WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Stadt Remagen berät über Antrag Ende Mai im Haupt- und Finanzausschuss:

WählerGruppe fordert
bessere Wanderwege auf der Rheinhöhe


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Auf der Rheinhöhe zwischen Rodderberg und Oberwinter soll nach Vorstellung der WählerGruppe Kreienmeier, Roßberg, Döring in der Stadt Remagen e.V.  ein »Premium-Wanderwegenetz« angelegt werden. Neben einer interessanten Wegeführung sollen den Wanderern mit Schotter und Split befestigte Wege angeboten werden, die auch für Kinderwagen befahrbar sind. „Das Umfeld des Arp-Museums auf der Rheinhöhe wird zukünftig durch den Museumsneubau ein touristisch noch bedeutender Landschaftsausschnitt am Mittelrhein sein“, begründet Stadträtin Ute Kreienmeier einen Antrag, den sie Mitte April bei Bürgermeister Herbert Georgi eingereicht hat.

Stadt, Kreis, Gastronomie und ehrenamtliche Verschönerungsvereine stünden hier in der Verantwortung, eine Chance für den Tourismus in Remagen rechtzeitig aufzugreifen. „Es sollte nicht erst soweit kommen, dass Besucher mit schmutzigen Gummistiefeln vor dem Kulturtempel Arp-Museum erscheinen, wenn sie zum Beispiel zu Fuß vom Rodderberg oder Rolandsbogen zum Museum wandern wollen!“, ergänzen Ortsbeiratsmitglied Renate Döring und der stellvertretende Vorsitzende Dr. Jörg Roßberg.

Anlass für die Initiative ist der besonders schlechte Zustand der Forstwege in diesem Frühjahr. „Bereits seit über zehn Jahren treffen immer wieder zum Teil harsche Beschwerden über den Zustand der Forstwirtschaftswege auf der Rheinhöhe zwischen dem Rodderberg und Oberwinter ein“, berichtet Ute Kreienmeier noch aus ihrer Zeit als Oberwinterer Ortsvorsteherin. Zwar seien die Wege in den offiziellen Wanderkarten als Wanderwege ausgewiesen und würden vom Tourismus in den Prospekten entsprechend beworben. Tatsächlich würden sich Tourismus und öffentliche Hand jedoch kaum um den Zustand dieser Waldwege kümmern. „Das führt zur berechtigten Verärgerung der Erholungssuchenden, wie eine jüngste Beschwerde aus Bonn über das zu geringe Engagement aller Verantwortlichen wieder zeigen würde.

Zum Hintergrund

Die betreffenden Forstwirtschaftswege befinden sich überwiegend im Eigentum privater Waldbesitzer. Entsprechend ihrer Zweckbestimmung werden die Wege im Rahmen der Bewirtschaftung der Wälder stark beansprucht. Dabei kommen zum Teil schwere Fahrzeuge zur Holzernte und -rückung zum Einsatz, die die Forstwirtschaftswege gerade nach Regenperioden stark beanspruchen. Zum Teil gibt es auch eine Reihe von Wegeabschnitten, die seinerzeit ohne Befestigung mit Wegebaumaterial aus Schotter oder anderen Steinmaterialien angelegt worden sind. Gerade auf diesen Erdwegen kann es manchmal zur Bildung tiefer Fahrgleise kommen. Obwohl dieser Zustand einer forstwirtschaftlichen Nutzung noch nicht abträglich sein muss, kann dann auf jeden Fall nicht mehr von einem Wanderweg gesprochen werden.

Wer ist zuständig?

Vom Grundsatz werden die privaten Forstbetriebe bemüht sein, ihre Waldwege in einem für die Forstwirtschaft nachhaltig nutzbaren Zustand zu halten. Allerdings können sie darüber hinaus nicht kostenlos in die Pflicht genommen werden, als Zusatzleistungen noch öffentliche Wanderwege auf ihren Privatgrundstücken herzurichten und zu unterhalten. Solche Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge können jedenfalls nicht aus den eher geringen Erträgen der Waldbewirtschaftung zusätzlich erbracht werden. Die Waldbesitzer werden diese besonderen Ansprüche an den Ausbau der Forstwege für Wanderer nicht aus der eigenen Tasche finanzieren können. „Hier gilt im Übrigen auch der Grundsatz: Wer bestellt, der muss auch bezahlen!“, betont Stadträtin Ute Kreienmeier.

Was ist zu tun?

