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RZ-Online Artikelarchiv vom 28.01.2009

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"Geld weg - Wald weg?"

 Zweifel am Verkauf des Remagener Stadtwaldes meldet dieser Leser an.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Sie haben uns bei Ihrer Antrittsrede 2003 versprochen, sorgsam mit den Ressourcen der Stadt umzugehen. Der Stadtwald soll verkauft werden, das steht wohl nicht mehr zur Diskussion. Wer wie Sie ein Wertgutachten erstellen lässt, ist mitten im Verkaufsprozess. Was treibt Sie zum Verkauf, welche Motive leiten Sie? Was wollen Sie mit dem Verkauf bewirken? Welchen Nutzen haben wir Bürger davon? Die Ungereimtheiten um das ehemalige Bechergelände, das Bauvorhaben in Brigel "Unkeler Weg" und "Alte Liebe" in Oberwinter, die neuesten Entwicklungen um die Rheinpromenade sind meines Erachtens Anlass genug, wachsam die Entwicklung um den Stadtwald zu verfolgen und zu hinterfragen. Ich frage mich zunehmend, ob die Angelegenheit auf dem richtigen Weg ist.

Der Stadtwald ist einmalig und in seiner Anlage etwas Besonderes, eben ein Filetstück. Ist er einmal verkauft, ist er für die Bürger in vieler Hinsicht verloren. Beispielsweise werden in Bad Neuenahr öffentliche Gebäude mit Holz aus dem eigenen Stadtwald beheizt - auch ein Modell für Remagen? Vielleicht sind wir einmal froh, in Krisenzeiten auf eigenen Wald zurückgreifen zu können. Oder kommt es so, dass wir von Herrn Asbeck das Holz zurückkaufen müssen? Der Vollblutunternehmer Frank Asbeck weiß, wie man Geld in unsicheren Zeiten anlegt: In Grund und Boden und Immobilien. Ich sehe Sie dagegen schon verkündigen: "Geld weg - Wald weg!" Meiner Meinung nach ist es doch längst beschlossene Sache, dass Sie den Wald verkaufen wollen. Viele Anzeichen signalisieren, dass die großen Fraktionen CDU, SPD und Bürgerliste den Verkaufsprozess befürworten. Dafür spricht deren auffallende Zurückhaltung im Meinungsbildungsprozess.

Der Entscheidungsprozess muss öffentlich nachvollziehbar sein. Es geht nicht um den Schutz der Privatsphäre eines Käufers, sondern um Belange des öffentlichen Interesses. Und das hat auch etwas mit Demokratie zu tun. Oder erwägen Sie vielleicht, den Wald über eine Eilentscheidung zu verkaufen, wie auch schon unter Ihrem Vorgänger, Bürgermeister Denn, gelegentlich praktiziert? Wenigstens der Unternehmer Frank Asbeck sagt, was er will. Das erwarte ich auch vom Bürgermeister und den Entscheidungsträgern im Stadtrat. Legen Sie die Karten auf den Tisch. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass aus fehlgeleitetem Interesse oder zum Schaden der Remagener der Stadtwald eventuell sinnlos verscherbelt wird.

Dr. Jörg Roßberg,

Remagen

 

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