WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

WDR LOKALZEIT Bonn:
Video vom 07.07.08 
mehr...

Archiv / Aktuelles 2005-2011 / Presseberichte 2006-2011 / Remagener Klüngel
 

 

RZ-Online Artikelarchiv vom 24.04.2008

        drucken

"Remagener Klüngel"

 

Über das Verhalten des Remagener Stadtrates beim Thema "Bebauung der Rheinhänge" macht sich dieser Leser Gedanken.

 

Ein um die Stadt verdienter und politisch aktiver Mitbürger Remagens lässt im Rahmen der Flurbereinigung einige Flurstücke zusammenlegen, die ihm gehören, zusammen ein bis zwei Hektar. Auf dem nun einen Flurstück hat er ein Wochenendhaus in Leichtbauweise. Nun stellt er bei der Stadt Remagen einen Antrag, das Haus abzureißen und dafür ein Wohnhaus errichten zu dürfen.

 

Um dem Bauausschuss die Zustimmung zu erleichtern, erklärt er sich bereit, den Weg zu seinem Grundstück auszubauen. Ein ganz gewöhnlicher Vorgang, so denkt man - würde sich das Baugesuch nicht auf einen Bau in einem FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) beziehen.

 

Nach meinem Kenntnisstand schreiben die EU-weit geltenden Gesetze vor, dass vor der Genehmigung von Veränderungen jedweder Art in einem so geschützten Gebiet ein Gutachten erstellt werden muss, in welchem nachgewiesen wird, dass die Veränderung keine Auswirkung auf Fauna und Flora haben wird.

 

Ein solches Gutachten wurde nicht in Auftrag gegeben. Der Bauausschuss hat den Antrag trotzdem befürwortet, und der Stadtrat hat ihn in seiner Sitzung am Montag abgesegnet. Während sonst die Stadt in solchen Fällen Verträge macht, die bis ins kleinste Detail beschreiben, wie alles auszusehen hat, ist hier nichts von alledem im Vertrag.

 

Ein Schelm, der dabei Böses denkt. Ich befürchte, dass zunächst ein Wohnhaus in einem FFH-Gebiet gebaut werden soll, der verdiente und politisch aktive Mitbürger wird den derzeitigen Weg asphaltieren, nachdem die Stadt Remagen die gesamte Versorgung bezahlt hat. Der nächste Schritt ist dann die Ausweisung des FFH-Gebietes als dringend benötigtes Wohnbaugebiet, und plötzlich ist aus einem FFH-Gebiet ein Wohngebiet von 20 000 Quadratmetern entstanden.

 

Der Betrachter reibt sich verwundert die Augen. Der "Rheinische Klüngel" ist nichts gegen den "Remagener Klüngel". Aber vielleicht finden sich ja Mitbürger, die Herrn Dimas, den zuständigen Kommissar bei der EU für Umweltfragen, auf die Unterlassung einer gesetzlich zwingend vorgeschriebenen Begutachtung hinweisen wollen.

 

Dr. Christian Kergel,

Remagen-Oberwinter


http://rhein-zeitung.de/08/04/24/K/00000037.html
24.04.2008 © RZ-Online
Artikel empfehlen    Leserbriefe     Impressum

Impressum WählerGruppe Remagen e.V. Diese Seite Weiterempfehlen