WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Asbecks Zaunbau geht weiter

„Bauaufsicht hat die Lage nicht unter Kontrolle“

 

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WGR fordert auch Baustopp für Außenanlagen im Calmuth-Tal

Die WählerGruppe Remagen (WGR) beklagt, dass die zuständigen Bauaufsichten von Stadt, Kreis und Land auch gut zwei Wochen nach dem Baustopp am Dungkopf die „illegalen Bau- und Einzäunungsmaßnahmen“ im Außenbereich des Forstbetriebes Asbeck/Calmuth-Tal noch immer nicht unter ihre baubehördliche Kontrolle bringen konnten. „Während uns die Präsidentin der SGD-Nord, Dagmar Barzen, noch am Freitag mitteilen ließ, dass kein fachaufsichtlicher Handlungsbedarf gesehen würde, hat der »Remagener Zaunkönig« Frank Asbeck seine Arbeiterkolonnen längst vom Dungkopf ins Calmuth-Tal beordert, die dort seit Mitte dieser Woche ebenfalls kräftig mit dem Bau ungenehmigter Zäune beschäftigt sind“, beklagt Stadträtin und Försterin Ute Kreienmeier. Wie von Asbecks Bauleuten vor Ort zu erfahren war, werden gerade über 3 Kilometer Stahlgitterzäune für ein Wildgehege im Calmuth-Tal am Jagdschloss errichtet. Mit einem weiteren Eilantrag will die WGR nun erreichen, dass die ungenehmigten und unkontrolliert ablaufenden Bauarbeiten auch dort durch Verfügung der Bauaufsichtsbehörde gestoppt werden.

Remagen.  Am Montag beschäftigt sich der Remagener Stadtrat auf Antrag der WGR-Fraktion mit den Vorgängen im Calmuth-Tal und erhofft Klarheit über die eingeschlagene Marschrichtung der Behörden. Was das bauaufsichtliche Verfahren der Kreisverwaltung betrifft, ist sich die WählerGruppe Remagen zurzeit alles andere als sicher über deren Erfolg: „Entweder veranstalten die Baubehörden nur ein »Schattenboxen« als Spektakel für die Öffentlichkeit“, fragt sich die WGR-Fraktionsvorsitzende Kreienmeier. „Oder aber der »Bonner Sonnenkönig« tanzt allen Behörden auf der Nase herum“, zweifelt die Stadträtin zumindest an der Effektivität und Wirksamkeit des bisherigen Behördenauftritts.

Die besorgte Unkelbacher Bevölkerung fragt sich unterdessen, ob der Zaun um „ihren“ Dungkopf von Asbeck alsbald wieder zurückgebaut werden muss. Der WGR liegen hierzu erste Informationen vor, wonach die Behörden als „Kompromiss“ die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit der begonnenen ungenehmigten Einzäunung um das 34 Hektar große Naherholungsgebiet „Dungkopf“ nachträglich über die Genehmigung eines Wildgeheges als „privilegierte Landwirtschaft“ im Sinne des § 35 Abs. 1 Nr. 1 Baugesetzbuch herstellen wollen.

 

„Wie Demarkationslinie im Kalten Krieg“

„Also doch ein Wildgehege für die Anzucht von jagdbarem Wild statt ein Naherholungsgebiet für die Menschen“, spielt Ortsbeiratsmitglied Udo Müller auf gegenteilige Stellungnahmen des Solarunternehmers an. In einer Bonner Boulevardzeitung hatte Waldbesitzer Asbeck den Gedanken eines Wildgehegebetriebes jedenfalls noch weit von sich gewiesen. Von Einzäunung des Geländes und einer Muffelwidderzucht könne keine Rede sein, so Asbeck noch damals: „Das ist völliger Quatsch. Ich freue mich, wenn Menschen dort spazieren gehen wollen.“ Die beiden Spaziergängerinnen mit Hund an der Leine, die das WDR-Team bei ihren Filmaufnahmen am Dungkopf antrafen, empfanden Asbecks Zaun vor ihrem Spazierweg eher als eine „Demarkationslinie wie im Kalten Krieg“. Was schließlich auch aus den naturschutzrechtlichen Belangen im Steinbruch wird, zum Beispiel dem Schutz des Lebensraumes der seltenen Geburtshelferkröte, das entscheidet sich in der Prüfung nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung. Nach Auskunft der zuständigen Kreisverwaltung Ahrweiler werde das Bauvorhaben zurzeit durch die verschiedenen Fachstränge des Landkreises geprüft.

 

Freier Zugang zur „Goldgrube“

Durch den beantragten Baustopp auch für den Außenbereich im Calmuth-Tal will die WählerGruppe erreichen, dass noch eine mit den städtischen Gremien abgestimmte Entwicklung unter Berücksichtigung der Interessen von Tourismus und Erholung greifen kann, bevor Asbeck wieder „Fakten geschaffen“ habe. Kilometerlange Zäune in unseren Wäldern seien kein Renommee für den Tourismus in der Stadt. Was die Anlage eines Wildgeheges direkt um das Jagdschloss betrifft, hat die WählerGruppe dagegen keine grundsätzlichen Bedenken. „Ich kann die Freude durchaus nachvollziehen, wenn Frank Asbeck im Herbst gerne auf der Wiese vor seinem Herrensitz dem Hirschröhren aus dem Schaugehege lauschen will“, sieht Försterin Kreienmeier durchaus reichlich Gestaltungsspielraum der öffentlichen Hand für die Wünsche des Hobbyjägers. „Wir wollen aber weiterhin frei zugängliche Wanderrundwege durch die Calmuth, ohne das jetzt vorhandene Routen ersatzlos vor Stahlgitterzäunen enden und der Rundweg zum Stadtwald »Goldgrube« versperrt wird“, beschreibt Kreienmeier öffentliche Rahmenbedingungen für eine Genehmigung aus Sicht der Stadt Remagen.

Dungkopf Zaunbau Asbeck Steinbruch Siebengebirge Verkehrssicherung

Die WDR-Lokalzeit Bonn verschaffte sich am Dungkopf einen Eindruck – links im Bild an der »Demarkationslinie« am Dungkopf während der Filmaufnahmen am Freitag. Rechts die naturverträgliche und angepasste Einzäunung von Steinbruchkanten im Naturschutzgebiet Siebengebirge. Drei Drahtseile bis in 1,30 Meter Höhe reichen beispielsweise am viel belaufenen Dornheckensee als Standard aus.

 

 

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