WDR LOKALZEIT Bonn: Video vom 07.07.08

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Video vom 07.07.08 
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Abstimmung Bürgermeisterwahl Remagen

Wer soll Bürgermeister werden?

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Liebe Mitglieder und Freunde der WählerGruppe Remagen!

 

Wir freuen uns, gut sechs Wochen vor der Bürgermeisterwahl endlich die eingegangenen Antworten auf die 14 Wahlprüfsteine präsentieren zu können.

 

Ein Kandidat, der amtierende Bürgermeister, hat dankend abgelehnt. Detlev Maaß, zurzeit täglich von Haus zu Haus auf „Wählerfang“ in Remagen unterwegs, hat auf den „allerletzten Drücker“ seine Antworten eingereicht. Trotzdem oder dennoch vielen Dank. Besonderer Dank an Beate Schleitzer, die uns ihre Antworten rechtzeitig zusenden konnte, sodass wir mit der Fertigstellung unseres Newsletter im Zeitplan bleiben konnten.

 

Viel Spaß wünschen wir natürlich allen beim Abstimmen über die Bürgermeister-Kandidaten auf unserer Homepage. Übrigens: Jeder Nutzer kann von seinem Zugang aus nur einmal abstimmen; erst nach 7 Tagen wird die „IP“ wieder freigeschaltet. Die Abstimmung läuft bis zum 06. März. Dann haben die Wählerinnen und Wähler an der Wahlurne das Wort! Wir sind schon heute gespannt, wieweit sich die Prognose unserer „Online-Nutzer“ mit dem Wahlergebnis decken wird.

 

 

Mit besten Grüßen

 

Ute Kreienmeier
WählerGruppe Remagen e.V. (WGR)
Handy: 0171-9533684
news@waehlergruppe-remagen.de
www.waehlergruppe-remagen.de                                                                  Remagen, den 22. Jan. 2010

14 Wahlprüfsteine

Bürger fragen -
Bürgermeisterkandidaten antworten

1.      Ziele und persönliche Stärken

Herbert Georgi Bürgermeisterwahl Beate Schleitzer Bürgermeisterwahl Remagen Detlev Maaß Bürgermeisterwahl Remagen

Warum wollen Sie Bürgermeisterin / Bürgermeister werden?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge für Ihren Newsletter oder gar zur Fassadenverschönerung des Hotels Fassbender beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer: Ich möchte Bürgermeisterin werden, um mich ohne parteipolitische Gängelung an der Spitze der Verwaltung wirksam für die Zukunft Remagens  tatkräftig und nachvollziehbar und nicht nur mit Lippenbekenntnissen zu engagieren. Ich finde, Remagen braucht eine bessere Verwaltungsspitze.

Detlev Maaß: Für mich ist Demokratie ein hoher Wert, den es zu schützen und zu leben gilt. Ich will mich auf kommunaler Ebene einsetzen, weil ich davon überzeugt bin, dass ich mit meinen Kompetenzen Remagen und seine Ortsteile erfolgreich in eine gute Zukunft führen kann.

 

Welche Ziele und Schwerpunkte wollen Sie für die nächsten 8 Jahren setzen?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer: Ich möchte vorrangig für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit der Verwaltung mit allen politischen Kräften, insbesondere mit dem Rat, sorgen. Offenheit und Transparenz des Verwaltungshandelns müssen - gegenüber den Bürgern und der Politik gleichermaßen – praktiziert werden. Das Bürgerengagement ist zu fördern. Ein Schwerpunkt wird die Konsolidierung des Haushaltes sein. Notwendig ist eine konsequente Wirtschaftsförderung mit dem Ziel einer langfristigen Einnahmenstärkung und vorausschauendes, wirtschaftsrechtlich-fachkompetentes und kostenbewusstes Management.

Detlev Maaß: Die Erarbeitung eines gesamtstädtischen Entwicklungskonzeptes ist für mich die wichtigste Aufgabe, die ich nach meiner Wahl angehen will. In einem Prozess mit breiter Bürgerbeteiligung kann z.B. nach dem Vorbild der Gemeinde Much ein Marketing und Entwicklungskonzept für Remagen auf den Weg gebracht werden. Themen wie Tourismusförderung, Integration der Fachhochschule, Verkehrsplanung, Gewerbeentwicklung, bürgerschaftliches Engagement, Wirtschaftsförderung, Arbeitsplätze, sollen hier auf die Agenda gesetzt werden. Am Ende eines solchen Prozesses steht dann ein Leitbild, auf das wir für Remagen und seine Stadtteile hinarbeiten können.

 

Was halten Sie für Ihre wichtigste Eigenschaft oder Stärke, um Remagen persönlich nach vorne zu bringen?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer: Meine persönlichen Stärken sehe ich in meiner guten Ausbildung (Volljuristin, Befähigung zum Richteramt) und meiner in 35 Berufsjahren erworbenen Fachkompetenz in den Bereichen Wirtschaft, Recht und Finanzen sowie in meiner christlich-fairen, demokratisch geprägten Grundhaltung, meiner Unabhängigkeit und Offenheit gegenüber jedermann und zielorientiertem Denken. Meine wichtigsten Eigenschaften sind aus meiner Sicht Zivilcourage, Mut und Fairness.

Detlev Maaß: Menschen zusammenzuführen, ich kann gut im Team arbeiten, und ich kann mit anpacken. Ich bin aber auch Visionär, einer der über den Tellerrand hinausblickt. Fleiß, schnelle Auffassungsgabe und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind Eigenschaften, die mir zugeschrieben werden. Darüber hinaus kann ich sehr gut zuhören und auf Menschen zugehen. Zurzeit gehe ich ja von Tür zu Tür, der Kontakt zu den Menschen ist mir wichtig. Ich spüre viel Herzlichkeit und Sympathie.

