WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Museum mit der ehemaligen »Riviera am Rhein« verknüpfen:

 

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„30 Mio. €uro allein für ein ARP-Museum
sind wirkungslos!“

Ø        Neue »Highlights« schaffen: Ergänzung des Oberwinterer Yachthafens durch ein Rheinterrassencafe mit Sandstrand auf dem Schiffswerftgelände

Ø        Aufstellen eines Konzeptes der „kleineren Schritte“ für die Rheinpromenade

„30 Mio. €uro allein für ein ARP-Museum sind wirkungslos!“, befürchtet die WählerGruppe Remagen e.V., dass das außergewöhnliche Investitionsvorhaben von Bund und Land oberhalb des Künstlerbahnhofs in Rolandseck nicht aus sich heraus ein „Selbstläufer“ für die Römerstadt wird. “Wenn unsere Stadt nicht aktiv mit dem neuen Museum verknüpft wird, zum Beispiel mit der Rheinpromenade, dem Friedensmuseum oder dem Yachthafen Oberwinter, und eigene Attraktivität für die Museumsbesucher entwickelt, dann wird dieses Publikum sofort über die Rheinfähre vom Bahnhof Rolandseck zur anderen Rheinseite nach Königswinter auf den Drachenfels und in den zukünftigen Nationalpark Siebengebirge weiterreisen“, sieht Stadtratin Ute Kreienmeier dringenden Handlungs- und Gestaltungsbedarf für die Römerstadt. Rat und Verwaltung würden hilflos nach dem Motto agieren »Entwicklung ja – nur wohin?«, so die Kritik der Vorsitzende der Remagener WählerGruppe am Beispiel der jüngsten Ortsbeiratssitzung im Hafenort Oberwinter

„Wir müssen daran arbeiten, dass die historischen Plätze der ehemaligen »Riviera am Rhein« wiederbelebt werden“, schlägt der stellvertretende Vorsitzende Hans-Gerd Höptner vor. So sollen renommierte Bauobjekte wie das Hotel Bellevue an der Fähre Rolandseck, das Hotel Stein am romantischen Yachthafen oder der Apollinariskeller in Remagen in den Blickpunkt der Stadtentwicklung gerückt werden. Gleichzeitig sieht er die Chance, auch neue »Highlights« zu schaffen: „Warum sollte das Umfeld des Oberwinterer Yachthafens nicht durch ein Rheinterrassencafe weiterentwickelt werden“, schlägt Höptner ein neues und zeitgemäßeres Nutzungskonzept für das heutige Schiffswerftgelände vor. „Wir sollten den maritimen Charakter des Hafens aufgreifen und dabei die alte und für Rolandseck überholte Struktur als Industriefläche ablösen“, denken die Vertreter der WählerGruppe dabei auch an Gestaltungsdetails wie einen Sandstrand am Rhein mit Strandkörben und Beachball, „so wie er in Köln und Düsseldorf in den letzten Jahren angelegt wurde und hohe Popularität erreicht hat“.

Konzept der kleineren Schritte

Dass die derzeitige Gestaltung der Rheinpromenade in Remagen noch nicht den Vorstellungen eines „echten Aushängeschilds“ entspricht, darauf wurde bereits vor einigen Jahren in der Postkartenaktion »Remagen mag ich  -  so nicht!«  aufmerksam gemacht. Zwar sei die Gestaltung der Promenade seither auf der Tagesordnung der Kommunalpolitik. Es fehle aber ein einheitliches Konzept, dass dem herben Imageverlust und Verfall der Rheinpromenade gestoppt hätte, so die Beobachtung der WählerGruppe. Teile eines solchen „Konzeptes der kleineren Schritte“ könnte in einer Gestaltungssatzung für die Promenade formuliert werden: „Mit einer verbindlichen Vorgabe zur einheitlichen Ausstattung könnte allein in der optischen Gestaltung vieles mit geringem Aufwand erreicht werden“, denken die Verteter der WählerGruppe zum Beispiel an eine einheitliche Bestuhlung oder Sonnenschirme im Außenbereich. Auch feste Regeln für eine Farbgestaltung aller Bauten im Außenbereich müssen in einem Konzept der kleineren, aber machbaren Schritte gefunden werden.

