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RZ-Online Artikelarchiv vom 07.09.2010 

Müller will auf der Oberwinterer Werft Klarschiff machen

Der Oberwinterer Hafen soll wieder zu neuen Leben erblühen. Dieses gemeinsame Ziel ist aber offenbar gemeinsam gar nicht so einfach zu erreichen

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Oberwinter - Wie entwickelt sich das Gebiet am Oberwinterer Hafen? Diese Frage beschäftigte viele Bürger schon seit der Insolvenz der Werft im Juni 2009, die jedoch im Dezember desselben Jahres von der Stahlbaufirma Günter Müller aus Spessart übernommen wurde.

Der Werftbetreiber blickt nun optimistisch in die Zukunft: „Klar ist, dass hier weiterhin Schiffe repariert und umgebaut werden – da hängen 30 Arbeitsplätze und Familien dran“, erklärte er gegenüber der Rhein-Zeitung. Zudem arbeiten seine Angestellten bei größeren Projekten auch an der Bingener Werft, bei deren AG er Anteilseigner ist. Nach der Reparatur des Bonner Fahrgastschiffes „Moby Dick“, der Fähren Kaiserswerth, Koblenz und Linz ist derzeit ein großer Gästeponton in Arbeit, ein schwimmendes Bootshaus für die Frankfurter Feuerwehrwache in Planung sowie der Umbau des Fahrgastschiffes „Rheinland“ in der Konzeption. „Ich habe vor, in den nächsten Jahren rund 300000 Euro in die Sanierung des Geländes, insbesondere der Gebäude zu investieren“, stellt Müller klar.

Müller; dessen Betrieb sich auf die Produktion und Reparatur von Schiffen, Fähren, Steganlagen und Pontons aller Art spezialisiert hat, war bereits seit 2007 Eigentümer der Werft, hatte sie jedoch verpachtet, bevor er nach der Insolvenz des Pächters selbst dort die Regie übernahm.

Das rege Treiben auf dem Werftgelände steht nun offenbar den Plänen des neuen Nachbars im Weg. Mittlerweile hat auch das unmittelbar an den Werftbetrieb angrenzende, 15000 Quadratmeter große Gelände in Richtung Hafen den Besitzer gewechselt. Tankstellenbetreiber Ulrich Schwingenheuer-Linden hat das Grundstück von den Voreigentümern Frauke und Timm Bachmann-Thurn erworben.

„Seit 1981, solange ich die Tankstelle hier gegenüber betreibe, blicke ich auf dieses Gelände, das irgendwie immer einen schmuddeligen Charakter hatte. Das würde ich gerne ändern“, erklärte Schwingenheuer-Linden.

Ideen für eine Umgestaltung des Areals gäbe es viele. Die Frage sei nur, ob sie umsetzbar sind. „Bislang blieben alle Pläne Luftschlösser – ich würde mir eine nachhaltige Lösung in enger Zusammenarbeit mit der Stadt für das Gelände wünschen“, macht Schwingenheuer-Linden deutlich. Nach der Insolvenz der Werft hatte sich die Stadt Remagen sich das Ziel gesetzt, dort die Voraussetzungen auch für eine Wohnbebauung zu schaffen. Dies sollte mit der Umwidmung des Bebauungsplanes vom reinen Gewerbegebiet in ein Mischgebiet geschehen. Das grobe Konzept für die Entwicklung des Gebietes sah auch die Möglichkeit zur Errichtung eines direkt am Hafen gelegenen Hotels in unmittelbarer Nachbarschaft sowie die Verlagerung des Radweges direkt ans Rheinufer vor, wie Peter Günther, stellvertretender Bauamtsleiter der Stadt Remagen auf RZ-Anfrage erläuterte: „Doch jetzt hat sich herausgestellt, dass dieses schöne Ziel erst mal nicht realisierbar sein wird – aufgrund der Lärmbelästigung durch die Werft, die in guter Absicht an diesem für den Eigentümer idealen Standort weiter betrieben wird.“ Da bleibe für die Stadt nur ein sehr beschränkter Spielraum.

Deshalb habe man mittlerweile im Stadtrat auch nur Minimalziele in den Bebauungsplan eingearbeitet.: Zum einen darf sich demnach dort kein Discounter mit einem für die Innenstadt von Oberwinter unverträglichen Sortiment ansiedeln. Zum anderen ist die Errichtung von Freizeit- und Vergnügungsstätten wie etwa eine Spielhalle, die größer als 100 Quadratmeter ist untersagt.

Judith Schumach

 

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