WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

WDR LOKALZEIT Bonn:
Video vom 07.07.08 
mehr...

Archiv / Aktuelles 2005-2011 / Veröffentlichungen 2005-2011 / BPlan Am Römerhof
 

Bebauungsplan „Am Römerhof“

Droht Passivhaus die „ewige Finsternis“?

Anwohner schlagen Kompromiss zur Bebauung vor

    drucken    

Die Planungen für den Bau einer großen „Stadtvilla“ im Neubaugebiet an der Straße „Am Römerhof“ bereiten den unmittelbar angrenzenden Eigenheimbesitzern große Sorgen. Mit einer Eingabe haben sie sich jetzt an den Bürgermeister und die Fraktionen im Stadtrat gewandt. Bei einem Ortstermin mit der WählerGruppe Remagen e.V. erläuterten die betroffenen Familien den beiden Ratsmitgliedern Ute Kreienmeier und Dr. Peter Wyborny die folgenschweren Auswirkungen für ihre auf Energieeinsparung ausgerichteten Eigenheime. „Unserem Passivhaus droht die ewige Finsternis“, befürchten Anja Kürsten und Martin Dries erhebliche Konsequenzen, wenn beispielsweise vor ihr neu errichtetes Architektenhaus eine weitere 13 Meter hohe „Betonfront“ in Form eines Sechs-Parteienhauses die Sonne wegnehmen würde.

Vor vier Jahren hatten mehrere Familien hier Grundstücke gekauft und bei der Wahl ihres Haustyps auf Planungsvorgaben vertraut, wonach im gesamten Baugebiet „Am Römerhof“ eine Bebauung als Ein- bis Zweifamiliehaus oder im Reihenhausstil stattfinden würde. Nachdem nun in den letzten Wochen bereits das erste große Sechs-Parteienhaus als Rohbau „hochgezogen“ worden ist, bemüht sich die BauGrund als Entwicklungsträger jetzt darum, in südlicher Ausrichtung einen weiteren massiven Baukörper als sogenannte „Stadtvilla“ direkt an der Römerstraße zu platzieren. Annett und Uwe Rauschenbach verstehen daher die Welt nicht mehr: „Wir mussten bei einer Firsthöhe von aktuell 6,94 Meter unsere Trempelhöhe um 19 Zentimeter reduzieren“, erklärten die Bauherrn die Auflagen, die sie selber von der Bauverwaltung erhalten hatten. Nicht nur, dass ihnen diese Auflagenerfüllung zusätzliche 3.000,- Euro gekostet hat. „Wir können nicht nachvollziehen, warum heute neben uns ein Haus von 13,00 Meter Höhe gebaut werden soll und bei uns vorher eine Firsthöhe von knapp über 7,00 Metern schon 19 Zentimeter zuviel waren“. Ob die Familie ihre bereits angeschafften Sonnenkollektoren überhaupt noch auf dem Dach montieren wird, erscheint da mehr als fraglich.

Für die alarmierten Anwohner in der Gottfried-Wilhelm-von-Leibniz-Straße ist völlig unverständlich, wie es überhaupt zu den Planungen einer dreigeschossigen „Stadtvilla“ an dieser Stelle kommen konnnte. So wurde im Ortstermin über die Begründung zum Bebauungplan aus dem Jahre 2003 diskutiert, wo wörtlich nachzulesen ist: „In den Bereichen, die an die vorhandene Bebauung entlang der „Schillerstraße“ und der Straße „Am Römerhof“ anschließen, ist eine maximal zweigeschossige Bebauung zulässig, bei der allerdings das zweite Vollgeschoss nur im Dachraum unter Dachschrägen liegen darf. In Verbindung mit einer Begrenzung der Firsthöhe auf max. 9,0 m wird dadurch einerseits die 1-2geschossige Bebauung entlang der Straße „Am Römerhof“ aufgenommen, anderseits soll so eine Verschattung der rückwärtigen Gartenbereiche der Bebauung entlang der Schillerstraße verhindert werden“. Die beiden Familien appellieren daher an Verwaltung und Politik, dass als Kompromiss auf dem bisher noch nicht vermarkteten Baugrundstück statt der klotzigen Stadtvilla mehrere Einfamilienhäuser oder auch Doppelhäuser gebaut werden sollten. Das würde eine Verschattung ihrer Häuser und anderer Nachbarhäuser deutlich reduzieren.

Die Fraktion WählerGruppe Remagen will das Anliegen der betroffenen Anlieger aufnehmen und unterstützen. „Es kann doch nicht gewollt sein, dass wir über unstimmige Vorgaben im Bebauungsplan ein Passivhaus oder Sonnenkollektoren von der Sonne abschneiden und kalt stellen“, setzen sich Ute Kreienmeier und Dr. Peter Wyborny für Energie einsparendes und klimafreundliches Bauen im Baugebiet am Römerhof ein. Sie wollen sich deshalb dafür stark machen, dass der Entwicklungsträger über eine Vereinbarung mit der Stadt an dieser Stelle auf den Bau einer „Stadtvilla“ verzichtet. Sollte eine freiwillige Vereinbarung zwischen Stadt und Entwicklungsträger nicht möglich sein, so will die WählerGruppe auf eine entsprechende Änderung im Bebauungsplan hinwirken. Dass auf Seiten der Verantwortlichen bereits eine hohe Flexibilität bei der Durchführung des Bebauungsplans besteht, das haben die Anwohner in der Vergangenheit bereits miterleben können. So sei ursprünglich im Bebauungsgebiet geplanter Parkraum problemlos in Bauplätze umgewidmet worden. Kreienmeier und Wyborny gehen deshalb davon aus, dass sich Stadt, Politik und Entwicklungsträger rasch über die nötigen Korrekturen verständigen können.

 

Impressum WählerGruppe Remagen e.V. Diese Seite Weiterempfehlen