 

Wo würden Sie nach Ihrer Wiederwahl neue Akzente setzen? Was würden Sie im Fall Ihrer Wahl anders als Ihr Vorgänger machen?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab“

Beate Schleitzer: Ich werde auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen politischen Kräften besonderen Wert legen. Ich werde nicht – am Rat vorbei – meine eigenen politischen Vorstellungen und Vorlieben ausleben. Ich werde die repräsentativen Aufgaben einerseits und die Managementaufgaben als Führungskraft in der Verwaltung andererseits besser gewichten und mich  im Rathaus insbesondere um das Vertrags- und Finanzwesen persönlich kümmern. Ich werde innerhalb wie außerhalb des Rathauses stets offen für Kritik gegenüber meiner Person sein, jede Kritik immer ernst nehmen, gewissenhaft prüfen und im Team Lösungen suchen. Vor allem eines möchte ich betonen: Ich werde mich auch mit kritischen Ratsmitgliedern stets fair und offen - ohne „Hinterzimmerpolitik“ und auch ohne unberechtigte Strafanzeigen - auseinandersetzen.

Detlev Maaß: Eine Vision für Remagen entwickeln und die Umsetzung auf den Weg bringen, ehrenamtliche Arbeit aufwerten, nachhaltige Stadtentwicklung einleiten. Ideen einbringen und Menschen motivieren für Remagen aktiv zu werden.

 

2.      Kommunale Gebietsreform
Können wir uns auf 9 Kilometer 3 Rathäuser leisten?

Remagen Landkarte

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Die drei Städte am Rhein - Remagen, Sinzig und Bad Breisig - halten in einem Umkreis von nur 9 Kilometern 3 völlig separat arbeitende Stadtverwaltungen für nur knapp 48.000 Einwohner bereit. Private Firmen genauso wie öffentliche Behörden wurden in den letzten Jahren dagegen deutlich gestrafft oder durch Zusammenschluss effizienter gemacht, beispielsweise auf Grund des technischen Fortschritts in der Bürokommunikation und auch auf Grund des Kostendrucks. Das Land Rheinland-Pfalz hat nun wie andere Bundesländer auch eine Initiative zur kommunalen Gebietsreform auf freiwilliger Basis der Gemeinden angestoßen.

Wie beurteilen Sie die Möglichkeiten für Remagen als selbständige Gebietskörperschaft?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer: Die Stadt Remagen genauso wie Sinzig und Bad Breisig müssen und werden ihre eigenständige Identität behalten, egal wie sie in Zukunft die Erledigung ihrer bürokratischen Aufgaben angehen. Und das gilt genauso für unsere Ortsteile. Es wird keinen „Re-Si-EinheitsBrei“ geben, aber vielleicht am Ende aus Gründen der Effizienz eine gemeinsame Verwaltung, soviel vorweg zum Grundsätzlichen.

Es sieht also so aus, dass die kommunale Gebietsreform kommen wird. Die drei „Rhein-Ahr-Städte“ werden gemeinsam daran arbeiten müssen, freiwillig und einem möglichen Zwang vorbeugend eine einvernehmliche Basis für die Zukunft herzustellen, die den Bedürfnissen einer verschlankten Verwaltung aber auch den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger Rechnung trägt.

Im Zeitalter der Informationstechnik ergeben sich viele Möglichkeiten, Verwaltungsaufgaben regional zu zentralisieren, und den Gemeinden dadurch Freiräume für spezielle örtliche Aufgaben zu schaffen. Gute Ideen sind gefragt.

Detlev Maaß: Dass wir uns nach sinnvollen Kooperationen umschauen, halte ich für selbstverständlich. Ich verstehe die Stadtverwaltung als Dienstleistungsunternehmen für die Bürgerinnen und Bürger. Hierzu gehört, dass wir Kooperationen eingehen und Synergien nutzen. Bei vielen Sachthemen (Bauleitplanung, Personalwesen) kann im Zuge von Kooperation mit anderen Gebietskörperschaften Fachwissen gebündelt werden. Dies widerspricht nicht dem Gedanken der Eigenständigkeit unserer Stadt, ganz im Gegenteil, das ist Zukunftssicherung.

Welche Schritte wollen Sie in Ihrer Amtszeit als Bürgermeister/Bürgermeisterin in den nächsten acht Jahren unternehmen?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer: Ich stelle mir hierfür vor, auf örtlicher und regionaler Ebene Anregungen für die Bildung von Arbeitsgruppen zu geben, deren Installation zu fördern und zu begleiten, um auf freiwilliger Basis Ideen zu sammeln und möglichst gemeinschaftlich umzusetzen.

Dies wird auch Ansätze bringen können, den städtischen Haushalt durch Synergieeffekte zu entlasten und insbesondere das strukturelle Defizit zu reduzieren und langfristig zu beseitigen.

Detlev Maaß: Zunächst einmal wird es darum gehen, dass die Menschen, die sich für unsere Stadt engagieren, auf gemeinsame Ziele verständigen. Wenn wir eine Vision erarbeiten, werden sich hier Aufträge für die Zukunft ergeben.

 

3 .         Haushalt -
Leere Taschen an der Schallmauer von 50 Mio. EUR Schulden

Leere Stadtkasse Remagen

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Remagen steht Ende 2009 mit fast 22,2 Mio. EUR Kämmereischulden tief in der Kreide. Hinzu addieren sich die Schulden unserer Eigenbetriebe in Höhe von 24 Mio. EUR (Stand 2008). Im Vergleich zur Nachbarstadt Sinzig lag die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresabschluss 2008 mit 2.717 EUR zu 952 EUR je Einwohner unvergleichbar hoch. Remagen nimmt beim Schuldenstand der 37 verbandsfreien Gemeinden in Rheinland-Pfalz sowie deren Eigenbetriebe und Eigengesellschaften in 2008 mit Platz fünf schon eine sehr kritische „Spitzenposition“ ein.

