WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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WählerGruppe (WGR) besichtigt Baustelle an der Rheinpromenade

„Lieber zwei Mal Hochwasser
als einmal dieses Chaos“

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Der nächste Bauausschuss am 22. April soll die Ausschussmitglieder mit Stadt, Bauleitung und Vertretern der bauausführenden Firma Strabag auf der sog. «Pannenpromenade» zum Ortstermin zusammenführen. Mit diesem Antrag schlägt die Fraktionsvorsitzende der WählerGruppe Remagen (WGR) Ute Kreienmeier der Stadtverwaltung gemeinsame Schritte aus der „andauernden Baustellenkrise“ vor. Sie reagiert damit gleichzeitig auf erneute Mängel, die bei einer eingehenden Ortsbesichtigung der laufenden Sanierungsmaßnahmen festzustellen sind.

So hatte der frisch gewählte Ortsvorsteher-Kandidat Dr. Peter Wyborny seine Fraktionskollegin Ute Kreienmeier, die beiden Bauexperten Oswald Risch und Dirk Meyer sowie Udo Müller als stellvertretendes Bauausschussmitglied zu einem fachlichen Austausch über die Baustellenpromenade eingeladen. Zwischen aufgestapelten Steinen, Baumaschinen und -zäunen sowie inmitten zahlreicher Promenadengäste und Schaulustiger konnten die Vertreter der WählerGruppe dabei gleichzeitig Eindrücke sammeln, wie sich der Baustellenbetrieb während der Ostertage auf die Gastronomie auswirkte. Trotz aller Mängel nutzte die Gruppe den herrlichen Sonnenscheinen auch selber dazu, bei einem Kaffee oder kaltem Getränk die „schon aufblitzende Schönheit und den neuen Glanz der Riviera am Remagener Rhein“ zu genießen. „Wenn wir die Baustellenphase endlich überwunden haben, dann ist das hier Remagens gute Stube“, freut sich der designierte Ortsvorsteher Wyborny auf ein Ende der Bauarbeiten.

„Einsamer Rufer“

Ausschussmitglied Oswald Risch berichtete angesichts der seit August letzten Jahres bekannten Missstände mit Unverständnis über die monatelange Tatenlosigkeit der Stadtverwaltung. Schon nachdem die ersten 100 Quadratmeter Pflasterarbeiten mangelhaft verlegt waren, hatte Risch als „Mann der Praxis“ die Bauverwaltung sofort auf die „unhaltbaren Missstände“ hingewiesen und mit Nachdruck auf sofortiges Einschreiten gedrängt. „Ohne wirklichen Erfolg“, so Risch. Die „Baufachleute“ der Stadt hätten sich damals der erkennbaren Mängel nicht annehmen wollen, weil sie die Endabnahme abwarten wollten, bedauerte er und fasste als Ergebnis zusammen: „Damit war das Kind in den Brunnen gefallen!“ Weil sich Risch mit seinem fachlichen Vorbringen ebenso bei seinen ehemaligen Parteifreunden von der Freien Bürgerliste (FBL) zu lange „als einsamer Rufer“ fühlte, hat der Oedinger Baufachmann mittlerweile der FBL den Rücken gekehrt und engagiert sich zukünftig in der WählerGruppe Remagen e.V. (WGR).

„Ungünstige handwerkliche Lösungen“

Aus dem Blickwinkel des Baufachmanns versuchte Dirk Meyer im Ortsbegang die Qualität der durchgeführten Sanierungsmaßnahmen unter die Lupe zu nehmen. „Jeder Gutachter findet hier rasch mehrere Dutzend Punkte, die mängelbehaftet sind“, erklärte Meyer als Bauexperte und Stadtratskandidat der WählerGruppe. Das sei aber eine „durchaus normale Situation“ auf jeder Baustelle wie der Rheinpromenade, wenn ein Sachverständiger herbeigerufen würde. Mit Feststellungen wie „Kantenüberstände“, „ungleiches Fugenbild“, „abgeplatzte Kanten“ und ein teilweise „unharmonisches Pflasterbild“ schwankte sein Urteil zwischen „ungünstiger handwerklicher Lösung“ bis „hässlicher Mangel“, wie zum Beispiel das Versäumnis, die scharfe Schnittkante der Platten durch einen Fasenschnitt“ optisch gefälliger zu machen. Bei der Pflasterung vor dem neu aufgestellten Pavillon der „Köln-Düsseldorfer“ kannte das Urteil des Fachmanns allerdings kein Pardon: „Die neu verlegte Fläche ist miserabel und muss noch einmal aufgenommen werden!“, so Meyer. „Wenn die Stadt jetzt nicht eingreift, scheint die Bauausführung auf der Promenade insgesamt zweite Wahl zu werden“, befürchten Dirk Meyer und Oswald Risch einhellig. Dem Bauausschuss empfehlen die Experten daher auch der Frage nachzugehen, wo bisher die Kontrolle war, als die mangelhaften Leistungen nachgebessert wurden. Und wenn es eine Kontrolle gab, warum trotzdem weiterhin so schlecht weitergearbeitet wurde.

„Alten Römer konnten es besser“

Alles andere als glücklich über die anhaltenden Baustellenarbeiten sind auch die beiden Gastronomen Gino und Franco Fellini. Die beiden Unternehmer, die seit vielen Jahren gegenüber vom neuen Caracciola - Platz ein bekanntes Restaurant betreiben, schlossen sich rasch der Ortsbegehung an. „Lieber zwei Mal ein Hochwasser als einmal dieses Chaos“, meinte einer der vom Hochwasser des Rheins schon Leid geprüften Brüder. „Demnächst sind die Platten direkt vor dem Restaurant wieder dran, aufgehoben zu werden“, hoffen die beiden auf einen raschen Fortschritt bei der Sanierung der Pflasterung. Bis zum 30. April und „Rhein-in-Flammen“ scheinen zumindest Chancen zu bestehen, dass zumindest der Caracciola - Platz erst einmal fertig saniert sein könnte. „Die alten Römer konnten es besser!“ fügten die beiden Fellinis schließlich augenzwinkernd und nicht ohne Hoffnung auf eine glanzvollere Zukunft der Remagener Rheinpromenade hinzu.

 

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