WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Newsletter –
Industrie- statt Gewerbegebiet?

Widerstand gegen schleichende Umwandlung des Gewerbegebiets Alte Liebe – 9 Ratsmitglieder stellen DienstaufsichtsbeschwerdeEVM - Remagener Witwe muss noch warten Resolution gegen Rechts Kahlschlag Alter Friedhof Georgi: Neues vom Hofe ● Höptner neuer Teldafax-Chef

Newsletter vom 19.03.2011

 

Gewerbegebiet Remagen; B-Plan 10.49/02 

Gewerbegebiet Remagen nicht zum Industriegebiet umwandeln:
Der Firma Vito Irmen soll der Weg aus dem Kripper Mischgebiet ins Remagener Gewerbegebiet geebnet werden, gleichzeitig
befürchten die Gewerbetreibenden einen Präzedenzfall für Ansiedlung noch weiterer emittierender Industriebetriebe.

 

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Liebe Remagenerinnen und Remagener!
Liebe Freunde und Beobachter der Kommunalpolitik!

Nicht nur die Landtagswahl und landespolitische Themen bewegen die interessierte Bürgerschaft unserer Römerstadt. Auch kommunalpolitische „Baustellen“ wie Zusammenarbeit von Bürgermeister mit dem Stadtrat, Innenstadtentwicklung, „Alte Liebe“, EVM, Alter Friedhof und nicht zuletzt Bündnisse gegen Rechts bewegen die Gemüter.

Aufgeschreckt sind zurzeit sehr viele Gewerbetreibende, die sich um eine schleichende Umwandlung unseres Gewerbegebietes in ein Industriegebiet mit höheren Schadstoffgrenzen für Emissionen sorgen. Bürger aus den angrenzenden Neubaugebieten machen sich darüber hinaus auch Sorgen um die ausreichende Frischluftzufuhr in unserer Stadt. Gewerbetreibende, Bürgerschaft, Rat und Verwaltung stehen nun vor dem Spagat, einerseits eine prosperierende Wirtschaftsentwicklung zu fördern und andererseits für die Gesundheit, aber auch die rechtliche Stabilität und Verlässlichkeit hinsichtlich der Festsetzungen in Bebauungsplänen zu sorgen.

Die WGR-Fraktion setzt sich dafür ein, dass den Gewerbesteuerzahlern in unserer Stadt entsprechender Entwicklungsraum geschaffen wird. Deshalb unterstützen wir auch die Umsiedelungspläne von Vito-Irmen weg aus Kripp in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung hin auf eine „Sonderfläche“ in das Gewerbegebiet. Gleichzeitig wollen wir aber sichergestellt wissen, dass hier nicht durch einen Präzedenzfall Tür und Tor für die Beliebigkeit zukünftiger Ansiedelungsentscheidungen geschaffen wird. Der jetzt vorgelegte Bebauungsplanentwurf mit seinen textlichen Festsetzungsvorschlägen muss deshalb nachgebessert werden.

Ich wünsche Ihnen beim Mitverfolgen der kommunalpolitischen Themen in unserem Newsletter viel Spaß. Die WGR freut sich stets über Ihre Anmerkungen und Anregungen.

Mit den besten Grüßen!

Ute Kreienmeier
WählerGruppe Remagen e.V. (WGR)
Handy: 0171-9533684
news@waehlergruppe-remagen.de                   www.waehlergruppe-remagen.de 

 

Gewerbegebiet Remagen

Bebauungsplan 10.49 „Gewerbegebiet III/IV“, Remagen
Bedenken gegen schleichende Umwandlung in Industriegebiet

Gemeinsame Stellungnahme im Rahmen der Offenlage von B90/Die Grünen, WGR und den Ratsmitgliedern Beate Schleitzer sowie Reinhold Langen

Bedenken gegen eine schleichende Umwandlung eines Gewerbegebiets in ein Industriegebiet zu Lasten der ansässigen Betriebe und vor allem der Frischluftzufuhr in unsere Stadt

 

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Der Rat der Stadt Remagen hat am 14.05.2009 beschlossen, die Ansiedelung der in Kripp ansässigen Firma Vito-Irmen im Remagener Gewerbegebiet zu ermöglichen. Die Verwaltung wurde beauftragt, dementsprechend die Festsetzungen des Bebauungsplans – nur bezogen auf die künftigen Betriebsflächen –zu ändern und ein Industriegebiet auszuweisen. Auf Nachfrage bestätigte Bürgermeister Georgi in der Ratssitzung ausdrücklich, dass die Ausweisung als Industriegebiet nur für dieses eine Grundstück gelte und die Schaffung eines Präzedenzfalles nicht zu befürchten sei. Hiermit legen wir gegen die beabsichtigten Festsetzungen Widerspruch ein.