Welche Maßnahmen und Schritte wollen Sie dem Stadtrat vorschlagen, dass angesichts der Wirtschaftskrise noch ausufernden Verschuldung die Handlungs- und sogar Zahlungsfähigkeit unserer Kommune erhalten bleibt?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:   Ich wage in Zweifel zu ziehen, ob derzeit überhaupt noch eine ausreichende Handlungsfähigkeit gegeben ist. Deswegen wäre zunächst einmal Zurückhaltung bei allen Ausgabenabsichten geboten, die nicht im Rahmen von Pflichtaufgaben getätigt werden müssen. Ein genaues Bild über die tatsächliche Haushaltslage ergibt sich erst im Laufe des Jahres, da der Haushalt 2010 in weiten Teilen auf Schätzwerten beruht. Ich verweise hier auf meine Haushaltsrede, die im Ratsinformationssystem nachgelesen werden kann, oder auch auf meiner Homepage www.beate-schleitzer.de (geöffnet spätestens Ende Januar).

Es muss ein vorausschauendes langfristiges Konzept zur Konsolidierung her, das im Konsens mit allen Beteiligten erarbeitet werden sollte. Die Notwendigkeit  zeigte auch die Haushaltsdebatte für 2010 im Rat im Dezember 2009, wo es viel Kritik an der Ausgabenpolitik, aber auch an der wiederholt mangelhaften Ausgabenkontrolle gab. Vorrangig scheint mir deswegen die Bildung einer Arbeitsgruppe, die sich – ggf. unter Hinzuziehung von kompetenten Beratern aus Politik und Wirtschaft – mit der äußerst kritischen Finanzlage befasst und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.

Es muss an den richtigen Stellen gespart werden, ohne langfristig Schäden zu riskieren. Die Förderung der Jugend muss stets Priorität haben. Und es müssen unnötige Ausgaben vermieden werden, wo immer es geht, indem man stets fragt, ob das gewünschte Ergebnis nicht auch preiswerter zu haben ist oder ob es nicht sinnvoller ist, Verzicht zu üben. Dann muss man aber auch bereit sein, altgewohnte Pfade verlassen, denn wir haben kein Geld zu verschwenden:

Beispiele:

Warum müssen bei einer Straßensanierung – zu Lasten des Stadtsäckels wie auch der Anlieger – die alten Laternen abmontiert und weggeworfen werden, wenn sie es doch noch taten?

Warum muss bei einem neuen Sportplatz eine neue Flutlichtanlage her, wenn die alte (auf absehbare Zeit) ihre Aufgabe noch erfüllt hätte?

Detlev Maaß:   Langfristig geht es darum, die Einnahmen zu steigern. Da, wo es möglich ist, müssen wir sparen. Viel wichtiger ist jedoch, dass wir Geld in die Stadt bekommen. Dazu kann der Tourismus einen wichtigen Beitrag leisten. Investoren gibt es möglicherweise auch in der Stadt selbst. Um dieses Geld zu aktivieren, ist es wichtig, darzustellen, wie man sich in Remagen die Zukunft vorstellt. Ein neues und modernes Gebäudemanagement muss auf den Weg gebracht werden, ggf. nach dem Vorbild des Kreises. Ein professionelles Energiemanagement kann dazu führen, dass Kosten gesenkt werden können. Bürgerschaftliches Engagement ist ebenfalls eine Ressource, die mit eingesetzt werden kann, um den finanziellen Gestaltungsspielraum zu erhalten.

 

 

4.      Stadtentwicklung

Studentenviertel Remagen    Fachhochschule Remagen RheinAhrCampus
Marktstraße: Wann kommen die Studenten?          RheinAhrCampus auf der Grünen Wiese

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Mit dem Arp-Museum und dem Künstlerbahnhof in Rolandseck sowie dem Ausbau der Rheinpromenade in der Kernstadt hat Remagen zwei Eckpfeiler in der Stadtentwicklung einschlagen können. In der Innenstadt verlangt der Strukturwandel, der durch die Ansiedlung der Einkaufsmärkte auf dem Bechergelände nachhaltig verstärkt wurde, nach neuen Antworten und Maßnahmen von Politik und Verwaltung, Hauseigentümern und Einzelhandelsbetrieben. Vor den Toren der Stadt hat der RheinAhrCampus erfolgreich seinen Lehrbetrieb aufgenommen, ohne dass bislang die Fachhochschule auf das Leben und Bild in der Stadt maßgebenden Einfluss entfalten konnte. Die WählerGruppe Remagen hat daher unter dem Titel „Innenstadt zum Studentenviertel umbauen“ ein eigenes Konzept in den neu gegründeten Stadtentwicklungsausschuss zur Beratung eingebracht.

Wie beurteilen Sie die Notwendigkeit, ein Konzept zur Stadtentwicklung aufzustellen?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:   Alle sind sich seit langem einig, dass es an einem Konzept zur Stadtentwicklung fehlt. Die Stadtgespräche waren und sind ein guter Ansatz, müssen aber nun in eine konzeptionelle und langfristig ausgerichtete Gestaltung „im Ganzen“ münden.

Detlev Maaß:   Es ist Bestandteil meiner Planungen.

 

Was halten Sie dabei von der Idee, die Innenstadt als ein Studentenviertel mit studentischem Wohnen, Einzelhandel, Kunst und typisch studentischer Gastronomie auszubauen und in den Kontext eines touristischen Gesamtkonzeptes für die Gesamtstadt Remagen zu stellen?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:   Das Gestalten „im Ganzen“, wie das gehen kann, hat bisher keiner vorgeben können – hierfür habe auch ich kein Patentrezept. Ich denke aber, dass Vorbild die erfolgreichen Beispiele aus vergleichbaren Kommunen sein können. Diese haben ihre vorangegangenen Stadtsanierungen zügig abgeschlossen, weil das Voraussetzung dafür ist, in den Genuss von neuen Förderungsmitteln des Landes zu kommen. Auch Remagen muss sich darum kümmern, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass weitere Landesmittel für die Innenstadtbelebung organisiert werden können. Davor haben sich bislang schon mehrere Bürgermeister gescheut. Das macht die Situation für Remagen aber nicht besser.

