WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

WDR LOKALZEIT Bonn:
Video vom 07.07.08 
mehr...

Archiv / Aktuelles 2005-2011 / Presseberichte 2006-2011 / Bellevue: Asbest im Schiffsschacht
 

Artikelarchiv vom 09.11.2007
        drucken

 

Asbest im Schiffsschacht


Entsorgung der Bellevue dauert - Noch mehr krebserregendes Material entdeckt - Streit um Finanzen

 

Die Entsorgung des mit Asbest belasteten ehemaligen Ausflugsschiffes "Bellevue" hat das Zeug zur unendlichen Geschichte.

OBERWINTER. Der einstige Glanz der "Perle von Oberwinter" ist zwar schon lange vergangen, doch noch immer ist das schrottreife Asbestschiff "Bellevue" auf dem Werftgelände in Oberwinter für Schlagzeilen gut. Denn entgegen ursprünglicher Planung ist die Entsorgung des ehemaligen Fahrgastschiffes noch immer nicht abgeschlossen.

 

Gründe hierfür sind ein neuerlicher Asbestfund im Wrack sowie vertragliche Differenzen zwischen der Entsorgungsfirma und der Werft- und Servicezentrum Mittelrhein GmbH, auf deren Gelände die "Bellevue" liegt.

 

Eigentlich sollten die Reste des Schiffes schon vor Wochen verschwunden sein. Die Arbeiten zur Entsorgung des Asbests waren bereits im August abgeschlossen, der weitere Rückbau des metallenen Schiffskörpers sollte damals nur einige Woche in Anspruch nehmen. Dennoch wartet heute noch rund ein Fünftel des Schiffes auf seine endgültige Entsorgung, wie Werft-Geschäftsführer Heinz Pauly gegenüber der RZ bestätigt.

 

Zu den Gründen für die Verzögerung nimmt die Kreisverwaltung Stellung: Beim Abwracken des Restteils sei vor einigen Tagen an einer vorher nicht einsehbaren Stelle in einem Abluftschacht eine weitere Asbestbeschichtung entdeckt worden. Daraufhin habe die Kreisverwaltung die Gewerbeaufsicht eingeschaltet, die wiederum die sofortige staubdichte Abschottung der rund zwei Quadratmeter großen Fläche anordnete.

 

"Folglich geht keine Gefahr von dieser Stelle aus. Im Übrigen gilt nach wie vor, dass vom gesamten Schiffswrack, das seit Jahren auf der Werft steht, keine Gefährdung ausgeht", betont Jürgen Kempenich, Pressesprecher der Kreisverwaltung.

Doch auch unabhängig vom überraschenden Asbestfund sind die Arbeiten am Schiffswrack seit kurzem ins Stocken geraten. Auslöser dafür sind vertragliche Differenzen zwischen Werft und dem Entsorgungsunternehmen aus Girkenroth. "Von der Werft kommt kein Geld", brachte es dessen Firmenchef Rolf Börstinghaus kurz auf den Punkt. Werft-Geschäftsführer Pauly wollte sich zum Streit nicht äußern, kündigte jedoch an, dass das Schiff noch in diesem Jahr vollständig entsorgt sein werde. Auch Börstinghaus stellte in Aussicht, die Entsorgungsarbeiten "nächste Woche peu à peu" fortzusetzen.

 

Eine Verständigung zwischen den Streitpartnern wird auch von dritter Seite angemahnt: Inzwischen macht die Kreisverwaltung Druck. Sie werde "die Restentsorgung des Asbestes sicherstellen und auf die Einhaltung der eigens für die Entsorgung des Schiffs abgeschlossenen Verträge bestehen", betonte Kreis-Sprecher Kempenich gegenüber der RZ. (peo)

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus unserem Archiv.
Die darin enthaltenen Informationen könnten inzwischen überholt sein!

 

Impressum WählerGruppe Remagen e.V. Diese Seite Weiterempfehlen