WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

WDR LOKALZEIT Bonn:
Video vom 07.07.08 
mehr...

Archiv / Aktuelles 2005-2011 / Veröffentlichungen 2005-2011 / Initiative Bundesfreiwilligendienst
 

Für Bufdis ist Remagen noch ein „weißer Fleck“

WählerGruppe Remagen (WGR) fordert Initiative zum »Bundesfreiwilligendienst«

 

 drucken

Die Stadt Remagen soll eine Initiative zum »Bundesfreiwilligendienst« (Bufdi) ergreifen. Das beantragt jetzt die Fraktion WählerGruppe Remagen (WGR) in einem Antrag an Bürgermeister Herbert Georgi zur nächsten Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss sowie Stadtrat. Danach soll die Stadtverwaltung innerhalb der nächsten Wochen zunächst eine breit angelegte öffentliche Informationsveranstaltung zu den Möglichkeiten und Chancen des »Bufdi« durchgeführen, so die beiden Ratsmitglieder Ute Kreienmeier und Dr. Peter Wyborny. Gleichzeitig soll die Stadt in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich Einsatzmöglichkeiten definieren. „Die Stadt soll sich als Einsatzstelle für Bufdi’s anerkennen lassen“, sehen die WGR-Vertreter Chancen für die Stadt und fordern daher im Haushaltsplan 2012 entsprechende Mittel für »Bufdi-Stellen« einzustellen. Die zum Auftakt vorgeschlagene Informationsveranstaltung soll sich an interessierte Bewerber und Bewerberinnen für den »Bufdi« richten, aber ebenso an die Verantwortlichen in der Stadt einschließlich Politik und solche Institutionen und Vereine, die als weitere Träger von »Bufdi-Maßnahmen« in Frage kommen. Nach Informationen der WGR besteht die Möglichkeit, den Bundesbeauftragten für den Zivildienst, Herrn Dr. Jens Kreuter, und auch den für die Stadt Remagen zuständigen Regionalbetreuer des Bundesamtes, Herrn Klaus-Dieter Heyne, als fachkompetente Referenten und Ansprechpartner zu dieser Veranstaltung einzuladen.

 

„Weißer Fleck“ Remagen

 

Am 1. Juli 2011 hat der Bundesfreiwilligendienst den Zivildienst abgelöst. Obwohl er für die Städte und Gemeinden aufgrund des erweiterten Teilnehmerkreises und der vielfältigen Einsatzfelder eine große Chance bietet, das freiwillige Engagement in der Kommune zu fördern und die Freiwilligen für die gemeinwohlorientierten Tätigkeiten in der Kommune zu nutzen, haben die Stadt Remagen, aber auch die anderen Kommunen im Kreis Ahrweiler nach Kenntnisstand der WGR bisher noch keinen Gebrauch gemacht. Bis auf das Tierheim in Remagen sollen die Stadt Remagen und auch der Kreis Ahrweiler ein weitgehend „weißer Fleck“ auf der »Bufdi-Landkarte« sein. Das Verfahren und der Zugang haben sich verändert: Anders als beim Zivildienst, wo die Freiwilligen zugeteilt wurden, müssen sich die Arbeitgeber nunmehr aktiv um sie bemühen. Bevor ein Freiwilliger in einer Einrichtung einer Stadt im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes beginnen kann, muss allerdings zunächst klar sein, wo, auf welcher Grundlage und unter welchen Bedingungen er seine Tätigkeit aufnehmen kann. Ziel der Veranstaltung sollte daher auch sein, Vorstellungen davon zu vermitteln, in welchen Bereichen Freiwillige eingesetzt werden können und was an eigener Finanzierung auf die Gemeinde oder andere Träger zukommt.

 

Bufdis lösen Zivis ab

Auch vor dem Hintergrund, dass bundesweit nur 35.000 Plätze zur Verfügung stehen, wovon bis heute bereits rd. 22.000 vergeben sind, sollte die Stadtverwaltung Remagen noch in diesem Jahr selber aktiv werden, für den »Bufdi« werben und Bürgerschaft und Politik umfassend mit Fakten und konkreten Beispielen informieren. Die Stadt Remagen sollte selber »Bufdi-Stellen« schaffen und dieses Feld schon allein wegen der vielfältigen kommunalen Einsatzmöglichkeiten nicht allein den Wohlfahrtsverbänden überlassen. Im Gegensatz zum Zivildienst richtet sich der Freiwilligendienst nicht nur an junge Männer sondern alle, die ihre Schulpflicht erfüllt haben, können sich im Bundesfreiwilligendienst engagieren. Alter, Geschlecht und Nationalität spielen keine Rolle. In der Regel dauert der Dienst 12 Monate. Er kann aber auch von 6 Monaten bis höchstens 18 Monate gehen, in besonderen Fällen bis zu 24 Monaten. Der Dienst kann zu jeder Zeit, je nach Vereinbarung, angetreten werden.