Strukturelle Probleme im Innenstadtbereich gibt es vielerorts, und dies wurde auf Landesebene längst erkannt. Dort bereits vorhandene Ideen müssen genutzt werden. Dazu sind verwaltungsseitig Initiativen notwendig, etwa durch Inanspruchnahme einer Beratung durch Mitarbeiter der Landesministerien, die dort angefordert werden können.

Die Tourismusförderung mit den Anreizen Römerstadt, Kunst, Kultur wird – verstärkt in Angriff genommen – mehr Besucher und Studenten in die Innenstadt ziehen, die vor allem preiswerte und attraktive Gastronomie schätzen, die sich keineswegs nur auf die Rheinpromenade beschränken sollte, sondern vor allem auch die Marktstraße und Bachstraße stärker mit einbeziehen muss. Ich wünsche mir hier verstärkte Anstrengungen aller politischen Kräfte im Zusammenwirken mit betroffenen Hauseigentümern und Betrieben.

Es ist zu beachten, dass die Innenstadt nur „lebt“, wenn ihre Bewohner dort alles für den täglichen Bedarf finden. Fehlende Angebote aus diesem Segment müssen kurzfristig ergänzt werden, um das Einkaufsangebot in Remagen „rund“ zu machen, und dies wird bestehenden Fachgeschäften Zukunftsperspektiven  sichern. Hier sehe ich noch Entwicklungspotenzial für Geschäftsinhaber, denen aber natürlich auch genügend Kunden zur Verfügung stehen müssen. Diese wiederum werden aber nur kommen, wenn das Umfeld attraktiv genug ist. Daran muss gearbeitet werden. Remagen ist eine hübsche Kleinstadt und bietet gerade im Innenstadtbereich genügend Potenzial.

Detlev Maaß:   Die Idee ist gut, auch hier denke ich ist es sinnvoll, die Idee in ein Stadtentwicklungskonzept mit einfließen zu lassen.

 

Welche weiteren Möglichkeiten sehen Sie, die Fachhochschule besser in die Stadt zu integrieren, beispielsweise durch die Ansiedlung von FH-Einrichtungen in der Innenstadt?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:   Man muss in gemeinschaftlicher Anstrengung die richtigen Weichen stellen. Dabei wird auch zu prüfen sein, inwieweit man den Raumbedarf der FH für den Innenstadtbereich nutzen kann. In der Kernstadt leer stehende Objekte könnten zum Beispiel als Unterrichtsräume dienen, entweder übergangsweise oder auch langfristig. Insoweit ist also ein intensiver Kontakt zur FH wichtig.

Dieser Kontakt ist auch aus einem anderen Grunde zu intensivieren: Die Wirtschaftsförderung, die grundsätzlich Chefsache sein muss, wird verstärkt darauf bedacht sein müssen, Betriebe anzusiedeln, die eine Nähe zum RheinAhrCampus als Standortvorteil betrachten. Je enger der Kontakt zur FH sein wird, um so frühzeitiger kann man sich im Rahmen der Wirtschaftsförderung auf mögliche Bedürfnisse einstellen, z.B. auch Existenzgründungen fördern

Detlev Maaß:   -keine Angaben -

 

5.         Publikumsgewinner Rheinpromenade -
Weiter ausbauen oder aufhören?

Rheinpromenade Remagen  Bahnhof Rolandseck Arp Museum
Publikumsliebling Süd               Publikumsliebling Nord

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Obwohl erst rund ein Drittel der Rheinpromenade ausgebaut und saniert werden konnte, hat die Maßnahme den Tourismus in unserer Stadt deutlich „angeschoben“ und belebt. Der südliche Teil der ausgebauten Promenade ist noch mehr oder weniger gastronomisch unbesetzt. Trotzdem könnte der bisherige Erfolg für eine Fortsetzung der Stadtsanierung am Rheinufer sprechen.

Welche Notwendigkeit, finanzielle Möglichkeiten und Zeitplan sehen Sie, den weiteren Ausbau der Rheinpromenade trotz Schuldensituation voranzutreiben?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer: Der weitere Ausbau der Rheinpromenade ist für mich ein relativ kurzfristig zu erreichendes Ziel, dessen Umsetzung allerdings davon abhängig ist, dass ausreichende Zuschüsse seitens des Landes zur Verfügung gestellt werden und der städtische Haushalt die noch erforderlichen Ausgaben „schultern“ kann. Einen Zeitplan für weitere Maßnahmen halte ich für verfrüht. Zunächst ist die desolate Haushaltslage zu bereinigen, und es ist sicherzustellen, dass kein Vermögensverlust durch Unterlassung notwendiger Instandhaltung im Hoch- und im Tiefbaubereich entsteht und die Interessen der Jugend bei Förderung und Bildung gesichert werden.

Detlev Maaß:   Kurz und mittelfristig nur mit einem Investor. 

6.         Remagen und das Factory Outlet Center -
Mehr Risiken oder aber mehr Chancen?

Factory Outlet Center FOC Grafschaft

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Im Innovationspark Rheinland in der Gemeinde Grafschaft soll direkt an der Bundesautobahn A61 das »Eifel-Ahr-Portal« mit einem Marken-Direktvertrieb auf zunächst 9.950 qm entstehen. Gleichzeitig soll mit einem „Schaufenster der Region“ für den Tourismus und Produkte der Region geworben werden.

Wie beurteilen Sie persönlich die Chancen und Risiken, die durch die mögliche Einrichtung eines »Factory Outlet Centers« auf der Grafschaft für Remagen entstehen können?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer: Die Risiken des FOC sehe ich – wie viele andere – in der Gefahr für den markenorientierten Einzelhandel, der einem noch härteren Konkurrenzkampf ausgesetzt sein wird. Ein weiteres Sterben von Einzelhandelsbetrieben, die eben nicht nur die sog. 1-Euro-Ware anbieten, würde langfristig auch zum Nachteil der Innenstädte bzw. der Bürgerinnen und Bürgern sein. Es besteht die Gefahr, dass die Bürger/innen in ihrer Innenstadt immer weniger das gewünschte breite Sortiment an guten Einkaufsmöglichkeiten vorfinden.

