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Leserbrief von Dr. Jörg Roßberg, Remagen:
„Bannforst in der Gemarkung Remagen und Umgebung?
Ein neuer Feudalismus des „Zaunkönigs als Kopie mittelalterlicher Lebensformen?
Frank H. Asbeck, Bürger der Stadt Bonn, bekannt wegen seiner egozentrischen Eskapaden hat Zeit zum Nachdenken. Im Kampf David gegen Goliath zog er zunächst den Kürzeren. Die Baustops auf Calmuth und Dungkopf sind vorläufiger Höhepunkt einer unerträglichen Geschichte. Geschickt nutzte er bisher die Macht des Faktischen für seine Zwecke aus. Auf Drängen der WählerGruppeRemagen (WGR) haben die Behörden endlich reagiert: Die Baumaßnahmen sollen jetzt in rechtlich geordnete Bahnen verlaufen.

ehem. Basaltsteinbruch Dungkopf bei Remagen-Unkelbach
Seine Baumaßnahmen in Calmuth und Dungkopf wurden bisher nicht kontrolliert. Er zäunt den Wald ein und errichtet riesige Hallen. Ein mächtiges Tor versperrt seit kurzem den Weg zum Remagener Stadtwald. Und alles ohne Genehmigung! Auch in Bonn-Plittersdorf ließ er beispielsweise einen ungenehmigten Zaun errichten. Durch Zahlung einer für ihn geringen Strafe von ca. 9000 Euro konnte er den Zaunbau nachträglich legalisieren! Auch die Verpachtung der Remagener Eigenjagd durch Bürgermeister Herbert Georgi an Frank H. Asbeck ist meiner Meinung nach nicht rechtens. Benachbarten Revierpächtern macht der Bauherr derzeit verlockende Angebote. Sie sollen ihre Pacht an ihn verkaufen. Nach meinen Informationen will Frank H. Asbeck schätzungsweise 1600 Hektar stadtnahes Gelände unter seine totale Kontrolle bringen. Herzstück ist und bleibt der ca. 110 Hektar große und wertvolle Stadtwald von Remagen in nächster Nähe zu seinem „Schloß Calmuth.
Frank H. Asbeck hat Vertrauen verspielt. Sein Vorgehen sorgt nicht nur im Stadtrat, sondern bei Jägern, die mich angesprochen haben, für großes Unbehagen. Auch der Remagener Eifelverein sorgt sich um die drohende Einzäunung des Areals am Dungkopf. Bei der Einweihung der Dietrichshütte im März 2010 wurde auf den Kampf der Bürger für die Sicherstellung des uneingeschränkten Waldbetretungsrechtes hingewiesen. Es ist noch gar nicht lange her, wo vermögende Bürger aus Köln und Bonn ihren Privatwald auf den Rheinhöhen umzäunt haben. Damit war der Wald der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Dies widersprach nicht nur dem Wunsch der ansässigen Bürger den Wald jederzeit zu betreten, sondern auch den Zielen des Fremdenverkehrs damals schon! Freie Waldbegehung und Ausübung des Jagdrechtes für Jedermann sind seit Weimar Errungenschaften unserer bürgerlichen Demokratie.
In der Zeit der Kaiser und Könige, des Adels und der Kirche im Mittelalter gab es den so genannten „Bannforst oder „Wildbann. Allein den Mächtigen stand das Jagdrecht zu und sie übten gleichzeitig die Waldaufsicht aus. Danach wären die Remagener nur ein Störfaktor beim Ausüben der Jagdpassion und anderer Aktivitäten des neuen Herrn von „Schloß Calmuth. Wie ich es kommen sehe, werden wir dann vom Wald ausgesperrt. Das dürfen wir nicht zulassen. Die Bautätigkeiten in Calmuth und Dungkopf sind in rechtlich geordnete Bahnen zu lenken. Politik und Verwaltung müssen unverzüglich ein Handeln nach Recht und Ordnung sicherstellen. Ansonsten geht der Glaube an die Rechtsstaatlichkeit unserer Demokratie weiter verloren. Der gesamte Stadtrat sollte ungeschminkt die Interessen seiner Bürger wahrnehmen: Keine Sonderrechte für Frank H. Asbeck, der Stadtwald gehört den Bürgern von Rema und muss es bleiben, das freie Waldbetretungsrecht muss bleiben, die Eigenjagd der Stadt muss neu ausgeschrieben werden, nur Remagener Bürger dürfen den Zuschlag für die Eigenjagd erhalten und der Zaun muss weg. Einen Prominentenbonus durch Politik und Verwaltung für Frank H. Asbeck darf es nicht geben: Gleiches Recht für alle Bürger.
Dr. Jörg Roßberg , Remagen am 10.04.2010
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