Nach den Erfahrungen der WählerGruppe wird auch die verkehrstechnische Anbindung des ARP-Musuems an die Rheinpromenade mitentscheidend über die erfolgreiche Vernetzung von Museum und Stadt sein. Sie schlagen daher vor, dass nach der Eröffnung des Museums ein Schiffspendelverkehr zwischen Anleger Rolandseck und der gesamten Rheinpromenade zwischen Rolandswerth, Oberwinter und Remagen bis hin zum Friedensmuseum an der Brücke von Remagen eingerichtet wird. „Vergessen darf man dabei auch nicht so einfache Maßnahmen wie Fußgängerüberquerungen über die B 9“, ergänzen Kreienmeier und Höptner. Insgesamt sieht die WählerGruppe hervorragende Potenziale, wie Remagen im Verbund mit dem neuen Museum seine touristische Kraft am Eingangstor zum romantischen Mittelrhein entfalten kann.

 

Warum kein Rheinterassencafe mit Sandstrand am Rheinufer im Umfeld des Arp-Museums?

Warum kein Rheinterassencafe mit Sandstrand am Rheinufer im Umfeld des Arp-Museums?Der Abbau des ehemaligen Asbestschiffes auf dem Werftgelände gibt nach Ansicht der WählerGruppe Anstöße für eine zeitgemäße städtebauliche Entwicklung der alten »Riviera am Rhein«.

Kommentar:

Arp-Museum noch nicht in Remagen angekommen

Das neue Arp-Museum oberhalb des Bahnhofs Rolandseck ist längst noch nicht in Remagen angekommen. - Und auch noch nicht im Hafenort Oberwinter! Dieser Eindruck wird leider auch durch den Verlauf der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Oberwinter bestätigt. "Entwicklung ja - nur wohin?" tituliert die Rhein-Zeitung in ihrem Bericht vom 25.08.2007 das Resumé aus dieser Sitzung. Die Kommunalpolitiker und auch manche Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus und Vereinen scheinen noch gar nicht so recht erfasst zu haben, welches Potenzial der Römerstadt mit dieser 30 Mio. Euro teuren Investition Arp-Museum dort in den Schoß gefallen ist. Fehlt es etwa an der nötigen Identifikation der Entscheidungsträger? Immerhin hat der Remagener Stadtrat das ambitionierter "Geschenk" aus dem Bonn-Berlin-Ausgleich über lange Jahre eher reserviert und zurückhaltend begleitet. Möglicherweise mag dies auch damit zusammenhängen, das auf kommunalpolitischer Ebene der eigentliche Nestor und Motor des Projektes, Alt-Bürgermeister Hans-Peter Kürten, längst in Pension weilt und selber diesem städteplanerischen Großprojekt nicht mehr den nötigen Schub und Effekt verleihen kann.

So kam es schließlich, dass sich der Ortsbeirat Oberwinter in seinen Planspielen über die Zukunft des Hafenortes nur zu Beschlüssen über den barrierefreien Zugang zu einer orthopädischen Praxis und die Verlegung einer Bushaltestelle "hinreißen" ließ. Nicht einmal eine klare Aussage bzw. Beschluss gegen eine drohende negative Entwicklung am Rheinufer, den geplanten Discounter Markt am Hafen, war drin! So könnte man zu der Erkenntnis gelangen, dass die Entwicklung am Rheinufer Rolandseck eher von einer finanziell günstigen und damit eher zufälligen Verwertung der Grundstücke geprägt werden soll. Ein städtebauliches Ziel im Umfeld des Arp-Museums existiert jedenfalls nicht!

Bund und Land haben unserer Stadt am Bahnhof Rolandseck einen großzügigen Zuschuss von 30 Mio. Bonn-Berlin-Geldern gegeben. Die Kommunalpolitiker und Verantwortlichen unserer Stadt werden sich jedoch früher als erwartet die Frage gefallen lassen müssen, ob Sie diesem Vertrauen und den damit verbundenen Anforderungen überhaupt gerecht geworden sind.

Ute Kreienmeier, WählerGruppe Remagen e.V.

 

RZ-Online Artikelarchiv vom 25.08.2007

Entwickeln ja - nur wohin?

Ortsbeirat sucht nach mehr Profil für Oberwinter und Rolandswerth: Dem Planspiel fehlt die Richtung

Der Bau eines neuen Discount-Marktes beschäftigt weiter den Oberwinterer Ortsbeirat. In der jüngsten Sitzung ging es allerdings nicht ausschließlich um dieses Projekt.

