WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Grundstück demnächst baumfrei?

Ärger um Baumfällaktion auf der Schießsportanlage in Kripp

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Der Auftakt zu einer geplanten, umfangreichen Baumfällung auf der Schießsportanlage der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Kripp sorgt seit Tagen für großen Ärger im Quellenort. „Sowohl Vereinsmitgliedern als auch große Teile der Bevölkerung haben kein Verständnis für die bereits gestartete Fällaktion“, berichtet Jürgen Albrecht von der WählerGruppe Remagen e.V. in einem Ortstermin über den aufkommenden Unmut im Quellenort. „Unser Schützenverein ist doch ein Traditionsverein, dem das Fällen kerngesunder Bäume nicht gut zu Gesicht steht“, ergänzt ein Kenner des Vereins, als er vor den Resten eines ehemals stattlichen Baumes steht. Bei den Schützenfesten sei die Bank im Schatten dieser ca. 40 jährigen Fichte stets ein beliebter und ausgebuchter Platz zum Verweilen gewesen.

Besorgte Anwohner und Vereinsmitglieder riefen daher jetzt Forstexpertin Ute Kreienmeier zum Ort des Geschehens. Sie baten um ihre Unterstützung, damit das Grundstück nicht bald vollständig baumfrei sei, so die Sorge vieler Kripper. Dem Vernehmen nach sollen nämlich nun auch noch weitere Laubbäume abgeholzt werden. Auf Nachfrage beim städtischen Bauamt erfuhr Ratsmitglied Ute Kreienmeier, dass es in der Tat eine  Fällgenehmigung für eine Fichte, zwei Eschen und eine ganze Reihe von Akazien entlang der Grundstücksgrenze zum Batterieweg geben soll. Als Begründung für die Abholzaktion wurde vom Antragsteller lediglich die kurze Angabe gemacht, wonach „der Baumbestand neu geordnet und ausgedünnt“ werden solle. „Damit wäre dann das Grundstück fast baumfrei, sollten auch noch die Eschen und Akazien der Motorsäge zum Opfer fallen“, zeigten Ute Kreienmeier und Jürgen Albrecht wenig Verständnis für das Abholzen gesunder und vitaler Bäume. Kritik übten sie auch daran, dass der Antragsteller nicht zu Ersatzpflanzungen verpflichtet worden ist. Nach Auskunft des Bauamtes sei die Stadt hierzu nicht befugt, da Baumpflanzungen im Überschwemmungsgebiet einer wasserrechtlichen Genehmigung bedürften. Auch machten die Abholzungen aus wasserrechtlichen Gründen durchaus Sinn, so die Begründung der Stadt. Der Hochwasserabfluss würde so hindernisfrei.

Die WählerGruppe befürchtet vielmehr, dass sich die Behörde vor Ort gar kein eigenes Bild von ihrer Entscheidung gemacht habe. Beispielsweise stünden die Akazien oben an der Böschung des Batteriewegs“, erläuterte Kreienmeier die Lage. „Wenn diese Bäume wirklich dem Hochwasserschutz zu weichen hätten, dann wären Tür und Tor geöffnet, um im halben Stadtgebiet alle Bäume umzusägen“, befürchten Kreienmeier und Albrecht hier einen Präzedenzfall. Sie haben Bürgermeister Herbert Georgi nun gebeten, sich als Behördenleiter persönlich um den Schutz des Baumbestandes in seinem Wohnort Kripp zu kümmern.

 

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