ beim Bauen im Außenbereich, dazu noch in einem europäischen Naturschutzgebiet. Noch vor wenigen Jahren wurde ein vergleichbares Anliegen eines anderen in Oberwinter bekannten Geschäftsmannes nur wenige Hundert Meter weiter, aber an weit weniger exponierter Stelle abgelehnt“, sieht Kreienmeier zumindest keine fachlich herzuleitende Begründung für das Handeln der Baugenehmigungsbehörden. „Hier wird offenbar mit zweierlei Maß gemessen“, so nicht nur die Meinung der Ratsfrau.

 

Calmuth-Tal, Jagdschloss Asbeck
Neubau einer Halle ohne Baugenehmigung im Calmuth-Tal

Zu guter Letzt verweist Försterin Kreienmeier auf den Neubau einer 70 Meter langen Halle, die im Calmuth-Tal am Jagdschloss ohne Baugenehmigung aus dem Boden gestampft wurde. Damit die Halle an dieser Stelle überhaupt errichtet werden konnte, musste zuvor ein ca. 50-jähriger Baumbestand gerodet werden. Auch hier kann sich die Remagener Kommunalpolitikerin nur wundern, dass selbst vier Monate, nachdem die Remagener Bauverwaltung offiziell von dem „Schwarzbau“ Kenntnis erhielt, der zuständige städtische Ausschuss noch immer nicht in den Vorgang eingebunden wurde. „Ein Baugenehmigungsschild am Hallenneubau fehlt jedenfalls noch“, rätselt Stadträtin Kreienmeier auch hier über die nicht erkennbaren Maßstäbe des Verwaltungshandelns.

 

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