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RZ-Online Artikelarchiv vom 06.08.2010

Ahrtal-Werke: Modell für Remagen? 

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Remagen - Die erfolgreiche Gründung von Stadtwerken in Bad Neuenahr-Ahrweiler hat auch am Rhein Eindruck gemacht. Das zeigte eine Veranstaltung der Wählergruppe Remagen.

Der Zug in Richtung Stadtwerke ist auch am Rhein noch nicht abgefahren: Diese Erkenntnis nahm Ute Kreienmeier aus der Veranstaltung am Mittwochabend mit, zu der die Wählergruppe Remagen (WGR) eingeladen hatte. Thema: „Chancen und Risiken einer Rekommunalisierung der Energieversorgung am Beispiel der Gründung der Ahrtal-Werke in Bad Neuenahr-Ahrweiler“.

Referent des Abends war Johannes van Bergen, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall und als solcher auch in der Doppelspitze der Ahrtal-Werke, an denen die Stadtwerke Schwäbisch Hall mit 49 Prozent beteiligt sind. Van Bergen räumte mit dem weit verbreiteten Eindruck auf, mit dem Ende der Übergangsfrist nach dem Auslaufen der Stromkonzessionsverträge mit RWE müsse es spätestens am 31. Dezember 2010 zum Neuabschluss kommen: „Eine vertragsfreie Zeit tut nicht weh“, so der Stadtwerkechef. Von der Überlegung, einen Konzessionsvertrag statt über die üblichen 20 Jahre nur mehr über fünf Jahre abzuschließen, um sich in der näheren Zukunft Handlungsoptionen offenzuhalten, rate er ab. „Genauso gut können Sie sich auch jetzt entscheiden – oder aber in 20 Jahren“, so van Bergen.

Zuvor hatte der Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall sein Unternehmen vorgestellt und für die Gründung von Stadtwerken geworben. „Wenn Sie das machen, werden Sie enormen Rückhalt in der Bevölkerung finden“, prophezeite van Bergen. Neben den erneuerbaren Energien setzen die Stadtwerke Schwäbisch Hall auf die Nutzung der Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung. So auch in Bad Neuenahr, wo bereits Gespräche mit der Kur AG über eine Modernisierung des Nahwärmesystems laufen.

„Die Energiewirtschaft wird dezentral“, zeigte sich van Bergen überzeugt. Stadtwerke böten darüber hinaus eine breite Palette von Möglichkeiten, mit denen Geld zu verdienen sei, etwa Gebäudemanagement, Gebäudeleittechnik und Energiecontrolling. Zudem sei es möglich, im Querverbund defizitäre Bereiche wie etwa Schwimmbäder mitzufinanzieren. „Synergien liegen im Querverbund, nicht in der Fläche“, sagte van Bergen, der betonte: „Stadtwerke sind ein Wirtschaftsfaktor.“

In welchem Umfang, machte er am Beispiel von Bad Neuenahr-Ahrweiler deutlich: Mit den Sparten Strom, Gas, Wasser, Fernwärme, erneuerbare Energien und Energiedienstleistung rechne er dort langfristig mit 30 Mitarbeitern und einem Umsatz von jährlich 25 bis 30 Millionen Euro. Vertraglich festgeschrieben sei, dass sich die Stadtwerke Schwäbisch Hall nach 20 Jahren aus den Ahrtal-Werken komplett zurückziehen, sofern die Kreisstadt bereit sei, deren Anteile zu übernehmen. Das sei auch ein Modell für die Rheinschiene. Stadtwerke allein in Remagen seien allerdings keine Option, so van Bergen: „Was Sie brauchen, ist ein ausgeklügeltes Kooperationsmodell.“

Angesichts solcher Möglichkeiten äußerte Ute Kreienmeier ihren Unmut über die Art und Weise, wie die Verwaltung mit der Neuordnung der Konzessionsverträge umgehe: Die Fraktionen fühlten sich nicht ausreichend eingebunden. Die Machbarkeitsstudie über die Handlungsmöglichkeiten, wiewohl seit Dezember 2009 vorliegend, sei dem Rat erst in der Sommerpause zugeleitet worden. „Informationen sind systematisch vorenthalten worden“, kritisiert die WGR-Vorsitzende. Insbesondere die Empfehlung, über eine Kooperation mit Bad Neuenahr-Ahrweiler zu verhandeln. Auch eine fachliche Beratung der politischen Gremien habe nicht stattgefunden.

Anwesend war auch Remagens Erster Beigeordneter Hans-Joachim Bergmann, der sich aber auf keine Diskussion einließ: Er sei nicht als Vertreter der Verwaltung, sondern als interessierter Bürger gekommen.                                                                   (fbl)

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