Die WählerGruppe schlägt  die Bildung einer Arbeitsgruppe aus Vertretern von Rat (Stadtrat und Ortsbeirat), Verwaltung, Vereinen und privaten Waldbesitzern vor. Diese Arbeitsgruppe könnte den Auftrag erhalten, dem Stadtrat Remagen und Ortsbeirat Oberwinter zuzuarbeiten und Beschlüsse sowie Maßnahmen vorzubereiten, damit pünktlich bis zur Eröffnung des Arp-Museums in 2007 ein Premium-Wanderwegenetz fertiggestellt werden kann.
Grundlage für die Verbesserung des Wanderwegenetzes könnte eine vertragliche Regelung mit den privaten Waldbesitzern bilden. Hierin sollten sich die Waldbesitzer zur Bereitstellung bestimmter Forstwirtschaftswege als Wanderwege verpflichten und die Stadt im Gegenzug zusammen mit Land, Kreis und Vereinen die Unterhaltung der Wege übernehmen. Im ersten Schritt soll die Verwaltung die Eigentumsverhältnisse klären und mit den Eigentümern Kontakt aufnehmen. Dabei könnte sogar geprüft werden, ob Aussichten für die Genehmigung eines eigenen Wanderwegenetzes abseits der bestehenden Forstwege bestehen.

Zwischenbescheid von der Stadt

Einen ersten Zwischenbescheid hat die WählerGruppe jetzt von der Stadt Remagen erhalten. Martin Tillmann, Verkehrsamtsleiter und erste Vorsitzender von Romantischer Rhein e.V. bestätigt dabei, dass Touristinformation und Bauamt unserer Stadt bereits seit Anfang des Jahres an diesem Thema arbeiten würden. Man habe eine komplette Bestandsaufnahme durchgeführt, alle Mängel aufgelistet und die Beschilderung der Wanderwege im gesamten Stadtgebiet überarbeitet, so Tillmann in seiner Antwort. Grund hierfür sei, dass der Eifelverein im Juni des Jahres die Wanderkarte "Rheintal", die auch das gesamte Stadtgebiet Remagen abdeckt, neu herausgeben würde. „Die festgestellten Mängel an den Wegen habe man mit dem Bauamt als Fachabteilung der Stadt besprochen, erläutert Tillmann. Insbesondere ginge es hier um den Rheinhöhenweg zwischen Remagen und Unkelbach und in Remagen-Oberwinter. Hier solle nun in Kürze eine weitere Ortsbegehung durch Mitarbeiter des Bauamtes und des Bauhofes erfolgen, um die genau erforderlichen Maßnahmen festzulegen, die für eine Instandsetzung erforderlich seien. Den Punkt »Wanderwege im Stadtgebiet Remagen - Instandsetzung Rheinhöhenweg« werde Bürgermeister Herbert Georgi in die Tagesordnung der Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung am 29.5.2006 aufnehmen, bestätigt Tillmann den Eingang des Antrages der WählerGruppe.

 

  ---Ursprüngliche Nachricht---

Absender: "J. B."
Empfänger: <
mailto:UteKreienmeierForst@t-online.de>
Betreff: Tourismus?

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich komme gerade von einer Wanderung auf der Strecke "Rodderberg/Bonn nach Remagen" zurück, d. h. vom linksrheinischen Rheinhöhenweg (R). Leider kann ich nichts Gutes berichten; ganz im Gegenteil: ich bin entsetzt über den Zustand der Wege! (Ich hörte, dass es so wie es ist, 'normal' sei.) Da ich nicht weiß, wo ich meine Beschwerde einbringen kann. Vielleicht können Sie weiterhelfen. Die Wanderwege sind zerstört durch die Forstwirtschaft! Metertiefe Rillen, alles aufgeweicht, einfach unpassierbar (Fotos vorhanden).

Ausweichmöglichkeiten bieten sich kaum; und das auf beinahe 18 Km. Von ökologischer Forstwirtschaft hat hier keiner etwas vernommen, ganz im Gegenteil, hier fällt man weit in die 70er Jahre zurück. Schweres Gerät reißt den Waldboden (natürlich nicht nur die Wanderwege) auf. Hier muss man die Beschreibungen in den Wanderbüchern drastisch ändern. Ich glaube nicht, dass es zu dem Bemühen der Gemeinden um mehr Tourismus zuträglich ist.
Es würde einen freuen, wenn die Kommune bzw. die Verantwortlichen in der Forstverwaltung/Politik umdenken könnten.

Mit freundlichen Grüßen,
J. B.

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