 

Zahlreiche Tätigkeitsfelder

In den Städten und Gemeinden bieten sich zahlreiche Tätigkeitsfelder als Einsatzstellen für Freiwillige an, von den Kindertageseinrichtungen über Jugendeinrichtungen und –zentren, Nachmittagsangeboten an Schulen, Nachhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund, Mehrgenerationenhäusern, Alten- und Senioreneinrichtungen, Behinderteneinrichtungen bis hin zu Museen und Bibliotheken, Schwimmbädern, Bauhöfen und Sportvereinen. Gerade die Unterstützung der Stadt- oder Gemeindeverwaltung bei neuen und zusätzlichen Aufgabenfeldern im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes und der Bildung der Nachhaltigkeit oder z.B. bei der Erarbeitung von ökologischen Konzepten, ist ein wichtiger Bestandteil. Die Einsatzfelder müssen lediglich gemeinwohlorientiert sein und arbeitsmarktneutral, das heißt, sie dürfen keine hauptamtlichen Kräfte ersetzen, sondern sollen zusätzliche freiwillige Aufgaben erfüllen.Die Freiwilligen erhalten von den Einsatzstellen ein Taschengeld in Höhe von max. 330 Euro und werden sozialversichert. Die Einsatzstellen können mit den Freiwilligen die Höhe des Taschengeldes als auch die Modalitäten bezüglich der Sachleistungen, (Unterkunft, Verpflegung, Arbeitskleidung) frei aushandeln.

 

Ab 250 EUR monatlich

Die Einsatzstellen erhalten vom Bund bis zu 250 Euro monatlich für Freiwillige bis zum 25. Lebensjahr und bis zu 350 Euro monatlich für Freiwillige, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, erstattet. Sofern die kommunalen Einrichtungen nicht bereits ehemalige Zivildienststellen waren, was für die Stadt Remagen zutrifft, können sie sich als Einsatzstelle beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben neu anerkennen lassen. Jede Einsatzstelle muss sich dabei einer Zentralstelle anschließen. Durch die Rahmenvereinbarung, die der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) mit dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben abgeschlossen hat, werden den Kommunen kostenfrei folgende Leistungen angeboten: - Abwicklung aller anfallenden administrativen Aufgaben; - Zahlung der Geld-  und Sachbezüge für die Freiwilligen in Höhe und Form der Kostenerstattung; - Kompetente Beratung durch die Beschäftigen der Zentralstellen und die Regionalbetreuer vor Ort; - Unterstützung bei der Gewinnung von Freiwilligen.

 

Arbeitserfahrung sammeln

Die Zuordnung und auch die Anerkennung von Einsatzstellen erfolgt mittels einer Vereinbarung unter Angabe der Spitzenverbandsnummer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes SPIDE00012. Die Vereinbarungen und eine Vielzahl an Informationen stehen auf der Homepage www.dstgb.de unter der Rubrik „Schwerpunkte“ zum Bundesfreiwilligendienst zur Verfügung. Der Freiwilligendienst bietet für die Kommunen eine große Chance, das freiwillige Engagement weiter zu stärken und zu unterstützen. Er bietet jungen Menschen die Möglichkeit, nach Schule oder Studium praktisch tätig zu sein, die Zeit bis zum Studium- oder Ausbildungsbeginn sinnvoll zu überbrücken oder schlichtweg eine berufliche Orientierung zu finden. Er stellt auch für diejenigen eine Unterstützung dar, die Arbeitserfahrung sammeln möchten. Von daher können auch Langzeitarbeitslose eine Zielgruppe des Freiwilligendienstes sein. Schließlich steht er denjenigen offen, die sich nach ihrem Berufsleben für das Gemeinwohl engagieren möchten. Die Einsatzstellen können dabei gerade von der Lebens- und Berufserfahrung der älteren Freiwilligen profitieren. Hinsichtlich der Beratung der Städte und Gemeinden steht das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mit seinen Regionalbetreuern den Kommunen zur Verfügung.

 

Impressum WählerGruppe Remagen e.V. Diese Seite Weiterempfehlen