WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Wanderung der WählerGruppe durch den Stadtwald Remagen

„Am Ende siegt immer die Buche“

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Mit der «Försterin aus dem Stadtrat» Ute Kreienmeier erwanderte sich Mitte Mai eine vom Regenwetter unerschrockene Wandergruppe das in der Remagener Kommunalpolitik heiß diskutierte Waldterrain zwischen „Goldgrube“ und Calmuth-Tal. Anstoß ist der Vorstoß des Bonner Solarunternehmers Frank Asbeck, Neueigentümer und sehr engagierter „Renovierer" auf Jagdschloss Calmuth. Er möchte von der Stadt sein bereits angekauftes Waldgebiet gerade um diese 100 Hektar städtischen Waldbesitzes erweitern und ist darüber bereits seit Ende letzten Jahres mit Bürgermeister Herbert Georgi in erst von der WählerGruppe Remagen e.V. (WGR) öffentlich gemachten Verhandlungen eingetreten.

Wie bei einer kommunalpolitisch geprägten Wanderung auch nicht anders zu erwarten, lehnten sich die Erläuterungen zur Ökologie der ausgedehnten Buchenwälder auch ein wenig an die Politik an. Wie jetzt bei den Kommunalwahlen die verschiedenen Parteien und Gruppierungen leben auch im Wald die Buchen, Eichen, Fichten, Kiefern und all die anderen in Mitteleuropa bis zu 20 vorkommenden Baumarten in ständiger Konkurrenz und Wettbewerb. Den entscheidenden Unterschied zwischen den Parteien in der Politik und den Bäumen im Wald lieferte Försterin Ute Kreienmeier jedoch für den Wald gleich mit: „Im Wald siegt am Ende immer die Buche!“, beschrieb die Diplom-Forstwirtin den entscheidenden Unterschied. Sie lenkte dabei die Blicke der Wanderer nach oben in die Baumkronen, wo -auch für den Laien erkennbar- mächtige Buchenkronen auf die deutlich eingeengten Eichen drängten.

Die Konkurrenzkraft und Dominanz der Rotbuche als «Baum der mitteleuropäischen sommergrünen Laubwaldzone» wurde den Wanderern aber nicht nur in den mächtigen Buchenbeständen auf der Goldgrube vorgeführt. Auch an einer alten Kahlfläche, die am Wegesrand lag und auf der früher die Fichten vom Sturm geworfen worden sind, konnte bei genauerem Hinsehen diese Beobachtung bestätigt werden. „Auch wenn diese Fläche ohne menschliches Dazutun bzw. Auspflanzen zunächst von Birken, Weiden und allerlei anderem Gehölz erobert wurden: Die Rotbuche wandert im Laufe der Jahrzehnte wieder nach und nach von ganz alleine ein“, erläutert die Försterin die langfristigen Abläufe im Wald, sofern nicht der wirtschaftende Forstmann steuernd anderen Baumarten wie der Fichte oder Eiche den Vorzug gibt und im Wege von Durchforstungen mit der Motorsäge Wettbewerbsvorteile verschafft. Damit konnte Ute Kreienmeier den Wanderern als Kommunalpolitikerin auch nur all zu leicht einen weiteren Vergleich klarmachen: „Im Wald ist der Weg für «neue Mehrheiten» wohl erheblich schwieriger als in der Kommunalpolitik, zumindest wenn nicht nachgeholfen wird“, brachte die Stadträtin und Försterin ihre Vergleiche zwischen Wald und Politikbetrieb auf einen zum Wahlkampf passenden Nenner.

Zum Thema Stadtwaldverkauf diskutierte die Wandergruppe auch darüber, dass ein Verkauf allein schon wegen der gegenwärtigen finanzpolitischen Lage keinen Sinn mache. Neben der Bewahrung eines Stücks Tradition und Heimat für die Remagener Bevölkerung sei auch nicht zu erkennen, welchen „nachhaltigen Mehrweit“ die Befürworter eines Stadtwaldverkaufs für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger schaffen wollen. Umso größer war die Befürchtung der Gruppe, dass durch den Verkaufserlös am Ende nur selbstverschuldete Haushaltslöcher an irgendwelchen „Pannenbaustellen“ gestopft würden. Der Remagener Arzt und Kandidat für den Stadtrat Dr. Jörg Roßberg hört daher am Ende schon den Bürgermeister verkündigen: "Geld weg - Wald weg!"

 

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