WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

WDR LOKALZEIT Bonn:
Video vom 07.07.08 
mehr...

Archiv / Aktuelles 2005-2011 / Veröffentlichungen 2005-2011 / Kostenexplosion Neubau Bauhof
 

Kostenexplosion beim Neubau des städtischen Bauhofs:

WählerGruppe Remagen fordert Akteneinsicht

    drucken    

Droht Remagen nach der «Pannenpromenade» nun auch noch ein «Pannenbauhof»? Grund für diese Befürchtungen liefert ein Papier der Verwaltung, wonach beim Neubau des städtischen Bauhofs im Gewerbegebiet die Baukosten von geplanten 1,4 Mio. Euro um zusätzliche 700.000 Euro davonlaufen. „Wir können nicht nachvollziehen, warum der neue städtische Bauhof statt ortsüblich 700.000 EUR Gesamtkosten mindestens das Dreifache kosten soll“, reagiert die WählerGruppe Remagen (WGR) mit Unverständnis auf diese Kostenexplosion. Die Fraktion hat daher Akteneinsicht beantragt, um sich vor den weiteren Beratungen in den städtischen Gremien Klarheit über die wirklichen Vorgänge verschaffen zu können.

Bei einem Ortstermin konnte die WählerGruppe jetzt ihre erste grobe Einschätzung der ortsüblichen Baukosten von ihrem Bauexperten Dirk Meyer überprüfen lassen. „Ohne Kenntnis der konkreten Bauunterlagen und Detailplanungen schätze ich das Investitionsvolumen für einen Neubau des Bauhofs mit Verwaltungsgebäude, Halle und Außenanlage nach den vor Ort erkennbaren Abmessungen und Bauvolumen auf maximal 1,0 bis 1,2 Mio. EUR ein“, so der Remagener Baufachmann zu dem „machbaren Kostenrahmen“ für solch eine bauliche Anlage im Gewerbegebiet. Die WGR sieht daher erheblichen Klärungsbedarf, warum die Baukosten nun plötzlich aus dem Ruder laufen und mit welchen Maßnahmen noch dagegen gesteuert werden kann“, begründen die beiden Ratsmitglieder Ute Kreienmeier und Dr. Peter Wyborny ihren Antrag auf Akteneinsicht. Für uns ist nicht erkennbar, ob und welche guten Gründe es für diese Mehrkosten gibt“, so die beiden Ratsvertreter. Nach drei Jahren Planung und erfolgter Auftragsvergabe soll es jetzt ein Bodengutachten geben. Danach soll das, was ursprünglich geplant und beauftragt war, nun nicht mehr möglich sein. „Das wäre dann fachlicher Murx!“, erinnern Kreienmeier und Wyborny an die Fehlplanungen beim benachbarten Feuerwehrgerätehaus. Seinerzeit hatte die Stadt die Eingangstore für die Feuerwehrfahrzeuge zu klein geplant.

Misstrauisch stimmt die WählerGruppe auch, dass die politischen Gremien nun in einer nichtöffentlichen Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf der Grundlage einer „äußerst knappen und fachlich unqualifizierten Verwaltungsvorlage“ über zusätzliche 700.000 EUR Mehrkosten entscheiden sollen. Bereits seit Planungsbeginn des Neubaus in 2006 hatte Bauausschussmitglied Oswald Risch immer wieder bemängelt, dass den Gremien keine aussagekräftigen und qualifizierten Unterlagen über Bau, Kostenschätzungen und Leistungsbeschreibungen in der Vergabe vorgelegt wurden. Zum Vergleich führt er an, dass die vom Bauvolumen vergleichbare Mehrzweckhalle Oedingen für 600.000 EUR Baukosten erstellt werden konnte. „Der Umgang mit Steuermitteln ist keine geheime Kommandosache“; zeigt Fraktionsvorsitzende Ute Kreienmeier deshalb kein Verständnis für die Geheimniskrämerei im Remagener Rathaus. Die Fraktion WählerGruppe Remagen hat deshalb auch einen weiteren Antrag eingebracht, die Hintergründe für die Kostenexplosion beim Neubau des Bauhofs am 2. Juni auf der geplanten Stadtratssitzung transparent und mit dem Ziel der Kosteneindämmung beraten zu können.

Impressum WählerGruppe Remagen e.V. Diese Seite Weiterempfehlen