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RZ-Online Artikelarchiv vom 29.01.2009

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Pannen an der Rheinpromenade

Mängel und Bolzen beim Ausbau - Generalunternehmer und Verwaltung lassen Gutachter prüfen - Nur mängelfrei eröffnen

Still ruhen die Bauarbeiten an der Rheinpromenade in Remagen. Auf Hochtouren laufen indes die Detailprüfungen zweier Gutachter. Sie beschäftigen sich mit Pannen bei der Pflasterverlegung und deren Konsequenzen.

REMAGEN. Heiß diskutiert werden derzeit bautechnische Probleme an der Uferpromenade Remagen. Ob das ersehnte "Riviera-Gefühl" am Rhein noch länger als geplant auf sich warten lässt, ist fraglich. Untersuchungen haben ergeben, dass eingebautes Bettungsmaterial des Pflasters voraussichtlich nicht den Anforderungen und geltenden Normen entspricht (die Rhein-Zeitung berichtete). Für Kritik sorgen noch mehr Bolzen am Bau. Steine des Anstoßes waren zunächst nicht zu behebende Mängel im Pflasterbelag. Die Konsequenzen sollen jetzt von Fachleuten ausgelotet werden. Der mit den ausführenden Arbeiten betraute Generalunternehmer veranlasste ein Gutachten. Unabhängig davon schaltete auch die Stadt Remagen einen Gutachter ein. Zur Information: Seit Mai 2008 laufen die Umbauarbeiten. Mit 1,5 Millionen Euro lag die Auftragsvergabe rund 300 000 Euro unter den veranschlagten Kosten.

"Ich hoffe, dass wir in zwei Wochen über Ergebnisse sprechen können", erklärte Bürgermeister Herbert Georgi auf RZ-Anfrage. "So ärgerlich es ist. Aber ich bin sicher, dass wir gemeinsam eine Lösung finden werden, und ich weiß, dass die Strabag das exakt genau so sieht wie wir."

Der Bauausschuss der Rheinstadt setzte sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits im Dezember mit baulichen Bolzen auseinander. Wie die RZ erfuhr, wurde kritisiert, dass Pflasterbeläge teils nicht ebenmäßig eingebaut, Fugenbilder unterschiedlich ausgestaltet worden waren und bereits abgenommene Pflasterbeläge nicht lagestabil waren.

Bauliche Fehler, die nach der Freigabe für den Verkehr auffielen und trotz mehrfacher Versuche nicht behoben werden konnten, sollen letztlich dazu geführt haben, dass das an der Rheinpromenade verwendete Unterbodenmaterial von einem Fachlabor unter die Lupe genommen wurde. Nach RZ-Information wurde dem Fachausschuss mitgeteilt, dass Bettungsmaterial nicht der vorab eingereichten Eignungsprüfung und den Forderungen der TL-Pflaster-StB 06 (Technische Lieferbedingungen für die Herstellung von Pflasterdecken) entsprach. Der Generalunternehmer, der mit einem italienischen Partner zusammenarbeitete, und auch der Materiallieferant wollten sich auf RZ-Anfrage nicht äußern. Laut Informationen unserer Zeitung wurden im Bauausschuss auch Befürchtungen laut, dass in einem eventuellen Rechtsstreit auf die Stadt Remagen finanzielle Konsequenzen zukommen könnten. Dies sieht Bürgermeister Herbert Georgi anders, wie er der RZ gegenüber betonte. "Es wurden alle Protokolle rechtzeitig festgehalten und alle Mängel dokumentiert!"

Wie die RZ weiter erfuhr, soll es bei den Bauarbeiten am Rheinufer zu weiteren Pannen gekommen sein. So wurde ebenfalls im Fachausschuss kritisiert, dass geplante Baumpflanzungen teils unmittelbar neben und teils auf dem Abwasserhochdrucksammler erfolgten. Zudem hieß es, dass wertvoller Baumbestand teils betoniert und mit Schotter per Rüttelplatten verdichtet wurde.

Als Sicherheit für die Stadt existieren eine Vertragserfüllungsbürgschaft in Höhe von 117 000 Euro und noch ausstehende Abschlagzahlungen in Höhe von 400 000 Euro. Das Planungsbüro, das das Konzept für die Rheinuferpromenade erarbeitete, befindet sich in Liquidation. Es soll jedoch, bis der Vertrag umgesetzt ist, Versicherungsschutz bestehen. Nun wartet man in Remagen gespannt auf die Ergebnisse der Gutachten, die am 17. Februar dem Bauausschuss vorgelegt werden sollen. "Wir streben an, die Promenade zu Rhein in Flammen zu eröffnen. Aber nur mängelfrei", so Georgi.
Rike Bouvet

Pannen an Rheinpromenade

Remagen: Lockere Pflastersteine, mangelhaftes Unterbodenmaterial, anbetonierte Bäume in mit Rüttelplatten verdichtetem Boden: Der mit 1,5 Millionen Euro veranschlagte Ausbau der Remagener Rheinpromenade beschäftigt derzeit die Sachverständigen. Die baulichen Mängel waren während der Bauarbeiten festgestellt worden. Sowohl die Stadt Remagen als auch der Generalunternehmer lassen die Konsequenzen in Gutachten klären.

Sondermüll am Rhein

REMAGEN. Unvorhersehbares wurde bereits im August 2008 an der Rheinpromenade Remagen ans Tageslicht befördert: Im Zuge der Ausbauarbeiten kamen 931 Tonnen Sondermüll zum Vorschein. Deren Entsorgung brachte 54 000 Euro Mehrkosten mit sich.

 

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