Begründung:

Anhand der Offenlage haben wir feststellen müssen, dass die vorgesehenen Änderungen und Festsetzungen bezüglich der realen Auswirkungen bedenklich sind und politisch noch nicht umfassend genug diskutiert wurden.

Insbesondere ist im Protokoll zur Bauausschusssitzung vom 14.05.2009 festgehalten, dass geprüft werden sollte, ob die vorgesehenen Änderungen und Neufestsetzungen mit den Ergebnissen der bereits vorliegenden und durch den Rat der Stadt Remagen vollinhaltlich bestätigten Umweltverträglichkeitsstudie des Büros Bielefeld & Gillich aus dem Jahre 1992 vereinbar sind. Dem Ergebnis der Studie nach sind emittierende Betriebe des vorgesehenen Typs aus Umweltgründen aufgrund der bedeutenden bioklimatischen Ausgleichsfunktion und -bedeutung des Ahrmündungstrichters für die Frischluftversorgung von Remagen und Kripp nicht vertretbar. Es wird darauf hingewiesen, dass seit 1972 mehrere im Abstand von Jahrzehnten im Auftrag der Stadt Remagen im Rahmen der vorbereitenden Bauleitplanung erstellte Gutachten die Erkenntnisse der UVS des Büros Bielefeld & Gillich bereits vorwegnahmen. Die Bedeutung des Ahrmündungstrichters als klimatische Austauschbahn ist für weiterhin gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse des klimatisch extrem vorbelasteten Rheintals daher wissenschaftlich nachgewiesen. Der Stadtrat hatte deshalb seinerzeit konsequenterweise und unter Inkaufnahme möglicher Absagen von Betriebsansiedelungen auf die Ausweisung eines Industriegebietes verzichtet und stattdessen ein Gewerbegebiet mit besonderer Höhenbeschränkung beschlossen.

In fachlicher Hinsicht kann kein Zweifel bestehen, dass aufgrund der regionalen klimatischen Bedeutung der Frischluftachse die in der o.g. UVS erneut dokumentierten Erkenntnisse auch auf den hier in Rede stehenden Teilbereich des räumlichen Geltungsbereichs des Gewerbegebietes III/IV ohne Abstriche anzuwenden sind.

Im Protokoll der Bauausschusssitzung vom 14.05.2009 heißt es lediglich, dass die Inhalte des Umweltgutachtens berücksichtigt seien. Im Rat und den Ausschüssen ist aber bisher überhaupt noch nicht erörtert geschweige denn belegt worden, aus welchen Umständen sich ergeben soll, dass die Inhalte und Vorgaben des Umweltgutachtens eingehalten werden. Solange die Umweltfragen nicht verbindlich geklärt sind, wenden wir uns gegen die anstehenden Änderungen.

Darüber hinaus ist zu befürchten, dass die geplante Änderung des B-Plans Rechtsansprüche die Ansiedelung weiterer Industriebetriebe auslösen könnte. Wir müssen uns daher zurzeit gegen die beabsichtigten Festsetzungen aussprechen. Wenn die Ausweisung eines „Industriegebietes“ überhaupt zulässig ist – was wie gesagt zuerst zu prüfen ist – käme statt der Ausweisung eines „Industriegebietes“ allenfalls die Ausweisung einer „Sonderfläche“ für die Ansiedelung von Vito-Irmen im B-Plan in Betracht, so wie dies im Übrigen für die Ansiedlung des Toom-Marktes seinerseits im Gewerbegebiet II zügig und unproblematisch auf den Weg gebracht wurde.

