WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Ortsbegang der WählerGruppe

Bau eines Mobilfunksendemasten in Oberwinter

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Aufmerksame Waldbesucher und die Anwohner auf der Oberwinterer Rheinhöhe werden es am Baustellenverkehr schon bemerkt haben: Auf der Waldheide haben die Bauarbeiten für einen 36 Meter hohen Mobilfunksendemast begonnen. Standort ist ein städtisches Waldgrundstück neben dem alten Wasserhochbehälter am Berschberg, das ungefähr 200 Meter von der Bebauung auf der Rheinhöhe entfernt liegt. Mobilfunksendeanlagen sind in der Nähe von Wohngebieten heftig umstritten, weil nach Meinung von Experten im Umkreis von 400 Meter ein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch Strahlungsbelastungen bestehen soll. „Meistens erfahren die Nachbarn erst dann von der Errichtung einer Sendeanlage, wenn der Bautrupp anrückt“. So jedenfalls brachte Ortsbeiratsmitglied Christian Stein jetzt bei einem Ortsbegang der WählerGruppe Remagen e.V. die Verärgerung mancher Anwohner über die mangelhafte Informationspolitik der Stadtverwaltung auf den Punkt.

Vom Bau der Anlage erfuhren betroffene Anwohner überhaupt erst durch ihren Immobilienmakler bzw. über ein geplatztes Immobiliengeschäft für ein Wohngebäude, das sich im Umkreis der geplanten Anlage befindet. „Während die Stadtverwaltung fast wöchentlich im Amtsblatt eine Presseinformation zum Stand der Bauarbeiten an der Remagener Rheinpromenade herausbringt, hüllt sie sich bei der Mobilfunksendeanlage in Oberwinter bisher in Schweigen“, wundern sich daher die Mitglieder der WählerGruppe, als sie inmitten des kleinen Kahlschlages im alten Buchenbestand bereits die frische Bodenplatte samt Eisenfundamentierung für den Masten vorfinden.  „Innerhalb der nächsten Wochen soll die Anlage bereits fertig montiert sein“, bestätigte Stadtratsmitglied Ute Kreienmeier Informationen aus dem Bauamt.

Der Ortsbeirat Oberwinter hatte sich bereits in 2006 mit dem Bauantrag des Betreibers 02-Germany beschäftigt. Nachdem er den Standortvorschlag auf dem Birgeler Kopf abgelehnt hatte, schlug das Gremium als Alternativstandort den alten SWR-Sendemasten vor. Dieser Standort erschien jedoch dem Betreiber, der mit seiner Anlage die drahtlose Telefonie in den „Funklöchern“ Bandorf und Unkelbach verbessern will, als nicht geeignet. Als Kompromiss wurde dann der Standort auf dem städtischen Grundstück neben dem alten Wasserhochbehälter ausgewählt, gegen den die Ortsbeiratmitglieder in ihrer Sitzung am 30.08.2006 einstimmig keine Einwände erhoben. Ortsbeiratsmitglied Christian Stein, im Hafenort bekannt als kritischer Begleiter der Sendemastanlagen sowohl im Kirchturm der St. Laurentius Kirche als auch auf der ehemaligen Möbelfabrik, war der Vorgang noch nicht bekannt, da er erst später in 2007 für die WählerGruppe in den Ortsbeirat nachgerückt ist.

Neues „02-Projekt“ in Remagen Kernstadt

Sorge bereitet der WählerGruppe auch, dass es sich bei dem Kahlschlag und Bau des Sendemastes erneut um einen von Kreis und Stadt genehmigten Eingriff in das FFH-Schutzgebiet zwischen Oberwinter und Rolandsbogen handelt. Die Rheinhänge zwischen Oberwinter und Rolandsbogen seien seit 2005 von der Europäischen Union (EU) nach der EU-Richtlinie „Fauna-Flora-Habitat-Gebiete“ (FFH) großräumig unter europäischen und damit auch rheinland-pfälzischen Schutz gestellt worden. „Auf der anderen Rheinseite im Naturschutzgebiet Siebengebirge lehnen die zuständigen Behörden in NRW die Errichtung von neuen Sendemasten seit Jahren konsequent ab, obwohl auch dort „Funklöcher“ zu stopfen wären“, berichtete Ute Kreienmeier zum unterschiedlichen Vorgehen der Behörden jenseits der Landesgrenze. Hier in Remagen drohe der Eingriff in wertvolle Schutzgebiete mit europäischen Schutzstatus dagegen mittlerweile zum Markenzeichen der Stadt zu werden, so die WählerGruppe. Ortsbeiratsmitglied Christian Stein bittet daher auch die Bevölkerung um Unterstützung, „dass die einzigartige Rheinlandschaft als unser wichtigstes Wirtschaftskapital für den Tourismus erkannt und bewahrt wird“.

Am Bau der Mobilfunksendeanlage in Oberwinter werde allerdings kaum mehr zu rütteln sein. Allerdings steht aktuell in dieser Woche ein weiteres „02-Projekt“ für den Bau einer Sendeanlage auf der Tagesordnung des Ortsbeirates in der Kernstadt Remagen. Dort könne die Stadt durch bessere Information der Öffentlichkeit von vornherein viele Probleme vermeiden, so die Forderung der WählerGruppe Remagen.


 

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