WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Asbecks Einzäunung am »Dungkopf«:

Kreis verfügt Baustopp

WGR fordert alle Planungen auf den Tisch des Stadtrates

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Der Bau eines zwei Meter hohen Stahlgitterzauns um das von Solarunternehmer Frank Asbeck kürzlich erworbene Naherholungsgebiet »Dungkopf« sorgt für Aufregung und Empörung nicht nur im Remagener Ortsteil Unkelbach. „Seit Anfang der Woche sind die Arbeiten an dem mehrere Kilometer langen Bauwerk um den ehemaligen Steinbruch eingestellt worden“, bestätigt Udo Müller. Der Dipl.-Geograph, der für die WählerGruppe Remagen (WGR) im Ortsbeirat sitzt, wurde schließlich von besorgten Unkelbachern eingeschaltet, nachdem eine Baufirma im Auftrag von Frank Asbeck bereits zwei Wochen mit der Einzäunung des beliebten Ausflugziels beschäftigt war. „Hier handelt es sich gerade um das Gelände, wo die Ortspolitik von Unkelbach noch vor Jahren in Abstimmung mit der Stadtverwaltung in einem Gutachten einen Ersatzstandort für den alten, maroden Sportplatz in Unkelbach vorgesehen hatte“, wundert sich Müller. Der Bürgermeister habe den Ortsbeirat nicht einmal zur möglichen Ausübung eines Vorkaufrechtes durch die Stadt befragt.

Remagen.  Wie Raymund Pfennig von der Kreisverwaltung Ahrweiler jetzt in einem Schreiben an die WGR mitteilte, ist die zuständige Bauverwaltung durch Hinweis der WählerGruppe auf die baulichen Aktivitäten am »Dungkopf« von Remagen aufmerksam geworden. „Nach eingehender Prüfung wurde ein bauaufsichtliches Verfahren eingeleitet, die Einstellung der Bauarbeiten umgehend verfügt“, so die Information des zuständigen Abteilungsleiters der Kreisbauverwaltung über den Erlass eines Baustopps für Solarunternehmer Asbeck. Der neue Schlossbesitzer im Calmuth-Tal hat innerhalb von Jahresfrist durch zahlreiche Waldankäufe von Privat einen rund 350 Hektar großen Forstbetrieb angekauft und ist damit größter Waldbesitzer im Stadtgebiet Remagen. Die Fläche in Asbecks Eigentum entspricht rund 500 Fußballplätzen.

Die WGR-Stadtratsfraktion will nun mit einem Antrag an Bürgermeister Herbert Georgi zur nächsten Stadtratssitzung am 15. März die gesamten baulichen Planungen im Umfeld von Jagdschloss Calmuth auf den Ratstisch bringen. „Nach unserer Kenntnis sind beispielsweise noch zwei weitere Einzäunungen im unmittelbaren Schlossbereich als Wildgatter für Dam- und Rothirsche fest eingeplant“, fordert Fraktionsvorsitzende Ute Kreienmeier von Bürgermeister Georgi endlich vollständige Information und Fakten zu den anderen im Landschaftsschutzgebiet noch geplanten Bauaktivitäten. Nach dem Bekanntwerden eines ungenehmigten ca. 70 Meter langen „Hallenschwarzbaus“ im Außenbereich habe das Remagener Rathaus mittlerweile vier Monaten Zeit gehabt, um das gesamte Planungswerk für das Calmuth-Tal für die politischen Gremien aufzubereiten“, sieht Ratsfrau und Försterin Kreienmeier den Bürgermeister gegenüber dem Stadtrat in Verzug. „Für mich ist es auch ein notwendiges Stück Pflege unseres Wirtschaftsstandortes sowie der persönlichen Betreuung eines grundsätzlich gern gesehenen Investors, wenn die Stadt endlich aktiver würde. Schlossherr Asbeck dürfe nicht noch einmal mit neuen Zaunanlagen oder anderen Bauwerken in weitere Konflikte mit Baugesetzen und Landschaftsschutzverordnung geraten, so Kreienmeier. Nur wenn zukünftig Stadt und Investor gemeinsam transparenter und offener handeln, dann kann vielleicht doch noch verhindert werden, dass aus dem „Sonnenkönig“ von Bonn ein „Zaunkönig“ von Remagen wird“, greift Kreienmeier die Schlagzeile einer Bonner Boulevardzeitung auf.

 

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