 

Alte Liebe Oberwinter, Eveline Lemke B90/Die Grünen

»Alte Liebe«

9 Ratsmitglieder reichen Dienstauf-sichts beschwerde ein

 

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Nachdem sich nun Eveline Lemke, Grünen-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz (GA vom 18.03.2011: „Ministeramt fest im Blick: Umweltressort mit der zusätzlichen Aufgabe Landwirtschaft“), in den vergangenen Wochen des Themas »Alte Liebe« und Bauen im europäischen FFH-Naturschutzgebiet (Oberwinterer Rheinhänge) mit Nachdruck angenommen hat, ist Bewegung in die seit Jahren schwelende „Klüngelei“ (Kreienmeier) gekommen. Stichwort Lemke: Typischer Fall von "Rheinischer Fruchtfolge". Letztlich auf Druck von Bündnis90/Die Grünen hatte Bürgermeister Herbert Georgi den zuständigen Fachausschüssen des Stadtrates den seit Jahren von der WGR vergeblich verlangten Blick in die Akten „Alte Liebe“ schließlich zugestanden.

In einem Schreiben hatten sich daraufhin neun Ratsmitglieder an Bürgermeister Herbert Georgi gewandt. „Im Rahmen der Akteneinsicht in die städtische Bauakte „Alte Liebe“ haben [wir] Anlass anzunehmen, dass die noch im Antragsverfahren befindliche Baugenehmigung offenbar unter Weitergabe bzw. Zugrundelegung von falschen Angaben herbeigeführt werden soll“. Nachdem Georgi der schriftlichen Bitte um „unverzügliche Klarstellung bzw. Widerruf offensichtlich falscher Angaben zu den tatsächlichen Gegebenheiten gegenüber der Baugenehmigungsbehörde beim Kreis Ahrweiler“ nicht nachgekommen ist und den neun Ratsmitgliedern auch keinerlei Antwort bzw. Reaktion hat zukommen lassen, haben diese jetzt gegen den Bürgermeister und einem städtischen Mitarbeiter formell Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.

Zum Hintergrund:

Seit Jahren bemüht sich „Winne“ Glaser, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Oberwinter, um den „Neubau eines Wohnhauses“ auf seinem ca. 13.000 Quadratmeter großen Areal in exklusiver Lage um die »Alte Liebe«, dem Standort einer seit Jahrzehnten verlassenen und unbewohnten „Datscha im Grünen“. Mit Bezug auf die kürzliche Umsiedlung seiner Türenfirma BAWO in das Remagener Gewerbegebiet versucht die Stadt seither mit allen Mitteln, dem Oberwinter SPD-Mann und Unternehmer (quasi aus Dankbarkeit?) den Weg für seinen privilegierten „Exklusiv-Bau“ freizumachen.

 

Fall Tapken Wässigertal EVM

Baumaßnahme „EVM /
Verlegung Wasserleitung Wässigertal“


„Remagener Witwe muss noch warten“

 

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Anfang März fand in Koblenz ein zweistündiges Gespräch bei der Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM) statt. Über den Inhalt wurde Stillschweigen vereinbart. In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der EVM, Herrn Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig (SPD), dankt die WGR-Vorsitzende für das stattgefundene Sondierungsgespräch. Zum Vorgang „EVM GmbH und Betriebsführungsvertrag mit der Stadt Remagen“ wurden viele Fragen angesprochenen, aber noch nicht alles geklärt. „Wir bitten Sie freundlichst, die mit dem Gespräch eingeleitete positive Entwicklung mit der Freigabe der Akteneinsicht und Lösung des Vorgangs zu einem allseits befriedigenden Ergebnis zu führen“, so Kreienmeier.

Zum Hintergrund

In großer Sorge, dass in Remagen eine verwitwete Bürgerin auf rd. 15.000 EUR Schaden durch einen umgefallenen Baum sitzen bleiben könnte, hatte die WGR-Fraktion Joachim Hofmann-Göttig als Aufsichtsratsvorsitzenden der Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM) eingeschaltet. Anlass ist ein vor Ort nicht auflösbarer Streit über eine von Bürgermeister Herbert Georgi verweigerte Akteneinsicht in diesbezügliche Unterlagen der städtischen Betriebsführerin EVM.

