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Artikelarchiv vom 16.06.2007
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Discounter in der Kritik

Rolandseck: Pläne für Einkaufsmarkt umstritten

Riviera am Rhein oder Shoppingmekka? Auch in Remagens Stadtteil Rolandseck gibt es Pläne für einen Einkaufsmarkt am Rheinufer.

ROLANDSECK. In Rolandseck regt sich Protest. Pläne, einen Matratzenmarkt auf dem Werftareal abzureißen und dafür einen Einkaufsmarkt zu bauen, bringen Bürger und Teile der Politik auf die Palme. "Irgendwann kriegen wir die vierte und fünfte Frittenbude, dann ist das Ortsbild vollends verschandelt und Rolandseck tot", kommentiert Klaus Klein von der Initiative pro Rolandseck das Bauvorhaben. Die Stadt Remagen bearbeitet derzeit den Antrag eines Investors, der auf dem südlichen Teil des Werftgeländes einen Lebensmitteldiscounter mit 1200 Quadratmetern Grundfläche und 100 Stellplätzen errrichten will.

Gewerbefläche ausgewiesen

"Aus städtebaulicher Sicht ist die Entwicklung der Gewerbeflächen von hohem Interesse, damit hier nicht der Eindruck großflächiger Brachflächen entsteht", heißt es in einer Begründung der Stadtverwaltung zur beantragten Bauplanänderung. Bereits nach derzeitigem Stand lässt der Bebauungsplan eine gewerbliche Nutzung - in kleinerem Umfang - zu. Allerdings liegt die 0,6 Hektar große Fläche, die zur Disposition steht, im Überschwemmungsgebiet. Folglich müsste der Investor die eingeschossige Verkaufsfläche "aufständern", also auf Stelzen stellen. Kunden hätten ihre vollgepackten Einkaufswagen dann über Rampen zum Parkplatz zu schieben. Zudem müssen für den zusätzlich versiegelten Boden am Rheinufer Ausgleichsflächen geschaffen werden.
"Die Offenlage brachte die Lage des Grundstücks bei verschiedenen prüfenden Behörden in Bezug auf Wasserrecht und die Frage der Integration in die Kritik", teilt Peter Günther aus dem städtischen Bauamt mit. Auch auf das Einzelhandelskonzept, das Remagen wegen des geplanten Einkaufszentrums auf dem Bechergelände derzeit mit der Stadt Sinzig ausarbeitet, hätte der neue Markt Einfluss.

Klein, Wortführer von pro Rolandseck, versucht dem Bauvorhaben Einhalt zu gebieten. Er will das Werftgelände bis zum Oberwinterer Hafen zusammen mit einem Investor selbst entwickeln. Geldgeber für eine "vernünftige, an die Landschaft angepasste Bebauung" hat er nach eigenen Angaben bereits an der Hand. Von der Stadt fordert Klein Visionen und ein klares Konzept für Rolandseck, das mit Eröffnung des Arp-Museums mehr Touristen anziehen werde. An der notwendigen Infrastruktur mangele es jedoch erheblich.

In diese Kerbe schlägt auch Ute Kreienmeier im Namen der Wählergruppe Remagen. Sie nahm die Offenlage der Pläne zum Anlass, für das Areal "Werft Oberwinter Teilbereich Süd" bei der Stadt eine Veränderungssperre zu beantragen.

Museumsumfeld nutzen

"Soll Remagen sich als Standort für den Billigeinkauf profilieren oder sich ein touristisches Profil als Zentrum für Kunst und Kultur geben und das Umfeld von Arp-Museum, Hafen Oberwinter, Rheinpromenade und der Brücke von Remagen als Kernpunkte einer neuen ,Riviera am Rhein' herausarbeiten?", heißt es in ihrer Stellungnahme. Und weiter: "Antworten auf die Frage, wie das Umfeld des Arp-Museums städtebaulich und touristisch attraktiv weiterentwickelt werden kann, stehen derzeit noch aus."


Die sogenannte Offenlage, in der Bürger und Träger öffentlicher Belange Einwände äußern konnten, endete am 29. Mai. Nun wartet die Stadt Remagen auf eine Antwort vom Investor. Mit einer Fortsetzung des Verfahrens in den Gremien des Stadtrats rechnet Sachbearbeiter Peter Günther erst nach der Sommerpause. Nicole Mieding

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