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Artikelarchiv vom 28.09.2007
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Arp-Museum: 3 Fragen

"Pressefreiheit nicht eingeschränkt"

Joachim Hofmann-Göttig, Kulturstaatssekretär

Das Land hat dem privaten Arp-Verein 150.000 Euro angewiesen - auch, um eine Serie kritischer Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zu stoppen.

Der Kunsthistoriker Gert Reising hat gestern in unserer Zeitung die Sammlung des Arp Museums negativ bewertet. Werden Sie jetzt rechtliche Schritte gegen den Autor und unsere Zeitung einleiten?

Ich bin niemals einen Rechtsstreit mit einem Kunstkritiker eingegangen. Ich pflege mich mit Feuilletonisten intellektuell auseinanderzusetzen und nicht gerichtlich, und dabei wird es auch bleiben.

Sie haben aber vor acht Jahren eine Rechnung für Rechtsanwaltsleistungen beglichen, die genau dieses Ziel hatten: Dieser Kunsthistoriker sollte nicht mehr in der FAZ kritisch über die Sammlung für das Arp Museum berichten.

Die Kosten für die rechtlichen Auseinandersetzungen, die wir im Nachhinein, auf Antrag der Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V., anteilig erstattet haben, gliedern sich in zwei Komplexe. Da gab es zuerst eine Auseinandersetzung mit der Schweizer Arp-Stiftung um die Qualität der Werke im Landesbesitz, das war der bekannte Vorwurf, die vom Land angekauften Werke seien "nicht echt". In diesem Fall hielt die Landesregierung es für angemessen, diese rechtliche Auseinandersetzung im Nachhinein mitzufinanzieren, damit das, was im Museum gezeigt wird, nicht weiter diskreditiert wird. Der andere Komplex betraf Artikel in der FAZ, in denen u.a. der Besitz des Landes geschmäht wurde. Wir haben dabei nachträglich akzeptiert, dass die Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V. sich auch mit Rechtsmitteln gegenüber einem Medium gegen den Vorwurf zur Wehr setzte, das posthume Güsse pauschal als Fälschung darstellte. Das schien im Interesse des Arp Museums angemessen zu sein. Es handelte sich nicht um eine persönliche Auseinandersetzung mit einem Journalisten, sondern darum, die ungerechtfertigten Angriffe gegenüber dem Besitz des Landes zu parieren.

In dem uns vorliegenden Schreiben rechnet der Arp-Verein die "Intervention und Androhung einer einstweiligen Verfügung" gegen die FAZ an - das klingt nicht nach Klärung einer Frage nach Gussrechten.

Es ist ja wohl nachvollziehbar, wenn man Opfer von falschen Pressedarstellungen wird, dass man mit dem presserechtlichen Arsenal von Möglichkeiten von der Gegendarstellung bis zur Unterlassungsklage winken kann. Und wenn man erreichen kann, dass man sich wie in diesem Fall außergerichtlich einigt, ist das auch kein Fehler. Mit einer Einschränkung der Pressefreiheit hat das nichts zu tun.

 Die Fragen stellte Claus Ambrosius

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