Detlev Maaß: -keine Angaben-

 

Wie müsste sich Remagen für ein mögliches FOC rüsten?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate SchleitzerWenn es nicht gelingt, die Konkurrenzsituation durch das FOC zu verhindern, ist die Suche nach den Marktlücken für Einzelhändler wie Dienstleister um so mehr die Aufgabe der Zukunft, die auch durch zunehmenden Internethandel geprägt sein wird. Politik und Verwaltung wie auch Gesellschaft sind hier gemeinsam gefragt, zu helfen. Dazu gehört auch das Überdenken des eigenen Konsumverhaltens. 

Detlev Maaß:   Ich gehe davon aus, dass das FOC nicht kommen wird. Sollte es dennoch entstehen, müssen wir den Veränderungsprozess annehmen. Viel wichtiger ist jedoch, dass wir in Remagen unser eigenes Profil entwickeln und uns auf unsere Stärken besinnen.

 

7.         Integration ausländischer Mitbewohner
Mehr Miteinander und weniger Barrieren, aber wie?

Muslimische Gemeinde in Remagen  Ali Tzinali Remagen

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In Remagen wohnen heute 1.593 ausländische Mitbewohner, davon allein 913 in der Kernstadt. Weitere Mitbewohner mit Migrationshintergrund, aber deutschem Pass sind noch hinzuzuzählen. Bestimmend dabei ist die Gruppe muslimischer Mitbewohner, deren Integration nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen in den Kindergärten und Schulen bislang am stärksten auf Barrieren trifft.

 

Wie wollen Sie das Miteinander von deutscher und ausländischer Wohnbevölkerung verbessern? Was sind nach Ihrer Meinung die wichtigsten Aufgaben, die von der Stadt dabei geleistet werden können?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:   Die Verwaltung und ihre Spitze allein sind nicht in der Lage, die Integrationsarbeit zu leisten, die innerhalb der Gesellschaft von allen Beteiligten erbracht werden muss. Als Bestandteil der Gesellschaft kann sie aber an einer Verbesserung der Rahmenbedingungen mitarbeiten und insbesondere Angebote zu gemeinsamem Miteinander und Handeln machen. Dazu gehören die Verbesserung der Jugendarbeit, die Förderung der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Kindergärten, Schulen und Freizeiteinrichtungen und auch Angebote für die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger für deren Integration, das Sich-Einsetzen für deren Belange, wenn diese sich – direkt oder indirekt – an die Verwaltung wenden. Insoweit begrüße ich auch die Einrichtung des Migrationsausschusses, das wird eine spannende Sache.

Das „A und O“ wird sein, dass unsere Kinder mit Migrationshintergrund besser die deutsche Sprache lernen können. Hier ist die Stadt als Schulträger besonders gefordert.

Detlev MaaßBei meiner Tätigkeit als DiplomSozialpädagoge im interkulturellen Bereich habe ich immer wieder festgestellt, dass ein Schlüssel für eine erfolgreiche Integration die Sprache ist. Wenn Dialog stattfindet, dann kann man sich über die kulturellen Unterschiede austauschen und voneinander lernen. Deshalb habe ich mich für die Begegnung zwischen den Menschen engagiert „Erfahren - Begegnen – Gestalten“ ist ein Motto für einen guten Ansatz. Gemeinsame Aktivitäten, wie z.B. Lesungen, gemeinsames Kochen oder Aktionen im Freizeitbereich, können ohne großen Aufwand stattfinden. Die Stadt kann hier als Impulsgeber tätig werden. Vereine, Kirchen und bürgerschaftliches Engagement sind in ihren Integrationsbemühungen besonders zu unterstützen. 

8.         Bauen in den Rheinhängen -
Kann "alte Liebe" wirklich so groß sein, das Bauen "ausnahmsweise" auch im Naturschutzgebiet erlaubt wird?

Alte Liebe Oberwinter, Bauen im FFH-Gebiet

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In den vergangenen Jahren hat die Stadt in den Rheinhängen gerade in Oberwinter immer wieder neue Baugebiete erschlossen. Die geplanten Bauaktivitäten an der „Alten Liebe“ oberhalb der Oberwinterer Feuerwehr stehen aktuell beispielhaft für diese Baupolitik heftig in der Diskussion.

 

Welche Auffassung vertreten Sie – Darf in einem europäischen Naturschutzgebiet (FFH-Gebiet) „ausnahmsweise“ –so wie von den Baubehörden zurzeit noch vorgesehen-  eine Baugenehmigung im Außenbereich erteilt werden, die vom Ergebnis den Abriss eines baufälligen Gebäudes „Alte Liebe“ und die Errichtung eines Neubaus an selber Stelle legitimieren würden?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:   Die Erteilung von Baugenehmigungen hat sich in jedem Fall – und generell auch ohne jede Ausnahme – an den gesetzlichen Vorschriften zu orientieren.

Soweit im Baurecht überhaupt Ermessensspielräume bestehen, muss das Ermessen sachgerecht – aber auch mit Fingerspitzengefühl für den Einzelfall – ausgeübt werden. Unangetastet bleiben muss aber der Grundsatz, dass alle Bürgerinnen und Bürger gleichbehandelt werden und das Schutzbedürfnis der Natur respektiert wird.

Detlev Maaß:   Bauen in den Rheinhängen lehne ich ab. Ein weiterer Flächenverbrauch ist nicht notwendig.