OBERWINTER. Mit Fragen zur städtebaulichen Entwicklung in Oberwinter und dem Ortsteil Rolandseck beschäftigte sich der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung. Nach einem Antrag von Stadtratsmitglied Ute Kreienmeier hatte der Bauausschuss die Rahmenbedingungen hinsichtlich der weiteren Gestaltung sowohl im gewerblichen Bereich als auch in Sachen Wohnbebauung an den Ortsbeirat weitergeleitet.

Bei den noch zu bebauenden Flächen handelt es sich um Mischgebiete, die sowohl Wohnbebauung als auch die Ansiedlung von Gewerbe erlauben. "Sie müssen sich im Klaren darüber sein, dass wir hier ausschließlich über Grundstücke Dritter reden - laut Plan ist hier alles möglich: Einzelhandel, Gastronomie oder Handwerksbetrieb", erläuterte Peter Günther vom Bauamt. Deutlich wurde, dass die Kommunalpolitiker jetzt gefordert sind, wenn sie ihrem Ort mehr Profil geben wollen.

"Wenn man nicht weiß, in welche Richtung man sich entwickeln will, nutzen die besten Pläne nichts - hier sollten die Leute vor Ort ihre Vorstellungen klar äußern", betonte der Bauamtsexperte. Dazu seien auch Gespräche mit Grundstückseigentümern und Investoren notwendig. Unklar ist noch, ob sich tatsächlich ein Discounter auf dem Gelände des Matratzenhandels ansiedelt. Grundstückseigentümer ist der Besitzer der Schiffswerft. Der aktuelle Stand: Auch nachdem der Investor die Überschwemmungsproblematik mit einem Gutachter erörtert hat, besteht Interesse an einem solchen Bau. Doch nach den derzeitigen Plänen ist das Grundstück für die vorgesehene Bebauung zu klein.

Ob und inwieweit es zu Änderungen der Pläne kommt, wird auch Diskussionsgegenstand im Ortsbeirat sein. "Brauchen wir denn überhaupt einen Discounter? Könnte man auf dem Gelände der alten Schiffswerft nicht auch ein Hotel errichten?", waren Fragen, die Ortsvorsteher Hans Metternich in die Runde warf, die aber nicht weiter erörtert wurden.

Was den Wohnpark im Umfeld des Arp Museums angeht, so sollen hier laut Beschluss des Bauausschusses nicht mehr, wie ursprünglich vorgesehen, neun neungeschossige Häuser in U-Form entstehen, sondern maximal sechs mit geringerer Höhe. "Die niedrigere Höhe trägt dazu bei, dass sich die Gebäude nicht zu stark von der übrigen, nur zweieinhalbgeschossigen Wohnbebauung absetzen", argumentierte Günther.

Ob ein Fußgängerüberweg über die B 9 zum Arp Museum eingerichtet wird, klärt Remagens Bürgermeister Herbert Georgi zurzeit mit dem Wirtschaftsministerium des Landes, wie Metternich bekannt gab. An Beschlüssen fassten die Ratsmitglieder folgende: Um Besuchern einer orthopädischen Praxis einen unbeschwerlicheren Zugang zu ermöglichen, soll die Bushaltestelle "Lehranstalt" um 200 Meter in Richtung Süden verlegt werden. Außerdem unterstützt der Rat den Antrag der SPD, im Bandorfer Gebiet "Am Krummen Morgen" einen Kinderspielplatz zu errichten. Die mit Efeu bewachsenen Grünanlagen entlang der B 9 zwischen Rheingasse und Pferdeweg sollen nicht mit Rasen eingesät und bepflanzt, sondern öfter zurückgeschnitten werden.

Noch vor dem Einstieg in die Tagesordnung bewegte das Thema Bahnlärm die Gemüter. Unerträglich ist für viele Oberwinterer der Krach geworden, seit die Bahn AG ihren Güterverkehr vornehmlich auf die linksrheinische Trasse verlegt hat. "Ich höre nur noch mit dem Kopfhörer Fernsehen", beschwerte sich ein Anwohner. Jetzt soll sich die Stadtverwaltung um einen kompetenten Gesprächspartner bei der Bahn bemühen, der die Situation vor Ort in Augenschein nimmt. Zudem will sich der Ortsbeirat des Stadtteils der Sache in einer Sondersitzung widmen. (jus)

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus unserem Archiv.
Die darin enthaltenen Informationen könnten inzwischen überholt sein!

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