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RZ-Online Artikelarchiv vom 31.10.2008

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Muss Jugendtreff weichen?

Anzeige wegen Wohnwagenstandort - Unkelbacher Eltern im Gespräch mit Bürgermeister Georgi

Ein Wohnwagen, den sich eine Gruppe von mittlerweile 20 Jugendlichen im Alter von 16 bis 20 Jahren auf einem Privatgrundstück in Unkelbach als Treffpunkt hergerichtet hat, sorgt seit längerem im Ort für Diskussionsstoff.

UNKELBACH. Muss der Unkelbacher Jugendtreff-Wohnwagen weichen? Im Vorfeld der jüngsten Bürgersprechstunde fand jetzt ein Gespräch zwischen Jugendlichen sowie deren Eltern und Remagens Bürgermeister Herbert Georgi statt. Die Jugendlichen erläuterten im Gespräch mit der Rhein-Zeitung ihre Argumente.

Zum Hintergrund: Seit mehr als acht Jahren nutzen Mädchen und Jungs einen Wohnwagen in Unkelbach als lockeren Treffpunkt. Sein Standort befindet sich im Außenbereich, dort wo kein Bebauungsplan mehr gilt. Kürzlich hat der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) bei der Kreisverwaltung Anzeige gegen mehrere Eigentümer von Anlagen in diesem Außenbereich gestellt. Davon betroffen sind Scheunen, Autowracks, alte Bagger, ausrangierte Förderbänder und eben auch der Jugendtreffpunkt.

"Wenn sich die Jugendlichen sonst am Sportplatz oder an anderen Orten getroffen haben, riefen Anwohner die Polizei, weil sie sich gestört fühlten. Jetzt haben sie einen Platz gefunden, wo sie niemanden belästigen. Und den will man ihnen jetzt wegnehmen", ergriff Ute Kreienmeier von der Wählergruppe Remagen Partei. Sie könne nicht nachvollziehen, dass die Baugesetzgebung vor den Erhalt einer so gut funktionierenden Gemeinschaft gestellt werde.

"Wir haben auch einiges an Geld investiert, den Platz vor dem Wagen gepflastert, eine Musikanlage gekauft und einen Generator", zeigte sich ein Mädchen enttäuscht. Gemeinsam mit Remagens Jugendpfleger Johannes Heibel hatte Georgi Vorschläge für eine alternative Lösung gesucht. Dabei wurde auch der Jugendkeller in Unkelbach angeführt, dessen Öffnungszeiten sich auch ändern ließen. Bislang hat er nur mittwochs von 16 bis 20 Uhr geöffnet, und freitags findet ein Bastelabend statt. Am Wochenende ist er geschlossen. "Wir sind im Alter von 16 bis 20 Jahren und treffen uns meistens am Wochenende, da wir in Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen stecken", argumentierte Mauritius Stichnote. "Zudem würden sich dann die Anwohner des Jugendkellers sicher gestört fühlen." Apropos Anwohner: Bei einer Unterschriftenaktion stießen die Jungs und Mädchen auf Unterstützung von 132 Bürgern aus Unkelbach, die sich für den Erhalt des Treffpunktes aussprachen.

"Wir als Eltern sind froh, wenn wir unsere Kinder in der Nähe und gut aufgehoben wissen", äußerte sich Vater Gernot Stichnote, auf dessen Grundstück der Wagen steht. Allerorts werde angesichts der Überalterung in den Dörfern nach Konzepten gesucht, um sie für Kinder und Jugendliche attraktiver zu gestalten. Eine derart kontrollierte Selbstorganisation sei doch zu begrüßen.

"Wichtig ist auch, dass sich die Jugendlichen wohlfühlen, was sie in einer erzwungenen Umgebung nicht könnten. Es kommt nicht darauf an, sie zu verwalten und irgendwie unterzubringen", begründete er die ablehnende Haltung auf den Vorschlag Johannes Heibels, sie mit dem neuen Jugendbus mehrmals pro Woche in den Jugendbahnhof Remagen zu transportieren.

"Ich habe versprochen, einen Kontakt zum Landrat und zum Bauamt herzustellen - aber das Baurecht ist nun, wie es ist. Sollte eine Lösung für den freien Jugendtreff innerhalb des Ortes gefunden werden, ist es aber wichtig, die Nachbarschaft mit zu beteiligen", stellte Remagens Bürgermeister Herbert Georgi fest. Dies sollen nun die nächsten vermittelnden Schritte sein. (jus)

 

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