 

Was halten Sie angesichts des demographischen Wandels generell von der Ausweisung zusätzlicher Neubaugebiete im Stadtgebiet?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate SchleitzerDie Ausweisung von Neubaugebieten ist abhängig von der politischen Willensbildung. Im Rat wird also zu diskutieren und zu entscheiden sein, ob und inwieweit das anhand der Prognosen sinnvoll ist. Ich persönlich halte – gerade im Interesse der Innenstadt – die Verdichtung der Bebauung bzw. Instandsetzung im Innenstadtbereich vor der weiteren Flächeninanspruchnahme „auf der grünen Wiese“ für notwendig. Bei der städtischen Baupolitik darf es aber nicht nur um Einzelvorhaben wie die „Alte Liebe“ gehen: Angesichts der demografischen Entwicklung gehören Planungen mehrere Hektar großer Baugebiete – konzentriert z.B. in der „Langen Fuhr“ Kripp – auf den Prüfstand. Es ist zu fragen, ob sie noch zeitgemäß sind und ob es stattdessen nicht sinnvoller ist, in den Ortsteilen neben der vorrangigen Bestandsentwicklung Bauflächen nur kleinflächig und abrundend für den lokalen Bedarf anzubieten.

Detlev Maaß:   Die im Rahmen der Baulandpolitik ausgewiesenen Flächen reichen für die Zukunft aus. Deshalb setze ich den Schwerpunkt auf die Förderung der Stadt und Ortskerne. Da, wo städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen beschlossen worden sind, sollen diese umgesetzt werden. Darüber hinaus können Lücken geschlossen werden. Der Sanierung von bestehenden Gebäuden räume ich eine hohe Priorität ein. Ziel sollte auch sein, den Studierenden des RheinAhrCampus Angebote zu machen, die dazu beitragen, dass sie in unserer Stadt wohnen.

 

9.         Stadtwald Remagen

Stadtwald Remagen Ute Kreienmeier

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Der geplante Verkauf des Stadtwaldes „Scheidskopf“ an den SolarWorld-Chef Frank Asbeck bewegt in Remagen die Gemüter, auch wenn sich ein Ausschuss jetzt zunächst erst einmal gegen den Verkauf entschieden hat.

 

Wie stehen Sie grundsätzlich zum Stadtwaldverkauf?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer: Der Stadtwald ist Teil des städtischen Tafelsilbers. Sein Erholungswert, aber auch sein Vermögenswert und sein möglicher Nutzen bei der etwa in Zukunft einmal anstehenden Installation von Heizungen mit Holz gebieten es, den Verkauf nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn es aus zwingenden Gründen wirklich unvermeidlich sein sollte. Der Stadtwald hat seit Generationen Überschüsse erwirtschaftet, die dem Haushalt der Stadt zu Gute kamen. Dies hat Bürgermeister Georgi übersehen oder unberücksichtigt gelassen, als er sich – übrigens ohne sich vorher mit den Rat abzustimmen – in die Gespräche mit Asbeck begab. Der von ihm persönlich anfänglich vorbereitete Verkauf der Geld einbringenden Waldpartien am Scheidskopf wäre wirtschaftlich unsinnig gewesen, weil mit genau dieser Waldfläche nicht nur Geld reinkommt, sondern auch der Erholungswald auf dem Reisberg unterhalten wird.

Deshalb war der Waldverkauf zu Recht im Stadtrat nicht mehrheitsfähig; er ist für mich vom Tisch, und ich hoffe, dass das so bleibt.

Detlev Maaß:   Der Wald muss im Eigennutz bleiben. 

 

10.         Bürgermeisterwahl und ÖPNV - auf direktem Weg von Oedingen über Unkelbach nach Remagen?

ÖPNV Remagen

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Das Angebot im öffentlichen Bus-Nahverkehr ist vorrangig auf Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. In der Regel endet die Anreise in die umliegenden Ortschaften an den Bahnhöfen Oberwinter und Remagen. Allerdings wird durch den zunehmenden Ganztagsschulbetrieb das Angebot auch auf den späten Nachmittag ausgeweitet. Außerhalb der Schulzeiten fahren die Busse derzeit meist leer durchs Land. Folgerichtig sind zurzeit die Ortsteile abseits der Bahnlinie wie Unkelbach sonntags auch nicht erreichbar.

 

Halten Sie es für realistisch, eine „Grundversorgung“ bis 20:00 Uhr auch ohne Funktaxi und eine akzeptable Frequenz am Wochenende anzustreben?

Könnte eine bessere Linienführung (z.B. direkte Fahrt Oedingen-Unkelbach- Remagen) weitere Anreize zum Gebrauch der Busse bieten und auch eine bessere Anbindung an die Fachhochschule schaffen?

Welche zusätzlichen Voraussetzungen und Anreize für Pendler sind vonseiten der Stadt realisierbar, damit noch mehr Leute mit dem Auto zum Bahnhof fahren und den klimafreundlichen ÖPNV annehmen können?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:  Eine gute Grundversorgung ist wünschenswert, Verbesserungen ebenso, diese sind aber immer auch eine Kostenfrage. Leere Busse geben keinem Unternehmen Anreiz, die Frequenzen zu erhöhen und das Angebot auszuweiten. Hier muss zwischen beiden Aspekten der richtige Weg gefunden werden, etwa erforderliche Anpassungen müssen politisch durchgesetzt werden. Bei den jetzigen Gegebenheiten scheint mir vor allem wichtig, dass die FH vom Bahnhof aus gut erreicht werden kann und umgekehrt. Soweit ich weiß ist das gewährleistet. Weniger gut funktioniert derzeit der Fahrplan der Bundesbahn, der verlässlicher werden und auch bessere Anschlussmöglichkeiten bieten muss, damit man mehr Leute motivieren kann, Bus und Bahn zu benutzen. Hier können und müssen die Städte – gerade an der Rheinscheine – gemeinsam ihre Interessen an den verantwortlichen Stellen weiter verfolgen.

Detlev Maaß: Das Thema ÖPNV gehört mit auf die Agenda und sollte in einem Gesamtkonzept Verkehr als eigenständiger Punkt in der Konzeption Stadtentwicklung einer Lösung zugeführt werden. So ist vorstellbar, dass z.B für Rolandswerth, Unkelbach, Oedingen oder Auf der Neide ein Bürgerbus nach dem Vorbild der Stadt Lohmar installiert wird. ach dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ wird dort der Bürgerbus von ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern gesteuert. Der Bürgerbus, ein Kleinbus mit acht Fahrgastplätzen, kann da eingesetzt werden, wo regulärer Linienverkehr wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist. Dadurch kann er auch in nachfrageschwachen Räumen oder Zeiten Mobilität gewährleisten, ohne übermäßige Kosten zu verursachen.

