WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Archiv / Aktuelles 2005-2011 / Veröffentlichungen 2005-2011 / Stellungnahme Becher-Gelände Döring
 

WählerGruppe

Kreienmeier, Roßberg, Döring in der Stadt Remagen e.V.

Renate Döring (2. Stv. Vorsitzende)

Bonner Straße 16

53424  Remagen-Rolandseck

Telefon: 02228-8272  Fax: 02228-910919

www.waehlergruppe-kreienmeier.de

Remagen, 28. Januar 2006

An die
Stadtverwaltung Remagen
Rathaus

53424 Remagen

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Bauleitplanung der Stadt Remagen

Beteiligungsverfahren gem. § 3 Abs.2 i.V. m. § 4 Abs.2 Baugesetzbuch (BauGB) Vorhabenbezogener Bebauungsplan 10.56/00 „Einzelhandel
Goethestraße“, Remagen

hier:            Stellungnahme

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

gegen den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan 10.56/00 „Einzelhandel
Goethestraße“(Remagen) erhebe ich erhebliche Bedenken.

Begründung

Auf dem Becher-Gelände werden rd. 2.400 qm neue Verkaufsfläche (EDEKA, Penny, DM-Markt) mit einem zusätzlichen Umsatzpotenzial von 12,2 Mio. Euro hinzukommen. Darüber hinaus plant Lidl im Gewerbegebiet eine Vergrößerung von 700 auf 1.250 qm. Die Gutachter sind daher der Frage nachgegangen, ob die Remagener überhaupt so viel Kaufkraft aufbringen können, um einen wirtschaftlichen Betrieb von so vielen Verkaufsflächen zu gewährleisten. Wo können diese Umsätze herkommen?

Nach allgemein gültigen Eckwerten gehen die Gutachter davon aus, dass etwa 35 Prozent der Umsätze des neuen Einkaufszentrums aus benachbarten Orten zusätzlich hinzufließen könnten. Dann würden jedoch im Ergebnis 7 Mio. Euro Umsatz pro Jahr verbleiben, die von den bestehenden Geschäften in der Remagener Innenstadt und Kripp (ohne EDEKA) in das neue Einkaufszentrum abgezogen würden. Das wären immerhin mehr als 40 Prozent der gegenwärtigen Umsatzpotenziale der bestehenden Geschäfte (ohne EDEKA-Markt, mit erweitertem Lidl-Markt). Eine Einzelhandelsbranche in der Innenstadt, die aber bereits jetzt über die endlose „Becher-Diskussion“ kränkelt, verträgt eben nicht, wenn man ihr noch weitere 40 % Nahrungsentzug (Kaufkraftabfluss) zumutet; sie droht zu sterben.

Schätzungsweise rd. 4.000 Kripper und Remagener Bürgerinnen und Bürger mit einer Kaufkraft von knapp 9,6 Mio. Euro würden laut Gutachten wegen des neuen Einkaufszentrums weniger in den bisherigen Geschäften einkaufen. Dies würde zu massiven Umsatzeinbußen bis hin zu bedrohlichen Schwierigkeiten für ortsansässige Geschäfte führen. Auf längere Sicht schließt der Gutachter auch nicht aus, dass „der Einzelhandel für Güter des kurzfristigen Bedarfs im Zentrum und in Kripp ganz verschwinden wird. Dann wäre die Grundversorgung der nicht motorisierten Bevölkerung nicht mehr gesichert“.

Viele Remagener Geschäftsleute stellen sich heute natürlich die Frage, ob die Befürworter auch dann noch einem neuen Einkaufszentrum auf dem Becher-Gelände ihre Zustimmung geben würden, wenn sie selber ihren Lebensunterhalt in der Remagener oder Kripper Innenstadt bestreiten müssten. Inzwischen haben wir in Remagen eine alarmierende Leerstandsquote von über 12 Prozent, die jetzt schon deutlich über dem Bundesdurchschnitt vergleichbarer Städte liegt.

Kommunalpolitisch stellt sich vor allem die Frage, was aus dem Herz unserer Römerstadt werden soll. Was wird kommen, wenn sich unsere Marktstraße zu einer „Leerstraße“ aus überwiegend verlassenen Ladenlokalen wandeln sollte. Hierzu gibt es aus dem Rathaus keine einzige Antwort und Idee. Ein städtebauliches Entwicklungskonzept fehlt vollständig!

Mit freundlichen Grüßen

Renate Döring

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