WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Leserbrief

Wollen die Stadträte

Remagen zum Discounterparadies machen?

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Den Einwohnern Remagens bereitet es offensichtlich großes Unbehagen, dass die Stadtoberen keine wirkliche Vorstellung davon haben, in welche Richtung sich Remagen entwickeln soll. Daher haben Bürgermeister und Verwaltung die Stadtgespräche ins Leben gerufen, um die Bürger an der Erarbeitung einer Konzeption für Remagens Zukunft zu beteiligen. Das ist ein sehr lobenswerter Vorsatz. Er war aber sicher nicht ernst gemeint, denn jetzt soll die Entscheidung getroffen werden, einem Discounter den Bau einer Verkaufsfläche auf einem der Filetstücke der Stadt, nämlich am Rheinufer von Rolandseck zu erlauben, obwohl durch die Stadtgespräche noch keine Konzeption für Remagen endgültig erarbeitet wurde. Scheinbar ist den Stadtoberen die Meinung der Bürger doch nicht so wichtig, wie man durch die Stadtgespräche glauben machen will.

Auf der anderen Seite kann man ja die Stadträte verstehen, sie wollen sicher Remagen zu einem Discounterparadies machen. Es wird ja neue Discounter auf dem Becher-Gelände geben und jetzt werden wir noch einen Discounter in Rolandseck bekommen. Das ist besonders günstig, die Stadtväter rechnen sicher damit, dass die Besucher des Arp-Museums die geeigneten Käufer bei Discountern sind. Wenn immer wieder nach der fehlenden Anbindung des Arp-Museums an die Stadt Remagen gefragt wird, hier ist sie. Wir haben ja schon nicht so positive Erfahrungen mit dem Tourismus an der Rheinpromenade Remagens gemacht, da will man sicher das Risiko gleicher negativer Auswirkungen, wie sie sich im erbarmungswürdigen Anblick der Rheinpromenade ergeben haben, in Rolandseck vermeiden. So ein Discounter hat eine große Parkplatzfläche, die immer proper aussieht. Und so nah am Wasser wird sicher keiner auf die Idee kommen, hier könnte man eigentlich besser die Möglichkeit schaffen, von einem interessanten und anstrengenden Museumsbesuch bei einem Essen oder Kaffee und Kuchen auszuruhen. Schließlich hat das Arp-Museum ja einen Hubschrauberparkplatz für die ankommenden Besucher, da kommt sicher keiner auf die Idee, am Rheinufer nach einer netten Gelegenheit zu einer solchen Pause zu suchen.

Auf der anderen Seite haben wir ja im Umfeld von Remagen einen regelrechten Mangel an Discountern.. Es gibt ja nur so ungefähr 7-8 davon in Remagen und in einem Umkreis von ca. 10 Km. Das ist ja einfach nicht genug. Eine regelrechte Unterversorgung ist das. Insoweit sind die Intentionen des Stadtrates auch verständlich. Ich frage mich nur, warum wartet man eigentlich nicht das Ergebnis der Stadtgespräche ab, oder zählt vielleicht Rolandseck nicht mehr zu Remagen?

Dr.-Ing. Hans-Gerd Höptner
Oberwinter

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