WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Eine erste Zwischenbilanz: Remagen - Hochschulstadt mit Pfiff

"Wächst da was zusammen?"

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Sehr geehrte Professor/Innen und Mitarbeiter/Innen am RheinAhr Campus!

Sehr geehrte Remagener und Remagenerinnen!

der Vorschlag der WählerGruppe Remagen zur Stadtentwicklung hat -wie erwünscht- eine lebhafte Diskussion in der Stadt ausgelöst. Unsere Leitidee ist es, die Remagener Innenstadt zu einem gemischten Studentenviertel mit Altstadtcharakter umzubauen: Aus Häuser-Leerständen sollen zunächst mit öffentlicher Förderung Studentenwohnungen entstehen. Wenn dann die Studenten in der Stadt einziehen und wohnen, dann wollen sie im neuen Stadtquartier rund um die Marktstraße auch ihr "Bierchen" trinken und ausgehen. Studentenkneipen etc. werden in der Folge eröffnet - studentisches Flair und Events werden sich in unserer Stadt einstellen. Und das zieht - neben einer besseren vorgesehenen Anbindung der touristischen Alleinstellungsmerkmale an die Stadt - wiederum auch die Touristen in die Remagener Innenstadt, wodurch Gastronomie und ausgewählte Einzelhändler wieder eine neue echte Chance erhalten.

Von 2.700 Studenten keine 10% im Stadtgebiet

Zurzeit wohnen allerdings von dem Potenzial der rund 2.700 Studenten nicht einmal 10% im Stadtgebiet Remagen. Nach Auskunft des Einwohnermeldeamtes waren es in der zweiten Jahreshälfte 2008 gerade einmal 235 Studenten, die im gesamten Stadtgebiet gemeldet waren, davon 171 mit Hauptwohnsitz und 64 mit Nebenwohnsitz. Die Studenten beklagen sich, dass es in Remagen kein attraktives Wohnungsangebot gäbe. Das, was auf dem Markt ist, sei außerdem häufig überteuert (siehe auch Stimmen der Studenten im ausführlichen Bericht des Ahrtaler Wochenspiegel vom 04.02.2009 im Anhang).

Auch wenn das Wohnungsangebot für Studenten in der Stadt ganz offenbar Mangelware ist, sollte die Stadt nach unserer Ansicht jetzt nicht den Kardinalfehler begehen, erneut im Außenbezirk neben der FH ein weiteres Studentenheim mit 100 Wohnplätzen zu platzieren. Die entsprechende Initiative des Bürgermeisters halten wir für wenig zielführend. Die Isolation würde dadurch noch weiter verstärkt. Und die Chancen für eine Integration der Studenten in der Stadt sowie eine Ausnutzung der vorhandenen und sich ausweitenden Leerstände würden ausgelassen.

Das Campus-Gefühl, die Isolation aufbrechen!

Eines wird auch durch zahlreich eingegangenen Rückäußerungen unterstrichen: Die isolierte Lage des RheinAhr Campus als "Trabant" auf der grünen Wiese vor der Stadt ist das größte zu überwindende Hindernis. So bringt ein Fachmann aus Remagen u.a. einige Vorschläge in die Diskussion, die Hochschule selber mit ihren Einrichtungen stärker in die Innenstadt einzubinden.
Er schlägt vor, die Stadt könne ein Gebäude in der Innenstadt aufkaufen, z.B. das alte Verlagshaus eingangs der Marktstraße und als »Students´Union« aufmachen. Mit Bars und in dem dahinterliegenden großen Druckraum eine Disco etc. Zusätzlich könnte ein Teil der studentischen Service-Einrichtungen (Asta-Büro, Studienberatung und Dinge, die die Studenten tatsächlich aufsuchen müssen) in dieses Gebäude verlegt werden. Das würde in den Gebäuden am RheinAhrCampus zusätzlich Raum für die Lehre schaffen.
Gleichzeitig sollte die Stadt überlegen, der FH größere Räumlichkeiten in der Innenstadt zu vermitteln. Wenn auch die Lehre teilweise in die Stadt verlagert würde, könnte die Campus Isolierung aufgebrochen werden. Das ehemalige Postgebäude würde beispielsweise von der Lage und dem Raumpotenzial ein ideales Objekt sein. Man könnte so auch einen Teil der FH Verwaltung in die Innenstadt verlegen. Fazit der Stellungnahme : Das Campus-Gefühl, die Isolation aufbrechen!

