WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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WGR fordert den Bürgermeister aus dem Urlaub zurück:

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Neubau des Bauhofs Remagen:
„Rohbau fertig - Dachstuhl vergessen“

Der Neubau des Remagener Bauhofs steht nach Ansicht der WählerGruppe Remagen nach der Kostenexplosion vor der Sommerpause weiterhin unter keinem guten Stern. „Der Rohbau ist fertig, aber ein Dach ist nicht bestellt“, hat Bauexperte Oswald Risch jetzt unverständliche Mängel in der städtischen Bauplanung festgestellt. Noch in der alten Wahlperiode hatte Bürgermeister Georgi mit dem Argument eines raschen Baufortschritts die Genehmigung der Kostensteigerung im Stadtrat „durchgepeitscht“ und wegen des Zeitdrucks die Maßnahme nicht mehr grundsätzlich auf den Prüfstand stellen lassen“, so die Ratsmitglieder Ute Kreienmeier, Dr. Peter Wyborny und Dr. Jörg Roßberg. „Jetzt stellt sich heraus, dass noch nicht einmal der Auftrag für den Dachstuhl unter Dach und Fach ist“, fühlen sich die Vertreter der WählerGruppe hinters Licht geführt. Um weiteren Zeitverzug und Mehrkosten abzuwenden, fordern sie den Bürgermeister aus seinen Urlaub an den Schreibtisch zurück, um die zuständigen Gremien unverzüglich einzuberufen.

Wie Bauexperte Risch festgestellt hat, ist der Rohbau der Betriebshalle bereits seit Mitte Juli fertig. „Der Bauunternehmer ist abgezogen, aber der Zimmerer kann nicht kommen, weil nicht rechtzeitig ein Auftrag erteilt wurde“, so Risch weiter. Nicht zuletzt auch wegen der Verschiebung der konstituierenden Ratssitzung und Berufung des neuen Bauausschusses müsse die Auftragsvergabe für Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten nun bis mindestens zum 17. September warten, wenn Georgi nicht vorher tätig würde. „Selbst nach der Vergabe braucht die Produktion des Dachstuhls noch rund vier Wochen bis zur Fertigstellung“, gibt Risch zu bedenken. Damit die Halle noch rechtzeitig vor dem Winter geschlossen werden kann und um weitere Kosten durch unnötige Bauverzögerungen abzuwenden, fordern nun die Ratsmitglieder der WählerGruppe den Bürgermeister auf, seinen Urlaub abzubrechen, die Hausaufgaben zu erledigen und unverzüglich den Stadtrat für die dringend anstehenden Entscheidungen zu einer (Sonder-)Sitzung zusammenzurufen.

Schwimmbad im Bauhof?

„Wenn man ein Haus plant, plant man auch einen Dachstuhl. Und wenn der Rohbau fertig gestellt ist, setzt man schnellsten das Dach darauf, damit der Bau trocken bleibt“, kritisiert der Oedinger Baufachmann die Planungen des Neubaus, die sich nach seiner Einschätzung immer mehr als „Schild-Bürgermeister-Streich“ entpuppen. Auf der einen Seite habe nach der Kostenexplosion von 1,4 auf 2,1 Mio. Euro beim Neubau eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe zusammengesessen und versucht, noch rund 100.000 Euro Kosten am Bau einzusparen. Auf der anderen Seite würden sich durch die Verzögerungen beim Dach nun wieder neue zusätzliche Kosten ergeben. So müsse das Baustellengerüst entweder bis zum Herbst stehen bleiben oder jetzt abgebaut und später wieder neu errichtet werden. Auch der Baukran müsse bis Fertigstellung des Dachstuhls stehen bleiben und koste täglich Geld. „Und sollte der Sommer und Herbst weiterhin so regnerisch bleiben, dann haben wir am Ende ein Schwimmbad im Bauhof. Da die gesamte Bodenplatte von unten (unnötig) isoliert sei, könnten Feuchtigkeit und Niederschlagswasser nicht nach unten entweichen“, wundert sich Risch darüber, dass man in Remagen offensichtlich den Boden der Fahrzeughalle komplett für teures Geld isoliert, dabei aber ganz nebenbei Bodenabflüsse für Wasser vergessen habe. Er befürchtet darüber hinaus, dass das feuchte Mauerwerk dann vor Frühjahr nicht verputzt werden kann und hohe Heizkosten für das Trocknen des Mauerwerks entstehen.

Ausführungsplanungen vorher offenlegen

Grundsätzliche Kritik übt die WählerGruppe auch daran, dass sich die Bauverwaltung trotz der Pleiten- und Pannenserie um Feuerwehrgerätehaus, Rheinpromenade und Bauhof immer noch weigere, dem Bauausschuss qualifizierte Detail- und Ausführungsplanungen vorzulegen. So war Risch beispielsweise angesichts von rd. 285.000 Euro Kosten für das zwischenzeitlich fertig gestellte Verwaltungsgebäude des Bauhofes davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Massivbau handele. Tatsächlich habe man aber eine „Pappbude“ im Trockenbau aus Holz mit Nasszellen aus einfachen Regibsplatten erstellt. „Nasszellen aus Regibs im Neubau sind sträflich“, so der Bauexperte der WählerGruppe. Hätte man darüber hinaus von Anfang an weitsichtiger geplant und das Verwaltungsgebäude in die Betriebshalle integriert, hätte man mindestens 100.000 Euro einsparen können, so die Einschätzung von Risch.

Die WählerGruppe Remagen wird sich deshalb im neuen Stadtrat dafür stark machen, dass auch die anderen Fraktionen im Bauausschuss zukünftig nur noch Auftragsvergaben zustimmen, wenn die Verwaltung vorab auch die Detail- und Ausführungsplanungen offenlegt. „Es kann doch nicht sein, dass der Bauausschuss Steuergelder für die Vergabe von Bauaufträgen in Millionenhöhe „durchwinkt“, ohne dass man sich vorher Klarheit über die Art der Bauausführung verschaffen kann“, so die Mandatsträger der WählerGruppe. Die grundsätzliche Kritik der WählerGruppe Remagen geht daher über die „Geheimniskrämerei“ von Bürgermeister und Bauverwaltung im aktuellen Fall „Neubau des Bauhofes“ hinaus.

 

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