Die EVM ist seit 2001 für die Stadt als Betriebsführerin der Stadtwerke mit den beiden Betriebszweigen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung tätig. In diesem Zusammenhang stand sie in der Kritik des Landesrechnungshofes wegen eines Jahr um Jahr beachtlich gestiegenen Vergütungsvolumens. Gleichzeitig muss der Stadtrat noch in diesem Jahr über die Verlängerung oder Neuausschreibung des Betriebsführungsvertrages „Stadtwerke Remagen“ entscheiden. Ferner bewirbt sich die EVM derzeit auch um die Stromkonzession in Remagen.

Dr. Jörg Roßberg

Resolution
gegen Rechts

von Jörg Roßberg,
WGR-Fraktion im Rat der Stadt Remagen

Zeichen gesetzt: Stadtrat entzieht Adolf Hitler und Paul von Hindenburg posthum die Ehrenbürgerwürde 

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Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung am 14. März einmütig eine „Resolution des Rates der Stadt Remagen gegen rechtsextreme Aktivitäten“ beschlossen. Anlass hierzu gaben die mit Sorge betrachteten rechtsextremistischen Aktivitäten und Neo-Nazi-Aufmärsche insbesondere in Remagen und im Landkreis Ahrweiler.

Auf meine Initiative hin wurde ein WGR-Antrag in der zweiseitigen Resolution mit aufgenommen, der sich mit der Bewertung der Remagener Ehrenbürgerschaften von Adolf Hitler und Paul von Hindenburg beschäftigt. Der Text in der Resolution lautet hierzu wie folgt:

·         „Ehrenbürgerrechte, die an führende Nationalsozialisten verliehen wurden, sind ebenso wie alle anderen Ehrenbürgerrechte mit dem Tod der Betreffenden erloschen. Rechtsgrundlage hierfür ist § 23 der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung sowie Art. VIII, Ziffer II der Direktive 38 des Alliierten Kontrollrates vom 12. Oktober 1946. Gleichwohl nimmt die Stadt Remagen einen zu diesem Thema gestellten Antrag zum Anlass, sich von der durch den Stadtrat 1933 ausgesprochenen Ehrung für Adolf Hitler und Paul von Hindenburg ausdrücklich zu distanzieren“

Aus meiner Sicht hat die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage zur Resolution eine hervorragende juristische Aufarbeitung vorgenommen, die wir gerne an dieser Stelle veröffentlichen möchten.

„Gemäß Ziffer 2 der Verwaltungsverordnung zu § 23 der Gemeindeordnung des Landes Rheinland-Pfalz erlischt das Ehrenbürgerrecht mit dem Tod. Diese für alle Ehrenbürger gleichermaßen geltende Regelung wird im Hinblick auf Verbrecher der Nazizeit ergänzt durch die Direktive Nr. 38 des Alliierten Kontrollrates aus dem Jahr 1946. In Artikel VIII, Sühnemaßnahmen gegen Hauptschuldige, heißt es, dass diese alle ihnen erteilten Approbationen, Konzessionen und Vorrechte verlieren.

Im Jahr 1989 hat sich auf Antrag der SPD der Hauptausschuss der Stadt Remagen mit dem Thema beschäftigt und den Hinweis auf die Verwaltungsvorschriften zu § 23 der Gemeindeordnung zur Kenntnis genommen, wonach eine formelle Aufhebung der Ehrenbürgerschaft durch Stadtratsbeschluss nicht erforderlich ist. Darüber hinaus ist die nach 1933 weit verbreitete Götzenverehrung für die nationalsozialistischen Führer und die daraus resultierende Verleihung von ca. 4.000 Ehrenbürgerschaften an Adolf Hitler eine Tatsache, die man nicht durch Ratsbeschluss ungeschehen machen kann. Wohl aber kann der Rat im Rahmen der vorliegenden Resolution deutlich machen, dass die Mandatsträger an der kritischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus teilnehmen und sich von den 1933 im Rat getroffenen Entscheidungen distanzieren.