Remagener Kommunalpolitik und RheinAhr Campus haben sich bislang (noch) nicht entdeckt!

Nach Abschluss der eigentlichen Gründungsphase haben sich in den vergangenen Jahren der RheinAhrCampus sowie die Remagener Kommunalpolitik (einschließlich Stadtverwaltung) ganz offensichtlich nicht sehr intensiv miteinander beschäftigt. Nennenswerte gemeinsame Projekte für Remagen, die sich im Stadtbild wiederfinden, wurden nicht gegründet. Beide Seiten waren offenbar zu stark mit anderen Aufgaben beschäftigt, um die auf der Hand liegenden gemeinsamen Interessen entdecken und formulieren zu können. Ganz in dieses Bild passt auch, dass wir uns seit Sommer letzten Jahres als WählerGruppe um einen Termin mit dem Dekan bemühen. Wegen der vielfältigen Verpflichtungen konnte uns aber die Hochschule bislang nicht die Gelegenheit geben, die Grundlinien unseres Konzeptes vorzustellen und zu besprechen. Um nun aus dem bisherigen "Nebeneinander" ein „Miteinander" zu finden, haben wir auf Stadtebene unser Konzept auch beim Moderator der Remagener Stadtgespräche eingebracht.

"Breit angelegte Kampagne"

Die bisher reservierte Haltung der Stadtverwaltung und der übrigen Ratsparteien zur "breit angelegten Kampagne" der WählerGruppe Remagen, so wie es dieser Tage in einer Pressemitteilung der Stadt hieß, darf man sicherlich vier Monate vor den Kommunalwahlen in unserer Stadt nicht überbewerten. Man bemüht sich, den Vorstoß der WählerGruppe als "Wahlkampfgeplänkel" abzutun. Nur: Ist es nicht gerade jetzt vor einer Wahl Aufgabe und Verpflichtung aller politischen Parteien und Gruppierungen, ihre Programme und Vorstellungen für die weitere Entwicklung der Stadt zu formulieren und bekanntzumachen? Wenn nicht jetzt - wann dann? Schließlich geht es in einer Demokratie ganz schlicht und einfach darum, mit seinem Konzept zu überzeugen und um eine Mehrheit dafür zu werben. Das gehört einfach zur funktionierenden und lebendigen Demokratie dazu!

Frage an den Bürgermeister

Wir möchten uns deshalb zum jetzigen Zeitpunkt auch gar nicht über die reservierte Haltung der Stadtverwaltung beschweren. An den Bürgermeister hat die WählerGruppe in Zusammenhang mit der Stadtentwicklung jedoch folgende Frage: Trifft es zu, dass die Stadt Remagen vom Land zurzeit keine Fördergelder für die Weiterentwicklung der Innenstadt erhalten kann, weil die Verwaltung das alte Stadtsanierungsprogramm nach 26 Jahren bis heute noch nicht abgerechnet hat?

Als Ergebnis unserer kleinen Zwischenbilanz möchten wir Sie alle heute bitten und ermuntern, überall dort, wo Sie beruflich in Verantwortung sind oder mit Verantwortlichen im Kontakt stehen, selber Fragen zu stellen und die Diskussion mit eigenen Ideen voranzubringen. Wenn man etwas verändern und bewegen will, dann braucht man viele Helfer!

Mit freundlichen Grüßen

Ute Kreienmeier

im Namen der Projektgruppe in der WählerGruppe
Dr. Hans-Gerd Höptner, Dr. Peter Wyborny, Udo Müller,
Dr. Jörg Roßberg, Wolfgang Marx und Dirk Kreienmeier

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