WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Städtisches Gutachten befürwortet Baumfällung

Försterin will zwei alte Kastanien auf altem Friedhof vor Säge schützen

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Försterin und Stadtratsmitglied Ute Kreienmeier will die beiden Rosskastanien auf dem alten Friedhof in Remagen vor der Kettensäge schützen. „Die beiden wuchtigen Kastanien sind Blickfang der gesamten Anlage und strotzen vor Vitalität“, so die fachliche Einschätzung der Diplom-Forstwirtin. Nach einem jetzt von der Stadt vorgelegten Baumgutachten sollen sie jedoch bald gefällt werden. Grund hierfür: Der dickere der beiden Baumriesen mit einem Stammumfang von 4,25 Meter ist hohl. Weil sie mehr als 100 Jahre als Gruppe mit gemeinsamer Krone aufgewachsen seien, sollen auch gleiche beide Bäume zusammen gefällt werden, so das Urteil im städtischen Baumgutachten.

Nach einem Ortstermin mit Mandatsträgern ihrer WählerGruppe Remagen (WGR) schlägt Försterin Ute Kreienmeier als Lösung vor, die beiden „Stammschalen“ des hohlen, aber äußerst vitalen Kastanienbaums zusätzlich mit einigen Stahlbolzen zu verankern. Schon jetzt sorgten zwei Stahlseile in der Krone wirksam gegen die Gefahr eines Auseinanderbrechens, so die Baumexpertin. „Mit dem auch finanziell vertretbaren Aufwand der Verbolzung der beiden Stammschalen können wir sicherstellen, dass auch weiterhin keine akute Gefahr von den Bäumen ausgeht“, sieht Kreienmeier die Anforderung an die Stadt hinsichtlich der erforderlichen Verkehrssicherheit erfüllt. Dr. Peter Wyborny und Oswald Risch wollen sich daher im Ortsbeirat Remagen und im städtischen Bauausschuss dafür einsetzen, dass dieses „in den nächsten 60 bis 80 Jahren nicht wieder zu ersetzende einmalige Baum-Ensemble“ für die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten noch erhalten bleibt. Zusätzlich schlägt Oswald Risch vor, die Stahlseile in der Krone zu erneuern und zu verstärken.

„Dass ein Baum hohl ist, das allein ist noch nicht weiter schlimm und bedeutet keinesfalls sein Ende“, erläutert die Forstfachfrau. So könnten Höhlen über 100 Jahre und länger zum Leben eines Baumes gehören. Wichtig seien seine Vitalität und eine starke Reaktionsholzbildung, wodurch ein Baum potenzielle Schwachstellen am Stamm laufend verstärkt. Auf jeden Fall rät die Försterin von Eingriffen in der Krone ab: „Solche Maßnahmen führen immer dazu, dass über kurz oder lang der letzte Schnitt unten am Stammfuß geführt werden muss“. Das Gutachten hatte alternativ als Sanierungsmaßnahme vorgeschlagen, zur Reduktion der Windlast die Äste in der Krone stark zurückzuschneiden. Das käme allerdings einer Verstümmelung und Verunstaltung gleich. „Es liegt in der Natur eines Baumes, dass er als lebendiges Wesen ohnehin nicht ohne Überraschungen und Risiko sein kann“, so im Resümee das Plädoyer der Försterin von der WählerGruppe Remagen für den Erhalt der „altehrwürdigen Baumgruppe“.

Kompromissbereitschaft signalisieren die Vertreter der WählerGruppe dagegen zur Empfehlung eines zweiten Baumgutachtens der Stadt, in dem die Fällung von 10 Linden auf dem Schulhof der Grundschule St. Martin empfohlen wird. Hier geht es um die Frage des Ersatzes von ca. 40-jährigen Linden. Deren Wurzelraum sei durch unprofessionelle Anlage weitestgehend versiegelt und verdichtet worden. Außerdem hätten Pflegefehler wie das Absägen von Starkästen durch stammparallele Schnittführung schon in der Jugend für Fäulnis im Stamm gesorgt. Die WählerGruppe kann sich daher unter diesen Umständen und mit Blick auf die beabsichtigte Neugestaltung des Schulhofs der Empfehlung anschließen, den vorhandenen jüngeren Baumbestand durch eine fachgerechte Neuanpflanzung zu ersetzen.

 

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