In die Distanzierung einbezogen werden sollte der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg. Paul von Hindenburg hat sich keine speziellen Verdienste um die Stadt Remagen erworben. Aus der Niederschrift der Stadtverordnetenversammlung vom 15. Mai 1933 ist ersichtlich, dass auf der Tagesordnung die Ernennung Adolf Hitlers zum Ehrenbürger stand. Erst innerhalb der Sitzung wurde dann ohne gesonderte Begründung beantragt und beschlossen, auch von Hindenburg das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Die Ernennung von Hindenburg war also lediglich ein Annex zur Ernennung Hitlers zum Ehrenbürger.

Es mag dahingestellt bleiben, ob der Anlass hierfür die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 oder der Tag von Potsdam am 21. März 1933 war, der unter maßgeblicher Beteiligung Hindenburgs und Hitlers als Versöhnung von Preußentum und Nationalsozialismus gefeiert wurde. Das jahrzehntelange Wirken Hindenburgs als Militär und Reichspräsident war damals nicht der Anstoß für die Ehrung und kann heute auch nicht der Anstoß für die Frage einer Distanzierung sein. Hindenburg wurde vielmehr damals als Teil der Entwicklung hin zum Nationalsozialismus geehrt, die seinerzeit bejubelt wurde und die heute von allen Demokraten abgelehnt wird.“

Der Stadtrat hat nach nunmehr 66 Jahren den ersten Schritt einer historischen Aufarbeitung der Nazi-Zeit für Remagen getan. Nach dem Scheitern des SPD-Vorstoßes in 1989 ist heute die aktuelle Einigkeit der Demokraten hervorzuheben, doch noch gemeinsam nach dem Tode Hitlers die unangemessene Auszeichnung als Ehrenbürger zurechtzurücken.

 

Dr. Peter Wyxborny; Alter Friedhof

Kahlschlag auf dem
Alten Friedhof

 

von Dr. Peter Wyborny,
WGR-Fraktion im Ortsbeirat Remagen

  

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Schon einmal schockte der Anblick auf dem Alten Friedhof in der Kernstadt, als die beiden ehrwürdigen „demokratisch gefällten“ Kastanien abgeholzt wurden. Kaum zu glauben, das Ganze ist sogar noch zu toppen. Ich traue meinen Augen nicht, was dort inzwischen im Alleingang des Ortsvorstehers passiert ist. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich entschiedener Gegner dieser unnötigen Fällaktionen bin und distanziere mich mit Nachdruck von dieser Aktion. Aber wenn die Fällgegner nicht die Mehrheit haben, dann lässt sich leider solch eine Fehlentscheidung nicht vermeiden. Die Konsequenz meiner anhaltenden Kritik im Ortsbeirat zu den Entwicklungen am Alten Friedhof: Dann trifft sich eben Ortvorsteher Walter Köbbing mit ausgewählten Vertretern des Ortsbeirates auf dem alten Friedhof, die keine Kritik an diesem Vorgehen äußern. „Einvernehmlich“ entscheidet dann dieser erlesene Kreis alleine, welcher „Strauch“ stehen bleiben darf und welcher zu entfernen ist. Ich habe dieses „demokratische“ Verhalten unseres Ortsvorstehers im Ortsbeirat offen angesprochen, leider ohne befriedigendes Ergebnis. Keine Entschuldigung, keine Einsicht für dieses Fehlverhalten. Begründet wurde das Treffen mit der Kurzfristigkeit des Termins. Rechtfertigt dies, sich über die vom Wähler festgelegte Zusammensetzung des Ortsbeirates hinwegzusetzen und alleine zu entscheiden? - Eine eMail an alle Ortsbeiratsmitglieder, wie sonst stets üblich, soll nicht mehr möglich gewesen sein? Dann hätten alle interessierten Ortsbeiratsmitglieder gleichberechtigt teilnehmen können. Ich wäre dann natürlich auch gekommen.

 Alter Friedhof, Grab,  Andre Caracciola  Alter Friedhof, Landschaftsplaner Andre Caracciola

Das Grab vom Vater des berühmten Rennfahrers Rudolf Caracciola: Noch im vergangenen Jahr vom Garten- und Landschaftsplaner Andre Caracciola fachmännisch in Form geschnitten; jetzt von Ortsvorsteher Walter Köbbing und seinem ausgewählten Team zu „Kleinholz“ verarbeitet.