 

11.         Klimaschutz in Remagen
Wo Energie und wie Geld sparen?

Klimaschutz in Remagen  Klimaschutz in Remagen

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Klimaschutz und Energieeffizienz gehören auch für eine Stadt wie Remagen zu den zentralen Herausforderungen. Nicht nur kommunale Gebäude verfügen über ein erhebliches Energieeinsparpotenzial. Auch bei Investition und Beschaffung spielt Klima- und Umweltfreundlichkeit eine immer größere Rolle.

Welche Potenziale zum Einsatz erneuerbarer Energien und Einsparen von Energie sehen Sie in Remagen?

Welche Vorbild- und Beraterrolle kann die Stadtverwaltung beim Einsatz erneuerbarer Energien für Ihre Bürgerinnen und Bürger übernehmen?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:  Nachbarstädte wie Bad Neuenahr haben uns bereits vorgemacht, wie ökologisch und wirtschaftlich Holz aus dem Stadtwald zur Wärmeerzeugung genutzt werden kann, statt Erdgas zu steigenden Preisen einzukaufen. Damit lassen sich auch heute noch forstlich ungenutzte Wälder auf dem Reisberg ertragreich und klimaneutral nutzen. Angesichts des Klimawandels werde ich dafür plädieren, bestehende Einsparpotenziale im Energiesektor zu prüfen und die alternative Wärmeerzeugung bei anstehenden Neuinvestitionen wie an der Grundschule Kripp vorrangig zu nutzen. Dazu bedarf es allerdings eines einheitlichen Konzeptes. Ich bin dafür, nicht bruchstückweise Lösungen zu suchen und umzusetzen. Nicht jede Maßnahme ist für jeden Gebäudekomplex geeignet. Das bedarf fachmännischer Beratung, die teils sogar kostenlos zu haben ist. Hier darf man nicht am falschen Ende sparen. Das richtige Gesamtkonzept ist unverzichtbar. Wichtig wäre auch die Beschäftigung mit der Frage nach öffentlichen Fördermitteln, die es zahlreich gibt.

Detlev Maaß:  Hierbei können Modelle, wie Sie zum Beispiel im Allgäu praktiziert werden, als Vorbild dienen. Die Bildung eines EnergieTeams in Remagen nach dem Vorbild von eza! im Allgäu ist anzustreben. Hier hat man sich zum Ziel gesetzt, erneuerbare Energien und effizientere Energienutzung zu fördern. Grundlage hierfür ist, die die Zusammenarbeit von Verbrauchern, Kommune, Fachleuten, Unternehmen und Medien. Diese Form einer konstruktiven und konzertierten Initiative ist auch mein Ansatz für mein kommunales Politikverständnis. Kurz: Synergien nutzen und Winwin - Situationen schaffen. Beispiele hierfür wären, Bürgerbeteiligung bei Fotovoltaik, Energieberatung, Beteiligung am European Energy Award.

 

Rund um`s  Remagener Rathaus -
Wer hat den Zauberstab, um Rat und Verwaltung ins Schwingen zu bringen?

Rathaus Remagen Neubau Bauhof Remagen

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12.         Zusammenarbeit mit dem Stadtrat

Der Fortschritt in einer Stadt wird durch eine kontroverse und konstruktive Arbeit im Stadtrat und seinen Gremien gefördert. Eine Grundlage ist dabei auch die Transparenz des Handelns der Stadtverwaltung und bessere Vorbereitung der Sitzungen durch informative Vorlagen.

 

Welche Akzente wollen Sie in der Zukunft in der Zusammenarbeit mit den Fraktionen und Ratsmitgliedern setzen?

Herbert Georgi:  „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:  Für eine konstruktive Zusammenarbeit ist es unerlässlich, dass die Verwaltung dem Rat gut zuarbeitet. Es gehört zur Demokratie, dass der Rat die Willensbildung vornimmt, welche die Verwaltung dann im Respekt vor dem Willen des Rates umzusetzen hat. Demokratie installiert also keine Bürgermeisterregierung, und diese sollte auch kein Rat zulassen bzw. von keiner Verwaltung angestrebt werden. 

Dem Rat müssen von der Verwaltung frühzeitig gute Informationen geliefert werden, sie sollten ausreichend in die Tiefe und in die Breite gehen. Ganz wichtig ist, dass die Verwaltung in jedem Falle alle maßgeblichen Informationen an den Rat weiterleitet und nicht etwa entscheidungserhebliche Fakten zurückhält. Die Verwaltung darf auch eigene Fehler und Schwächen gegenüber dem Rat nicht vertuschen, damit erforderlichenfalls gemeinsam an Verbesserungen gearbeitet werden kann.

Die Verwaltung muss ausnahmslos auch ungefragt über für sie unangenehme oder brisante Themen informieren, soweit sie sich aus dem Verwaltungsalltag ergeben. Dies gehört zur erforderlichen Transparenz. Dafür ist auch Offenheit in anderen Zusammenhängen wichtig. Dem Rat geschuldet ist nach meiner Meinung zum Beispiel jährlich eine Übersicht über die seitens der Stadt geführten Rechtstreitigkeiten, die Angabe, was gewonnen und was verloren wurde und was dies die Stadt jeweils gekostet hat. Honorarvereinbarungen der Verwaltung mit Rechtsberatern zu Lasten der Stadt sollten generell vermieden, mindestens aber mit dem Rat abgestimmt werden. Hier darf auch ein Bürgermeister „kein eigenes Süppchen kochen“.

Detlev Maaß Als unabhängig gewählter Bürgermeister kann und werde ich auf alle Fraktionen zu gehen. In Zukunft wird es mehr denn je darauf ankommen, dass wir einen Wettbewerb um die besten Ideen haben. Die beste Idee muss dann auch eine breite Zustimmung finden. Bürgermeister und Stadtrat senden die wichtigen Signale an die Bürgerinnen und Bürger sowie an die Mitarbeitenden in der Verwaltung. Deswegen ein eindeutiges Ja für den Streit um die beste Idee, aber ein eindeutiges Nein zu Eitelkeiten und Missgunst.

