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WählerGruppe Remagen e.V.

Newsletter vom 06. Februar 2010

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„Was gut ist und was böse ist“

Was gut ist und was böse ist, Bussard
Foto: Hans G. Noppeney

Was gut ist und was böse ist. -
Nicht der Aufwind unter den Flügeln oder das scharfe Auge des Greifs mag helfen, es wirklich zu erkennen ... .

Liebe Mitglieder und Freunde der WählerGruppe Remagen!

Im öffentlichen Streit zwischen den in politische Feindschaft geratenen Parteifreunden Herbert Georgi und Reinhold Langen ist in Remagen eine Debatte darüber eröffnet worden, ob ein Bürgermeister jenseits von juristischen Instanzen für sich den Anspruch erheben kann zu wissen, was gut ist und was böse ist.

 

Auf einer Homepage führt Bürgermeister Georgi hierzu wörtlich aus:


 

"Stark ist letztlich nur der, der klare innere Werte hat. Die inneren Werte speisen sich aus der Erziehung im Elternhaus, aus der eigenen Familie und dem sozialen Umfeld, der Bildung im Allgemeinen, aus der christlichen Glaubenslehre und der Kenntnis unseres Rechtssystems. Ich bin froh, in meinem Leben und in insgesamt 35 Dienstjahren so viel an Orientierung mitbekommen zu haben, dass ich von mir aus weiß, was geht und was nicht geht, was gut ist und was böse ist" (Zitat Ende).

 

Siehe hierzu auch den Linktipp: http://www.buergermeister-georgi.de/interest.htm

Was gut ist und was böse ist, darüber haben sich seit Menschen Gedenken Philosophen, Theologen, Psychologen, Naturwissenschaftler, Gelehrte, Dichter und Denker Gedanken gemacht. Ihre Werke gingen in die Weltliteratur ein. Aber allen gemeinsam ist, dass bis heute keine abschließenden Antworten darauf gefunden wurden!

Die Religion spricht von der Dualität, von Gott und Teufel. Goethe bedient sich der Figuren Gott und Teufel als Verkörperung von Gut und Böse, um den ständigen Zwiespalt, in dem sich Faust befindet, aufzuzeigen.

Das so genannte Böse von Konrad Lorenz, dem in Königsberg geborenen Verhaltensforscher und berühmten Nobelpreisträger, sucht nach dem Ursprung der Aggression, dem auf den Artgenossen gerichteten Kampftrieb bei Mensch und Tier.

Splitter und Balken

Es ist also nur allzu menschlich, dass Menschen andere Menschen moralisch bewerten, über sie richten und sich gegenseitig verurteilen. Wir alle kennen das aus unserem Alltag: Vom Arbeitsplatz, der Schule oder von Nachbarn. Aber die Kirchen sagen auch, dass dies verletzend und gefährlich ist. Es führt zu Unfrieden und Unglück. Und der moralisch erhobene Zeigefinger schafft am Ende mehr Probleme als das er sie löst. Was bewegt nun einen Bürgermeister, für sich das Wissen darüber in Anspruch zu nehmen, was gut ist und was böse ist? Die Psychologie hat übrigens längst aufgedeckt, dass wir gerade das an unseren Mitmenschen besonders kritisch verurteilen, was wir (oft nur unbewusst) an uns selber am meisten verachten.

Wer seine „klaren inneren Werte aus der christlichen Glaubenslehre“ in den Focus seiner Bewerbung um das Bürgermeisteramt stellt, der weiß sicher auch um die Worte aus Matthäus 7, 1-5:

(1) Verurteilt nicht andere, damit Gott nicht euch verurteilt!

(2) Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen, und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden, das ihr bei anderen anlegt.

(3) Warum kümmerst du dich um den Splitter im Auge deines Bruders oder deiner Schwester und bemerkst nicht den Balken in deinem eigenen?

(4) Wie kannst du zu deinem Bruder oder deiner Schwester sagen: "Komm her, ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen", wenn du selbst einen ganzen Balken im Auge hast?

(5) Scheinheilig bist du! Zieh doch erst den Balken aus deinem eigenen Auge, dann kannst du dich um den Splitter in einem anderen Auge kümmern!

Wie möchten nun „die Menschen“ ihre Vertreter in Staat und Gesellschaft sehen? Welche Kräfte, Eigenschaften, Tugenden und Werte erwarten sie von ihnen? Vermutlich bevorzugen viele auch solche, die

  • von Bescheidenheit sprechen,
  • von ehrlichem Bemühen,
  • von Einsatz für die Schwachen
  • von Gerechtigkeit

- also Stärken, die nicht deutlich werden im Werbetext des Bürgermeisters und auch nicht in der geführten Auseinandersetzung der beiden Kontrahenten. Es werden vielmehr Stimmen laut, die in der uneingeschränkten Behauptung, zu wissen, was gut ist und was böse ist, ein Ausmaß an Selbstgerechtigkeit und persönlicher Überhöhung sehen, das Vorformen des „Fast-Unmenschlichen“ annimmt.

Behaupten zu wissen, was gut ist und was böse ist! – Darf ein Bürgermeister seine Stadt in gut und böse spalten? Was halten Sie davon? Wenn Sie mögen, dann schreiben Sie einfach Ihre Meinung.

Mit besten Grüßen zum Wochenende!

Ute Kreienmeier
WählerGruppe Remagen e.V. (WGR)
Handy: 0171-9533684
news@waehlergruppe-remagen.de
www.waehlergruppe-remagen.de

 

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