Dann hätte ich energisch widersprochen, damit zumindest die „Sträucher“ auf dem Grabe von Georg Caracciola stehen geblieben wären. Andere Städte wären glücklich, hätten Sie das Grab des Vaters des berühmten Rennfahrers Rudolf Caracciola und das Grab dessen Vaters Otto, dem Gründer des internationalen Gaststättenverbandes, für touristische Zwecke in ihrer Stadt. Aber Personenkult wird vom Vorsitzenden des Verschönerungsvereins bei der Neugestaltung des Alten Friedhofs abgelehnt. Wenn künftig dem Freizeitsport gefrönt wird, sollte nichts daran erinnern, dass man über Tote spielt. Da werden eben einfach Fakten durch Kurz- und Kleinfällen geschaffen, wenn der Ortsbeirat nicht spurt und sich für den Erhalt der Caracciola-Gräber ausspricht. Keinen interessiert, dass der Wirtschaftsförderer zuvor städtische Gelder ausgibt, um mit dem Caracciola-Club einen Flyer Caracciola-Rundweg zur Unterstützung dessen Öffentlichkeitsarbeit frisch in Druck zu geben, mit Besichtigungshinweis dieser Grabanlage. Weiß denn bei der Stadt Remagen die eine Hand nicht, was die andere Hand tut? Ich kann mich daran erinnern, selber aktiv mitgewirkt zu haben, dass vom Ortsbeirat entschieden wurde, diese Grabanlage zu erhalten. Aber was nutzt dies, wenn sich der Ortsvorsteher selber nicht an die „Wünsche“ des Ortsbeirates gebunden fühlt und die „Sträucher schneiden“ lässt.

Ich hätte es begrüßt, wenn der alte Baumbestand in die Planungen integriert worden wäre und hatte vorgeschlagen, die Bepflanzung durch Rhododendren und Azaleen zu ergänzen. Das wäre ein jährlicher wunderschöner Frühjahrsgruß geworden. Spiele und Sport haben meiner Meinung nach an diesem Orte der Besinnung und Ruhe nichts verloren. Mich erinnert dieses Vorgehen an die Planungen bei der Ackermannsgasse. Ich hatte dort Rotweinreben (Portugieser, Spätburgunder) vorgeschlagen, deren Reben in der Höhe zusammenwachsen sollten. Dieser Naturbogen sollte dann die Touristen in die Innenstadt dieser ehemaligen Weinstadt locken. Trotz einvernehmlicher Beschlussfassung im Ortsbeirat wurde dies bis heute nicht umgesetzt.

Nachdem alles kurz und klein geschlagen ist, also Fakten geschaffen wurden, trifft sich dann der Ortsbeirat auf dem alten Friedhof, um im Rahmen einer Alibientscheidung zu prüfen, ob nicht auch noch die Tanneneinrahmung an der südlichen Flanke der Motorsäge zum Opfer fallen sollte. Ich „gratuliere“ zu diesem demokratischen Ausgrenzen der Andersdenkenden.

 

Bürgermeister Herbert Georgi Remagen

Neues
vom „Hofe“ des Bürgermeisters

von Ute Kreienmeier,
WGR-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Remagen

Verbriefter Gleichbehandlungsanspruch aller Fraktionen steht auf dem Spiel

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„Georgi sucht im Rat breite Zustimmung“, hieß es am 26.05.2010 in einem RZ-Interview des Remagener Bürgermeisters vor seiner zweiten Amtszeit. „Ich möchte den Beginn der zweiten Amtsperiode auch dazu nutzen, um einen ersten Schritt zu machen, auf die Parteien zuzugehen und die Zusammenarbeit auf eine breitere Basis zu stellen. Hierzu werde ich Gespräche führen“, so Georgi wörtlich gegenüber der Presse.