13.         Transparenz in der Stadtpolitik

Korruption ist heute ein dominantes Thema in der gesellschaftlichen Diskussion. Beispielsweise hat im Remagener Stadtrat eine bei der Staatsanwaltschaft eingereichte Anzeige des Bürgermeisters gegen ein Stadtratsmitglied viel Wirbel und politische Turbulenzen ausgelöst.

 

Wie wollen Sie der Gefahr einer Vermengung von privaten und wirtschaftlichen Interessen in der Stadtpolitik entgegenwirken?

Herbert Georgi:   „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:  Transparenz des Verwaltungshandelns – gerade im Bauverwaltungs- und Finanzverwaltungsbereich - ist unverzichtbar und beugt der Gefahr von Interessensverquickungen vor. Wo Menschen arbeiten und leben, wird es immer Fehler und Schwächen geben. Vorbeugung vor Korruption, etwa durch frühzeitige Berichtspflichten und Meldepflichten da, wo persönliche „Befangenheit“ möglich sein könnte, ist wichtig. Mindestens das „Vier-Augen-Prinzip“ sollte die Regel sein. Korruptionsvermeidung ist vor allem auch eine Frage der richtigen Personalpolitik, die das Bewusstsein aller für solche Themen schärfen sollte. Deswegen gehört an die Spitze der Verwaltung jedenfalls jemand, der diese Thematik mit der gebotenen Aufmerksamkeit und Offenheit, aber auch mit einer gewissen Vorsicht angeht und sich selbst insoweit vorbildlich verhält, wie zum Beispiel im Zusammenhang mit städtischen Grundstücksgeschäften. Nicht gut tut es, wenn die Verwaltungsspitze bei der Beurteilung von Sachverhalten nicht das rechte Fingerspitzengefühl beweist, etwa bei der Einschätzung, ob Handlungsbedarf für sie selbst oder gar überhaupt gegeben ist.

Detlev Maaß:   Transparenz ist immer gut.

 

Was halten Sie davon, wenn sich Remagen für sein städtisches Handeln nach dem Muster des Städte- und Gemeindebundes eine Richtlinie zur Korruptionsvorbeugung erarbeiten würde?

Herbert Georgi: „Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:  Es kann nicht schaden, wenn im Rat – in Anlehnung an Muster aus welchem qualifizierten Bereich auch immer – Richtlinien zur Korruptionsvorbeugung erarbeitet werden. Wichtig ist, dass diese von allen Beteiligten, die damit umgehen müssen, getragen und gelebt werden.

Detlev Maaß: Anti – Korruptionsrichtlinien, denen wie folgen können, sollten eingeführt werden.

14.         Führen der Stadtverwaltung

Als Bürgermeisterin / Bürgermeister tragen Sie eine große Verantwortung für die Führung, Fort- und Ausbildung und Motivation unserer städtischen Bediensteten. In den vergangenen Monaten und Jahren sind allerdings auch erhebliche Defizite und mithin finanzielle Verluste bei der Umsetzung von städtischen Projekten sichtbar geworden, zuletzt bei der Sanierung der Rheinpromenade und dem Neubau des Bauhofes.

 

Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen wollen Sie im Fall Ihrer
(Wieder-) Wahl ziehen, damit unsere Stadtverwaltung in Zukunft effizienter und noch erfolgreicher arbeiten kann?

Herbert Georgi„Ihr Angebot, Beiträge … beizusteuern, lehne ich dankend ab.“

Beate Schleitzer:  Fort- und Ausbildung und Motivation unserer städtischen Bediensteten sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Verwaltungsarbeit. Es gibt viele günstige Angebote für Fortbildungsmaßnahmen. Dafür muss in vernünftigem Umfang und an der richtigen Stelle  – ähnlich wie bei der Ausbildung der Jugend – Geld aufgebracht werden,  sonst verursacht die verfehlte Personalpolitik Schäden, die in keinem Verhältnis zu den vermeintlich ersparten Fortbildungskosten stehen.

Zu einer erfolgreichen Personalpolitik gehört aber auch eine adäquate Stellenbesetzung, und ggf. – zur Vermeidung von Überlastung - die Inanspruchnahme von Fachberatern und externen Dienstleistern. Und nicht zuletzt:

Als Bürgermeisterin mit einer qualifizierten juristischen Ausbildung und jahrelanger Erfahrung in Rechtssachen, wie z.B. dem Vertragswesen auch in Bausachen, würde ich als Verwaltungsspitze bei vielen städtischen Projekten und Vorhaben wie auch generell im Verwaltungsalltag das erforderliche Fachwissen und die entsprechende Übersicht mitbringen, um künftig Schäden – auch unnötige Rechtstreitigkeiten - zu Lasten der Stadt Remagen zu vermeiden. Das ist mir auch ein besonderes Anliegen.

Detlev Maaß: Remagen braucht eine moderne Stadtverwaltung. Dies setzt voraus, dass wir unsere Mitarbeiter qualifizieren und sie für die Aufgaben von Morgen vorbereiten. Das Thema eGovernment gehört auf die Tagesordnung. Die Qualität des IT-Einsatzes und die Online-Bereitstellung von Verwaltungsdienstleistungen sind ein Standortfaktor. Dazu sage ich auch, dass Bürgerservice die höchste Priorität hat. Ich verstehe die Stadtverwaltung als ein Dienstleistungsunternehmen für die Bürgerinnen und Bürger.

 

Fotonachweis: Martin Gausmann, Jürgen Vollrath, Dirk Kreienmeier, Stadt Remagen, Eifel-Ahr-Portal, General-Anzeiger, Detlev Maaß, Beate Schleitzer
Fotomontage Innenstadt: Martin Gausmann
Fotomontage Bauhof: Jürgen Vollrath

 

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