Leider wurden diese Gespräche in den zurückliegenden Monaten immer wieder abgesagt oder gar abgelehnt. Zuletzt hatte die WGR-Fraktion um ein Gespräch zum Thema Innenstadt / Verkehrsverlag Remagen und Bebauungsplanänderung im Gewerbegebiet angefragt. Georgis Antwort liest sich lakonisch wie folgt: „Gleichwohl werde ich dieses Gespräch mit Ihnen nicht führen!“

Was sollen die Bürgerinnen und Bürger von einem Bürgermeister halten, der nur mit den ihm genehmen Fraktionen den Dialog pflegt? Statt zu verbinden, zu bündeln, zueinander zu führen und Gräben zuzuschütten, so wie es in einem Kommentar des GA vom 08. März 2010 nach der Bürgermeisterwahl zu lesen war, wird gespalten und ausgegrenzt.

 

Personalien

Ø    Hans-Gerd Höptner neuer Chef von Teldafax

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Dipl.-Ing Dr. Hans-Gerd Höptner

Wir gratulieren dem stellv. Vorsitzenden unserer WählerGruppe Remagen, Herrn Dipl.-Ing. Dr. Hans-Gerd Höptner, zu seiner Berufung als neuer Vorstandsvorsitzender und Sanierer des größten unabhängigen Stromanbieters Deutschland. Gleichzeitig wünschen auch wir ihm viel Erfolg bei der Bewältigung der Aufgaben in dem Energieunternehmen mit Sitz in Troisdorf. Das Handelsblatt berichtet am 11./12.03.2011 unter dem Titel "Hans-Gerd Höptner - Sanierungsexperte führt jetzt Teldafax" (Text siehe unten)

 

 

Hans-Gerd Höptner

Sanierungsexperte führt jetzt Teldafax

11./12.03.2011

Düsseldorf.  Er kümmert sich zwar gern um seine Gartenanlage auf der Rheinhöhe, am liebsten aber beschäftigt sich Hans-Gerd Höptner mit seinem Streckenpferd: der Sanierung angeschlagener Firmen. 69 Jahre alt ist der gebürtige Remscheider schon. Jetzt tritt er ein Amt an, dass auch wesentlich jüngere in Atem halten würde: Höptner wird Chef von Teldafax und folgt auf Klaus Bath, den die neuen Eigentümer in dieser Woche seines Amtes enthoben haben.

Teldafax, der größte unabhängige Stromanbieter Deutschlands, gleicht derzeit mehr einer Baustelle als einem Unternehmer. Kunden beschweren sich über falsche Rechnungen und einbehaltene Guthaben, Netzbetreiber haben Teldafax mehrfach wegen Zahlungsverzug abgeschaltet, und die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.

Und nun kommt Höptner. Dem Mann eilt als Sanierer ein erstklassiger Ruf voraus. Höptner ist kein Energieexperte, hat aber viel Erfahrung mit der Stabilisierung von schiefliegenden Unternehmen. Weit mehr als 20 Firmen hat Höptner saniert. Er begleitete die Restrukturierung des Küchenherstellers Alno und war beim Unterwäschehersteller Schiesser aktiv.

Zu seinen Plänen bei Teldafax will sich Höptner heute erstmals äußern. Trotzdem ist der promovierte Ingenieur hinter den Kulissen schon aktiv, wie aus dem Unternehmen zu hören ist. Gradlinig, fokussiert und mit hohem Druck, so heißt es, arbeitet sich Höptner durch das Unternehmen und das, was man bei Teldafax als Buchhaltung bezeichnet. Er hat viel zu tun. Höptner muss Kunden beruhigen, Banken besänftigen und die Mannschaft neu motivieren – und alles das in einer Phase, in der jederzeit die Staatsanwaltschaft klingeln kann. Eines ist sicher: Vor dem Sanierer liegen aufregende Tage.

Ø    Ali Tzinali verlässt WGR

Unser griechischer Mitbürger und Mitglied der Remagener muslimischen Gemeinde, Ali Tzinali, verlässt die WGR. Nach den Kommunalwahlen in 2009 war er für die WGR in den Ortsbeirat Remagen nachgerückt, nachdem Ahmet Bulut, Vorsitzender des Migrationsbeirates in Remagen, in „Arbeitsteilung“ seinen Platz für ihn freigemacht hatte. So wie er uns mitteilte, will er den Sitz im Ortsbeirat auch weiterhin wahrnehmen. Für die aktive Unterstützung durch ihn und seine Freunde danken wir sehr herzlich!

 

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